17.12.2013| Von: Lang & Schwarz |

Seit kurzer Zeit sind auch Hebel- und Anlagezertifikate im Anlageuniversum bei wikifolio.com handelbar.

Dies möchten wir zum Anlass nehmen, um in einer Blogpost-Serie die Grundlagen und Funktionsweisen von Hebelzertifikaten zu erläutern.

Es gibt eine Vielzahl von Hebelzertifikaten, die sich durch verschiedene Ausstattungsmerkmale auszeichnen. Unabhängig davon, ob Sie einen Optionsschein, einen Turbo, ein SFD („Straight Forward Dealing“) oder ein Faktorzertifikat vor sich haben – sie alle haben eine Gemeinsamkeit, nämlich die Hebelwirkung.

Was genau ist die Hebelwirkung und wie kommt sie zustande? Diese Frage möchten wir gerne anhand eines einfachen Beispiels erläutern:

Georg („der Anleger“) möchte gerne eine Commerzbank Aktie (Kurs: 10,-€) kaufen. Allerdings hat er nur einen Euro zur Verfügung. Deshalb fragt er Kai, ob er ihm helfen könne. Kai („der Emittent“) schlägt ihm folgendes Geschäft vor: Er leiht Georg 9,-€, damit er sich eine Commerzbank Aktie kaufen kann. Allerdings treffen sie die Vereinbarung, dass die Commerzbank Aktie verkauft wird, wenn ihr Wert auf 9,-€ fällt.

Georg hat also eine Commerzbank Aktie gekauft und dabei genau den einen Euro investiert, den er zur Verfügung hatte. Den Rest bekommt Georg von Kai ähnlich eines Kredits zur Verfügung gestellt. Dafür bekommt Kai natürlich Zinsen gezahlt.

Übertragen auf die Welt der Hebelzertifikate können wir nun einige Fachbegriffe einfach erklären. Der Basiswert ist das zugrunde liegende Wertpapier (Commerzbank Aktie). Der Basispreis oder das Finanzierungslevel ist der Betrag, den der Emittent zur Verfügung stellt (hier: 9,-€ von Kai). Die Prämie ist die Summe des Investments des Anlegers – im Beispiel 1,-€ von Georg.

Hebelzertifikate stellen also das Angebot dar, Wertpapiere oder Basiswerte auf Kredit handeln zu können. Bewegt sich die Commerzbank Aktie um 10% nach oben auf 11,-€ hat Georg auf sein Investment (1,-€) eine Performance von 100% erzielt. Fällt die Commerzbank um 10%, so hat Georg 100% verloren. Hier erkennt man direkt die überproportionale prozentuale Reaktion von Hebelzertifikaten auf Kursentwicklungen – nach oben und nach unten.

Die „Kennzahl“ Hebel ist die Kennzahl für den Investitionsgrad. Man erkennt an ihr, wie viele Hebelzertifikate man für den Preis des Basiswertes erwerben kann. Das Bezugsverhältnis wird bei Emission des Zertifikats festgelegt. Ein Bezugsverhältnis von beispielsweise 0,01 besagt, dass sich das Zertifikat auf ein Hundertstel des zu Grunde liegenden Basiswerts bezieht. Der Hebel wird wie folgt berechnet:

Hebel = Preis des Basiswertes / (Prämie Hebelzertifikat * Bezugsverhältnis)

Hebel Beispiel = 10 / (1*1)

Daraus ergibt sich, dass Georg ein Hebelzertifikat mit einem Hebel von 10 gekauft hat. Er kann also theoretisch wählen, ob er 1 x den Basiswert oder 10 x das Hebelzertifikat handelt. Oder anders ausgedrückt: Er benötigt nur 1/10 des Basiswertes, um den Basiswert einmal nachzubilden.

Im nächsten Beitrag schauen wir uns Turbos und das Aufgeld im Detail an.