12.12.2014| Von: Andreas Kern |

Von vorweihnachtlicher Stimmung ist beim Onlinehändler Amazon knapp zwei Wochen vor Heiligabend nicht viel zu spüren. Stattdessen brodelt es an allen Ecken und Enden. Die Mitarbeiter in Deutschland streiken, die Bundesluftfahrtbehörde in den USA verhindert das Testen der Paket-Drohnen und die Aktie befindet sich im Sinkflug. Bei Amazon scheint nie wirklich Ruhe einzukehren.

Es liegt möglicherweise am Amazon-Vorstand, der ständig neue Ideen hat und versucht, sein Unternehmen noch größer und mächtiger werden zu lassen. Die kurzfristigen Interessen von Mitarbeitern und Aktionären scheinen da eher zweitrangig zu sein. Die Trader bei wikifolio.com glauben dennoch an den Erfolg des Internet-Giganten. Aktuell ist die Aktie in 280 (davon 81 investierbaren) wikifolios enthalten.

Nachdem es im vergangenen Jahr Lieferschwierigkeiten zum Fest gegeben hatte, verspricht Amazon`s Deutschland-Chef für dieses Weihnachtsfest trotz der laufenden und noch angekündigten Arbeitsniederlegungen an mehreren Standorten eine pünktliche Lieferung der Pakete. Derweil prüft das Unternehmen in seiner Heimat in Übersee diverse Alternativen, um den Versand zu optimieren. So wurden zum Beispiel Taxen bestellt und spezielle Software-Lösungen zur Ermittlung der besten Versandwege getestet. Zudem arbeitet Amazon weiterhin sehr intensiv an der Entwicklung der Paket-Drohnen, die unter dem Namen „Amazon Prime Air“ eine Geschwindigkeit von 80 km/h erreichen und bis zu 2,2 kg Gepäck befördern sollen. Nach internen Tests ist nun der nächste Schritt geplant, was aber wegen der strengen Regulierung des US-Luftraums problematisch wird. Amazon droht deshalb damit, die Entwicklung der Geräte in ein anderes Land zu verlagern.

Das alles kostet eine Menge Geld, was sich in den Quartalszahlen negativ bemerkbar macht. Im Zeitraum zwischen Juli und September hatte das Unternehmen die Umsätze zwar um 20 Prozent gesteigert, den Verlust dabei aber auf 427 Mio. US-Dollar verzehnfacht. Damit wurden selbst die ohnehin nicht sehr hohen Analystenerwartungen noch verfehlt. Im Weihnachtsquartal rechnet Amazon bei Erlösen zwischen 27,3 bis 30,3 Mrd. Dollar mit einem operativen Verlust von bis zu 570 Mio. Dollar. Die Ratingagentur Moody's hat ihren Ausblick für Amazon mittlerweile auf „negativ“ gesenkt.

Hoffnung machen zumindest die Aussagen des Online-Händlers zum verlängerten Thanksgiving-Wochenende, wo entgegen der ansonsten eher mauen Stimmung im Einzelhandel von einem starken Wachstum gegenüber dem Vorjahr berichtet wurde. Die Amazon-Aktie hat im laufenden Börsenjahr über 20 Prozent an Wert eingebüßt. Nach den Q3-Zahlen war der Kurs sogar auf ein neues Jahrestief gefallen, konnte sich im Anschluss aber kräftig erholen. Seit Anfang Dezember geht es nun wieder bergab.

 

*Die zehn US-Aktien mit den meisten Trades (Stand: 05.12.2014 - 12.12.2014)*

Top10 US Aktien Amazon

Basis: Alle wikifolios

Markus Miller („GEOPOLITICALBIZ“) hat die Kursrückschläge vor einer Woche zum Einstieg genutzt. In dem wikifolio „GEOPOLITICAL BIZ OUTGROW“ ist Amazon mit einem Anteil von fünf Prozent aktuell einer von nur drei Werten. Fast die Hälfte des Kapitals wird aktuell allerdings auch als Cash gehalten. Den Einstieg bei der Aktie kommentiert er wie folgt: „Die Amazon Position wurde zuletzt in die Stärke der Märkte hinein bei über 270 Euro verkauft, so dass diese nun auf ermäßigtem Niveau wieder zurückgekauft wird“.

Im laufenden Jahr hat er mit der Aktie trotz des insgesamt enttäuschenden Kursverlaufs bereits mehrfach schöne Gewinntrades gemacht. Das schlägt sich auch in der Gesamtperformance des wikifolios nieder, das durch den Fokus auf Unternehmen mit einem von dem Trader erwarteten großen Innovations- und nachhaltigen Wachstumspotential seit dem Start im August 2012 rund 118 Prozent zulegen konnte. Der maximale Verlust in diesem Zeitraum lag bei gut 18 Prozent. Auch das Kursplus von 24 Prozent auf Jahressicht und der 20 Prozent-Anstieg in den vergangenen sechs Monaten sind durchaus bemerkenswerte Kennzahlen (ISIN des Zertifikats: DE000LS9BQT9).

Auch Philipp Haas („Comiter“) hatte bei der Amazon-Aktie im Oktober und November sukzessive eine Position für sein wikifolio [„It´s the brand stupid!“] aufgebaut, die in den vergangenen Tagen aber wieder etwas reduziert wurde. Während er dabei in der vergangenen Woche einen Gewinn von fast zehn Prozent verbuchen konnte, brachte der Teilverkauf am Dienstag immerhin noch ein Plus von rund drei Prozent ein. Aktuell ist die Aktie noch mit fünf Prozent in dem wikifolio gewichtet, bei dem er vor allem auf Markenfirmen setzt, die stark an Popularität zulegen. Wie bei allen seinen insgesamt sieben wikifolios kann sich die Bilanz auch hier mehr als sehen lassen. Seit dem Start im Mai 2013 wurde bei einem maximalen Verlust von gut acht Prozent eine Performance von rund 32 Prozent erzielt (ISIN des Zertifikats: DE000LS9BZG7).

Alle investierbaren wikifolios mit Amazon (ISIN: US0231351067) im Depot