27.10.2011| Von: Andreas Kern |

Am 12. Oktober fand im Haus der Industrie in Zusammenarbeit mit dem Aktienforum und der Wiener Börse der Equity Day 2011 statt. wikifolio war dabei. Neben einem sehr erfrischenden Vortrag von Professor Josef Zechner vom Institut für Finance und Banking der WU Wien beeindruckte Finanzministerin Maria Fekter mit einem sehr fundierten Vortrag (ehrlich, keine Ironie!).

Ein zentraler Gedanke zog sich durch alle Vorträge und Diskussionen: In Östereich fehlt eine positive Kapitalmarktkultur.

Mit einer Aktienbesitzquote privater Haushalte von fünf Prozent liegt Österreich ziemlich am Ende des Feldes. Auch Vergleiche der Entwicklung der Wiener Börse mit anderen Börsen in Europa – auch Osteuropa – sind bestenfalls peinlich.

Wir stecken derzeit in einer Schuldenkrise. Im Zuge dessen wird viel Kritik an Banken, der Regulierung und dem Kapitalmarkt geübt. Die Kritik ist aber viel zu wenig differenziert. Sehr viel liegt im Argen, keine Frage: ungünstige Anreizsysteme, mangelnde Transparenz, Verteilungsprobleme etc. Der Kapitalmarkt per se ist aber nicht das Problem, ein guter Kapitalmarkt sorgt für Eigenkapital, und das bringt Innovation und Stabilität.

Insbesondere das Thema Finanzinnovation ist negativ besetzt, in den letzten Jahren standen dabei Themen wie kreative Umverteilung bis Verschleierung von Risiken sowie Produkte zur Ausnutzung irrationaler Risikopräferenzen von Kunden im Vordergrund. Innovation, welche die Wünsche des Kunden in den Vordergrund rückt, ist praktisch nicht passiert.

Jede Krise ist eine Chance, einen positiven Veränderungsprozess auszulösen. Nimmt man die Möglichkeiten dazu, welche sich durch Social Media ergeben, kann man kundenorientierte neue Produkte rund ums Geldwesen für die nächsten Jahre erhoffen – falls man positiv denken will und darüber hinwegsieht, dass unsere schlauen Politiker gerade die Schuldenkrise mit einem GEHEBELTEM Rettungsschirm bezwingen möchten.

Ich lege mich mit Fieber ja auch immer in die Tiefkühltruhe um wieder gesunder zu werden ...