02.10.2015| Von: Stefan Greunz |

Nach dem Mini-Crash im August und der anschließenden Erholung haben die Aktienmärkte in der zweiten September-Hälfte noch einmal deutlich an Boden verloren. Der DAX arbeitet aktuell an einer möglichen Bodenbildung in Form eines Doppel-Tiefs. Misslingt dieser Versuch, drohen aus Sicht der Charttechnik weiter fallende Notierungen. Hoffnung macht indes die Saisonalität. Nach den traditionell eher schwachen Börsenmonaten August und September kommt nun die historisch betrachtet stärkste Marktphase. Vielleicht haben die Anleger auch deshalb bei den gut laufenden wikifolios wieder beherzt zugegriffen. Die drei wikifolios mit dem größten Zuwachs an investiertem Kapital im abgelaufenen Monat nehmen wir heute wie gewohnt etwas ausführlicher unter die Lupe.

Top 3

Klarer Spitzenreiter der entsprechenden Rangliste ist das wikifolio ["Perspective"][2] von Karin Jacob („Ambition“), das trotz eines kleinen Rückschlags im Wochenverlauf immer noch auf eine äußerst beeindruckende Performance von 39.000 (in Worten: neununddreißigtausend) Prozent seit dem Start im April 2013 kommt. Das vor gut einem Jahr emittierte wikifolio-Zertifikat hat mittlerweile auch schon über 1.000 Prozent zulegen können. Wer sein Geld hier direkt zu Beginn angelegt hat, freut sich aktuell also über eine Verelffachung des Einsatzes. In den vergangenen drei Monaten gelang erneut eine Verdoppelung des Kapitals. Dass solche Ergebnisse mit hohen Risiken bezahlt werden müssen, dürfte klar sein. So betrug der größte Drawdown des wikifolios fast 89 Prozent. Seitdem das Zertifikat handelbar ist, ging es in den Korrekturphasen aber nie mehr als knapp 30 Prozent nach unten, was im Vergleich zu der Performance (noch mal: über 1000 Prozent) akzeptabel erscheint. Neben einem Paket aus trendstarken Aktien (aktuell sechs Werte mit einem Gewicht von gut 50 Prozent) setzt die Traderin auf Hebelprodukte, die in der Regel nur kurz gehalten werden. Nachdem ein Großteil der Performance mit hoch gehebelten Spekulationen am Anleihemarkt erzielt wurde, stand im abgelaufenen Börsenmonat der DAX im Fokus. Auch hier bewies sie meist das richtige Näschen.

Genau das darf mit Fug und Recht auch Peyo Sivenov („peyo“) von sich behaupten. Der Chart seines im September erneut sehr stark nachgefragten wikifolios „PEYOS Beste“ zeigt einen nachhaltigen Kursanstieg, der sich zudem in den vergangenen Wochen immer weiter beschleunigt hat. Dank einer 20-jährigen Erfahrung an den Märkten will der Trader laut Handelsidee die „irrationalen Verhaltensweisen an der Börse“ ausnutzen. Mit dieser Taktik gelang ihm liegt seit dem Start vor gut zwei Jahren eine Performance von mittlerweile 126 Prozent (Maximalverlust: 15,8 Prozent). Das im Oktober 2014 emittierte wikifolio-Zertifikat kommt auf ein Plus von 88 Prozent. Allein der abgelaufene Monat brachte einen Zuwachs von fast 50 Prozent. Hauptverantwortlich dafür ist die mit einem überdurchschnittlich hohen Depotanteil von 42 Prozent vertretene Aktie von Artec Technologies, die sich in diesem Zeitraum fast vervierfacht hat. Die restlichen zehn Werte kommen zusammen nur auf ein Gewicht von 14 Prozent, so dass rund 45 Prozent des Kapitals als Liquidität gehalten werden. Das wiederum ist das Resultat seiner vorsichtigen Haltung gegenüber dem Gesamtmarkt ist, die auch mit dem Skandal bei Volkswagen zu tun hat: „Kommt es zu einem Vertrauensverlust in die großen Konzerne (nachdem man gesehen hat, wie die Marktkapitalisierung eines Weltkonzerns binnen 2 Tagen sich halbieren kann) und die Großinvestoren beschließen sicherheitshalber das Geld auf die Seitenlinie zu bringen und abzuwarten, werden die Aktienmärkte sehr empfindlich reagieren“.

Starke Zuwächse beim investierten Kapital verbuchte zudem Tim-Oliver Fechner („hohesT“) bei seinem wikifolio „Trendfolge Strategie 2014“ . Der studierte Betriebswirt, der sich nach eigenen Angaben täglich mit der Börse beschäftigt, setzt hier vor allem auf Aktien, „die einem positiven Trend folgen“. Aktuell beinhaltet das wikifolio vier Einzelwerte (Google, Pfeiffer Vacuum, Ryanair, Steico), die zusammen rund 55 Prozent des investierten Kapitals vereinnahmen. Der Rest wird als Liquidität gehalten, was auch hier wieder mit der ebenfalls eher skeptischen Markteinschätzung des Trades zusammenhängt, wie ein Kommentar aus der Vorwoche belegt: „An den Märkten sehen wir heute eine deutliche Erholung. Ob dies jedoch das Ende der Korrektur darstellt darf bezweifelt werden. Bisher ist es noch nicht zu einem panikartigen Ausverkauf gekommenen, was eher für eine kurzfristige Verschnaufpause, als für ein Ende der Korrektur spricht. Wir bleiben daher weiterhin defensiv.“ Ein Teil des Cashbestand könnte aber demnächst in die Aktie des Online-Finanzdienstleisters Hypoport fließen (bei der übrigens auch bei Karin Jacob investiert ist). Im Laufe der Woche postete der Trader „Kaufkandidat Hypoport musste heute gut 8% federnlassen. Hier warten wir noch auf einen Rücksetzer unter 35 Euro für den Kauf“. Aktuell notiert die in einem klaren Aufwärtstrend laufende Aktie bei gut 38 Euro. Das im September des vergangenen Jahres aufgelegte wikifolio hat bei einem überschaubaren Maximalverlust von gut 10 Prozent eine Performance von über 51 Prozent erzielt. Das seit gut zehn Monaten handelbare wikifolio-Zertifikat liegt aktuell mit 38 Prozent im Plus. Beachtlich: Auch in den vergangenen sechs Monaten gelang in einem relativ schwachen Gesamtmarkt ein Plus von knapp 16 Prozent.