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Nicht nur Tech: 7 Top Buys von 3 wikifolio Tradern

Rote Vorzeichen an den Aktienmärkten eröffnen immer auch interessante Investmentchancen. Auch in dieser Korrektur. Die eine oder andere Aktie ist mittlerweile geradezu unverschämt günstig. Wir haben 3 Trader gefragt, bei welchen Unternehmen die Aussichten UND die Bewertung stimmen.

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Quelle: shutterstock.com

Da die Kurse an der US-Technologiebörse Nasdaq vom Hoch mittlerweile bereits um ein Drittel eingebrochen sind, verwundert nicht, dass Tech-Aktien nun wieder auf dem Einkaufszettel stehen. Zumindest vereinzelt. Patrick Kranz, der das wikifolio Invest Only In The Best! führt, nennt 2 seiner Top Picks: „Konservativ Alphabet und spekulativ PayPal“.

Tech-Aktien – von spekulativ bis konservativ

Die Meinung zu PayPal teilt die Community: In den vergangenen 30 Tagen wurde die Aktie in 94 wikifolios aufgestockt oder erstmals gekauft, während die Position in nur 46 wikifolios verkleinert wurde. Das ist eine recht überzeugende „Buy“-Quote von 67,14 Prozent.

Mehr dazu: 10 Top Aktien, die jetzt deutlich günstiger zu haben sind

Pick 1: Der Online-Bezahldienst PayPal

Warum PayPal aktuell als Investment spannend ist, erklärt wikifolio Trader Kranz: „PayPal hat stark korrigiert, verfügt langfristig aber weiterhin über gute Aussichten.“ Die Aktie hat vom 2021 markierten Hoch fast drei Viertel ihres Wertes verloren – Übernahmegerüchte, Prognosesenkungen und letztlich ein Gewinneinbruch im ersten Quartal 2022 belasteten den Titel. Dennoch sei PayPal führend in E-Commerce und P2P (Peer-to-Peer)-Zahlungen, weiß Kranz: „PayPal hat darüber hinaus nun auch ‚buy now, pay later‘, Krypto-Services und die Option, kontaktlos in Geschäften zu bezahlen, hinzugefügt, welche den Zielmarkt deutlich vergrößern. Trotz zunehmender Konkurrenz gehe ich weiterhin von niedrigen zweistelligen Wachstumsraten aus.“

Angesichts des massiven Kursverlustes und des unsicheren wirtschaftlichen Umfeldes bleibt ein Engagement aber spekulativer Natur. Mit schnellen Kursgewinnen sei, so Kranz, nicht zu rechnen: „Trotz fairer Bewertung benötigt man als Anleger hier sicher einen etwas längeren Atem.“

Pick 2: Die Google-Mutter Alphabet

Etwas konservativer fällt Kranz‘ zweite Investmentidee aus: Alphabet . Die Aktie wurde laut Kranz mit dem breiten Markt abverkauft, da das Werbegeschäft konjunkturabhängig ist. Die Perspektiven seien exzellent: „Man wird in den nächsten Jahren aufgrund der dominanten Marktstellung weiterhin einen sehr hohen Free Cash-Flow erwirtschaften können und davon auch eine Menge in den Rückkauf eigener Aktien investieren.“ Der Trader traut dem Giganten in den Bereichen Werbung und Cloud noch einiges an Wachstum zu. Außerdem sei die Bilanz „blitzsauber“. Kranz summiert: „Aufgrund einer am Wachstum gemessenen sehr fairen Bewertung stellt Alphabet aktuell eine gute Mischung aus Value und Growth dar und sollte auch in den nächsten Jahren gut performen.“

Auch Stefan Heizmann setzt in seinem wikifolio Zinsfuß unter anderem auf Alphabet und nennt die Aktie als einen seiner Favoriten: „Alphabet entwickelt sich stetig und ist auf lukrative und wenig kapitalintensive Geschäftsfelder fokussiert. So verzichten sie im Unterschied zu Amazon auf teure Filmproduktionen und ein Retailgeschäft.“ Die Google-Mutter versucht, so Heizmann, das zyklische Werbegeschäft mit Angeboten für Unternehmen im Cloudbereich und bei Shopping-Dienstleistungen zu kompensieren: „Diese Initiativen sollen den Konkurrenten Amazon, der auch zunehmend im Werbemarkt aktiv wird, abwehren.“

Zykliker, jetzt kaufen?

