26.02.2015| Von: Andreas Kern |

Die vorläufige Einigung der EU mit den vom Staatsbankrott bedrohten Griechen ist vor allem für die Banken eine gute Nachricht. Die besitzen nämlich einige griechische Staatsanleihen, die bei einem Scheitern der Verhandlungen wohl deutlich an Wert verloren hätten. Und wahrscheinlich wären auch die Anleihen anderer Peripherie-Staaten dann unter Druck geraten. So hat sich das Thema vorerst erledigt, so dass Anleger ihren Fokus endgültig auf das in der kommenden Woche startende Wertpapierkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) richten können.

Im Zuge des Wertpapierkaufprogramms werden gerade die Finanzwerte immer wieder als potenzielle Profiteure genannt. Die Analysten der Credit-Suisse raten Anlegern sogar ganz konkret zum Kauf von Bankaktien. Auf wikifolio.com sind diesem Rat zuletzt zahlreiche Trader gefolgt. Die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank zählen seit Tagen zu den am stärksten nachgefragten Einzeltiteln.
10 Aktien mit den meisten Trades auf wikifolio.com (Zeitraum: 18.02.2015 - 25.02.2015)

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Basis: alle investierbaren wikifolios
Nach einer überwiegend enttäuschenden Performance im abgelaufenen Jahr haben die Aktien der beiden großen deutschen Kreditinstitute schon in den vergangenen Wochen einiges an Boden gut machen können. Ein Trend, der sich nach Ansicht einiger Analysten weiter fortsetzen wird. Die US-Bank JPMorgan zum Beispiel sieht in der Commerzbank „einen der großen Gewinner der ultralockeren Geldpolitik der EZB“. Begründet wird dieser Optimismus mit dem durch die Maßnahmen der Notenbank voraussichtlich steigenden Wert der Staatsanleihen aus den Peripherie-Ländern, von denen die Commerzbank relativ hohe Bestände in ihrer internen „Bad Bank“ hortet. Die EZB will bis mindestens September 2016 jeden Monat Anleihen im Wert von 60 Mrd. Euro kaufen und sich dabei vor allem auf Staatsanleihen der Eurozone konzentrieren. Ähnlich ist in den vergangenen Jahren auch die US-Notenbank vorgegangen, was aufgrund der ständigen Liquiditätszufuhr an den Märkten auch die Aktienkurse beflügelt hat. Das wiederum dürfte der Deutschen Bank zugutekommen, weshalb auch dieser Wert von einigen Strategen favorisiert wird.
Dominik Ziegler („TheValueScout“) hatte bei der Aktie des deutschen Branchenprimus schon im zweiten Halbjahr des abgelaufenen Jahres temporäre Rücksetzer zum Aufbau einer Position im wikifolio „Investment Ideen“ genutzt. Gegen den allgemeinen Trend erfolgte nun der Verkauf des kompletten Bestands, was ihm einen durchschnittlichen Gewinn von gut zwölf Prozent einbrachte. Das wikifolio selbst liegt mit einer Performance von gut 41 Prozent seit dem Start im Juni 2013 auf Allzeithoch. Nach einer längeren Seitwärtsphase geht es seit vergangenem Herbst wieder deutlich nach oben. Trotz eines nicht extrem breit diversifizierten Portfolios betrug der maximale Verlust bislang nur gut zehn Prozent.
Deutlich optimistischer schätzt Alexander Gecko („AlexanderGecko“) die Zukunft der Deutsche Bank-Aktie ein. In seinem noch nicht investierbaren wikifolio „CHANCENORIENTIERTE ANLAGE“ ist der Wert mit einem Depotanteil von 17 Prozent unangefochten das Schwergewicht. Und das, obwohl es die einzige von insgesamt 13 Aktien ist, mit der er momentan (leicht) im Minus liegt. Allerdings hat Gecko die Position auch erst zu Beginn der Woche aufgebaut und den Kauf mit einem „Ich sehe für die Aktie großes Potenzial die nächsten Monate“ kommentiert. Seit Erstellung des wikifolios im Oktober 2012 gelang dem Trader bei maximalen Rücksetzern von knapp zwölf Prozent eine Performance von 47 Prozent. Ein Großteil davon wurde in den ersten Wochen des laufenden Jahres generiert.
Sebastian Schneider („Dax12000“) setzt in seinem wikifolio „LifeTrader“ stark auf die Commerzbank. Über ein Drittel des wikifolios ist in dieser einen Aktie investiert. Ein weiteres Drittel steckt in der Aktie von Tesla Motors und der Rest wird als Cashbestand gehalten. Bei der Commerzbank hat der Trader, der eine langfristige Rendite von 10-15 Prozent pro Jahr anstrebt, Ende Januar bei Kursen von 10,74 Euro zugegriffen. Aktuell liegt er bei diesem Trade mit zwölf Prozent im Plus. Ein Verkauf ist aber wohl noch nicht angedacht, wie sein Kommentar beim Einstieg vermuten lässt: „Mittelfristiges Ziel sehe ich hier bei 13,00 Euro“. Das im April 2014 aufgelegte und ebenfalls noch nicht investierbare wikifolio verbucht aktuell eine Performance von 71 Prozent (maximaler Verlust: 13,5 Prozent).

Alle wikifolios mit Commerzbank (ISIN: DE000CBK1001) im Depot.

Alle wikifolios mit Deutsche Bank (ISIN: DE0005140008) im Depot.