06.08.2015| Von: Stefan Greunz |

Nach knapp dreimonatiger Korrektur hat sich der deutsche Aktienmarkt im Juli wieder von seiner freundlichen Seite gezeigt. Dem Doppel-Tief bei rund 11000 Punkten folgte in den vergangenen Wochen ein deutlicher Anstieg. Davon profitierten auch etliche wikifolios, was wiederum zahlreiche Anleger zu neuen Investitionen motivierte. Die Summe aus neuen Gelder und Kursgewinnen führte vielfach zu einem Anstieg des investierten Kapitals. Bei unserer monatlichen Vorstellung der Top3 wikifolios mit dem größten Zuwachs in dieser Kategorie fokussieren wir uns diesmal ausschließlich auf die vor allem bei risikofreudigen Anlegern sehr beliebten wikifolios, bei denen auch Hebelprodukte zum Einsatz kommen können.

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Die Nummer eins auf dieser Rangliste war im Juli das wikifolio „iWiki Aktienstrategie“ der Performance IMC Vermögensverwaltung AG. Das im Jahr 2000 in Mannheim gegründete Unternehmen, das insgesamt drei wikifolios betreut, setzt hier auf eine „möglichst marktneutrale Ausrichtung“ des Portfolios. Auch durch den gezielten Einsatz von Short-Positionen sollen unabhängig von der Gesamtmarktentwicklung positive Renditen generiert werden. Momentan scheinen die Anlageprofis aber noch sehr bullish zu sein, da das wikifolio komplett „Long“ ausgerichtet ist. Über acht Exchange Traded Funds (ETFs) werden mehrere Aktienindizes aus Deutschland, Europa, China, Japan und den USA abgedeckt. Beim ETF auf den LevDAX haben die Experten ihre Ende Juli neu aufgebaute Position zur Wochenmitte noch einmal vergrößert. Dieser Spezial-Index der Deutschen Börse spiegelt jeden Tag aufs Neue die zweifach gehebelte Wertentwicklung des DAX wider. Insgesamt nehmen die Anlagestrategen für einen Vermögensverwalter vergleichsweise häufig Umschichtungen vor, was sich auf die Performance bislang aber zumindest nicht großartig negativ auswirkt. Bei einem Maximalverlust von 8,5 Prozent liegt das wikifolio seit vergangenen Oktober mit 24 Prozent im Plus. Das Mitte Dezember emittierte wikifolio-Zertifikat kommt auf einen Zuwachs von gut 20 Prozent. Nach einem sehr erfolgreichen Start ist der Kursverlauf seit rund drei Monaten allerdings „nur“ noch seitwärts gerichtet.

Einen ebenfalls recht deutlichen Anstieg des investierten Kapitals verzeichnete im abgelaufenen Monat der Trader Fetiu Korabi („FeBe“) bei seinem wikifolio „FEBE - Risk and Reward“. Um eine „maximale Outperformance zu erwirtschaften“, wird bei der Zusammensetzung des Portfolios ganz bewusst auf eine breite Streuung verzichtet. Zudem soll der Schwerpunkt auf Hebelprodukten liegen. Aktuell beinhaltet das wikifolio dennoch immerhin zehn Aktien, die mit insgesamt 15 Prozent aber nicht besonders hoch gewichtet sind. In ähnlichem Umfang finden sich zwei ETFs auf den indischen und den (dreifach gehebelten) deutschen Aktienmarkt. Dazu gesellen sich dann noch zwei Long-Hebelprodukte auf erneut den DAX („Wir gehen mittelfristig weiterhin von höheren Kursen aus“) sowie die Aktie von Alibaba (zusammen 11 Prozent Gewichtung). Rund 60 Prozent des Anlagekapitals wird zurzeit in Cash gehalten. In den ersten Monaten nach dem Start Ende 2013 war das wikifolio zwar recht schwankungsfreudig, unter dem Strich aber nicht wirklich erfolgreich. Mit Blick auf den ausgewiesenen Drawdown beschreibt der Trader diesen Zeitraum wie folgt: „Der maximale Verlust von -48% resultiert aus den ersten Monaten, als das wikifolio noch nicht öffentlich war und sich in der Findungsphase befand (am Chart erkennbar). Der reale maximale Verlust dürfte bei ~20% liegen“. Nach einer knapp achtmonatigen Handelspause ist der Trader ab Mitte Oktober dann richtig aktiv geworden. Und die Performance kann sich mittlerweile auch mehr als sehen lassen. So hat sich der Wert des wikifolios mittlerweile knapp vervierfacht. Das im Januar aufgelegte wikifolio-Zertifikat verbucht ein Kursplus von immerhin 74 Prozent. Aktuell notiert der Kurs nur knapp unter dem vor kurzem erzielten Allzeithoch.

Die Nummer drei im Bunde ist Peter Paul Bayer („Maxximus“), der sich „seit vielen Jahren intensiv mit Trading und Handelsstrategien beschäftigt“ und daher über „langjährige Handelserfahrungen verfügt. Bei seinem wikifolio „Research und Trade“ gibt der Trader als Ziel einen hohen Ertrag bei möglichst geringem Risiko an, „was sich in einem möglichst niedrigen Drawdown (relativ) widerspiegeln sollte“. Warum der in Klammer stehende Zusatz hier so wichtig ist, zeigt sich an den aktuellen Daten des wikifolios. Absolut gesehen erscheint der maximale Verlust von knapp 35 Prozent nicht gerade niedrig. Das relativiert sich dann aber beim Blick auf die gleichzeitig erzielte Performance von über 1200 (!) Prozent. Wie nachhaltig dieser vor allem mit derivativen Produkten erzielte Erfolg ist, wird die Zukunft zeigen. Bislang beträgt die Historie des wikifolios gerade mal vier Monate. Heftige Kursschwankungen sollten Anleger aber auch in Zukunft nicht überraschen. Das Anfang Juni emittierte und aktuell mit gut 50 Prozent im Plus notierende wikifolio-Zertifikat verlor alleine an diesem Mittwoch rund 30 Prozent an Wert, was vor allem daran lag, dass der Trader beim DAX auf fallende Kurse und damit das falsche Pferd gesetzt hatte. Auch jetzt ist das wikifolio zu 100 Prozent in einem aktuell gut zehnfach gehebelten Put-Optionsschein auf den deutschen Aktienindex investiert.