Außerdem nutzt Heizmann die „Gunst“ der Stunde und wagt sich an Zykliker, also konjunkturabhängige Aktien heran.

Pick 3: Der Stahlkonzern ArcelorMittal

Interessant ist demnach aktuell die ArcelorMittal -Aktie. Heizmann erklärt: „Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell laut Yahoo-Finance bei 2,06. Für 2023 wird es auf 3,79 geschätzt. Das Unternehmen hat über die Jahre Schulden abgebaut und ist inzwischen nur noch wenig verschuldet. Es laufen stetige Aktienrückkaufprogramme. Auch wenn zu erwarten ist, dass die Konjunktur nachlässt, ist die Aktie auf diesem Kursniveau günstig.“

Pick 4: Der Logistiker A. P. Moeller-Maersk

Als weiteren Top Pick nennt Heizmann die Reederei A.P. Moeller-Maersk : „Maersk ist mit 2,52 auch ein momentanes KGV-Wunder. Das bedeutet, dass das Unternehmen die Börsenkapitalisierung in 2,5 Jahren komplett einnehmen würde. Sie verwenden dieses Geld, um ein komplettes Logistikpaket anbieten zu können. Dazu kauft man Häfen, Flugzeuge und Paketdienste. Auch für hohe Dividenden und Aktienrückkaufe bleiben Mittel.“

Nebenwerte (nicht nur für Fans)

Holger Degener fischt für sein wikifolio Dividende und Eigenkapital Deutschland indes auch mal gerne in kleineren Gewässern. Er macht die 7 mit seinen 3 Kaufkandidaten Siltronic, Nabaltec und Borussia Dortmund voll.

Pick 5: Der Halbleiter-Zulieferer Siltronic

Siltronic ist einer der weltweit führenden Hersteller für Siliziumwafer, die in der Halbleiterindustrie zum Einsatz kommen. Die Aktie ist im laufenden Jahr deutlich eingebrochen – auf Sicht von 12 Monaten summiert sich das Minus mittlerweile auf über 40 Prozent.

Degener sieht hier Chancen: „Die Aktie ist marktbedingt und zusätzlich wegen der geplatzten Übernahme durch die taiwanische Globalwafers in den letzten Monaten billiger geworden. Die Gewinnprognosen und die Bilanz sowie der Cash-Flow sehen auf Basis der aktuellen Bewertung aber günstig aus.“

Pick 6 und 7: Nabaltec und Borussia Dortmund

Laut Degener sind außerdem kleinere Unternehmen wie Nabaltec aus der Spezialchemie aktuell attraktiv. Die Deutschen kommen lediglich auf eine Marktkapitalisierung von 250 Millionen Euro. Und es darf laut dem Trader auch etwas exotischer werden. Der Fußballklub  Borussia Dortmund hat vielleicht das Schlimmste hinter sich.

Degener summiert: „Kleinere Werte wie Nabaltec, die kontinuierlich wachsen und nun eine günstige Bewertung haben, sind interessant. Allerdings besteht temporär auch ein gewisses Konjunkturrisiko. Als etwas exotische Alternative, die eher wenig konjunkturabhängig ist, aber von Corona beeinträchtigt war: Borussia Dortmund. Die Zahlen im neuen Geschäftsjahr könnten zusätzlich wegen hoher Transfererlöse besser werden. Dem Management gelingen immer wieder gute Transfers und die teilweise löchrige Abwehr wurde verstärkt.“

Generell gibt es aktuell viele attraktive Aktien, so Degener. Blind Einzeltitel kaufen, sollten Anleger aber nicht – schließlich bleibt das Umfeld unsicher und die Stimmung vorerst schlecht. Degener rät: „Wegen der aktuell schwierigen Konjunkturphase kann es nicht schaden, etwas zu diversifizieren und die Entwicklung gegebenenfalls auch noch eine Weile – vielleicht bis Ende Herbst – zu beobachten.“ Watchlist auffüllen war jedenfalls schon lange nicht mehr so leicht  – und das eine oder andere Schnäppchen machen vermutlich auch nicht.


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