Long oder Short? So setzen Sie auf den richtigen Trend

wikifolio-Tradern stehen insgesamt mehr als 250.000 Produkte im wikifolio.com Anlageuniversum zur Verfügung. Ein Teil der Trader verwendet für die Umsetzung seiner Handelsideen nicht nur Einzelaktien sondern auch Anlage und- Hebelzertifikate. So können sie nicht nur bei steigenden sondern auch bei fallenden Kursen verstärkt profitieren.
Long und Short transparent gemacht - So setzen Sie auf die richtige Wertentwicklung
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Long- und Short-Produkte es gibt, wann sie eingesetzt werden und wie Sie den besten Einstiegszeitpunkt - auch mit dem Einsatz der technischen Analyse - erkennen können.
Die Tipps kommen von Björn Bröcher wikifolio-Trader Rogall

Long & Short einfach erklärt

Recherche von Informationen für die Aktienauswahl kann heutzutage hauptsächlich im Internet erfolgen. Gelegentlich lohnt es sich aber auch, Fachzeitschriften oder persönliche Kontakte zu Rate zu ziehen.

Eine Long Position aufzubauen entspricht einem klassischen Wertpapierkauf, wie der Investition in eine Aktie oder einen Fonds bzw. auch in andere, auf steigende Kurse ausgelegte, derivative Produkte (Zertifikate oder Optionsscheine).

Um Short zu gehen, also auf fallende Kurse zu setzen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Einerseits können Leerverkäufe getätigt (geborgte Aktie werden verkauft), andererseits kann aber auch in entsprechende derivative Produkte – zum Beispiel in Zertifikate, Optionsscheine oder Short-ETFs – investiert werden. Derivative Short-Produkte bilden eine inverse Wertentwicklung des entsprechenden Basiswerts ab.

TIPP! Anleger können mit diesen Instrumenten auf Kursentwicklungen in beide Richtungen setzen oder sich die unterschiedlichen Instrumente vor allem in unsicheren Zeiten zur Absicherung verwenden.

Wie Sie Trends erkennen

Ob Short Produkte zum Einsatz kommen, hängt von der erwarteten Entwicklung eines Basiswerts ab. Hier können fundamentale Kriterien, wie zum Beispiel die vermutete negative Wertentwicklung einer Aktie aufgrund einer rückläufigen Unternehmensentwicklung ausschlaggebend sein. Oder man setzt auf Werkzeuge der technischen Analyse, um Trends zu antizipieren.

Die Technische Analyse wird oft auch Chartanalyse oder Charttechnik genannt. Dabei wird die vergangene Kursentwicklung eines Wertes auf spezielle Indikatoren, die auf eine mögliche zukünftige Kursänderung hindeuten, untersucht.

TIPP! Jegliche Chartsignale sollten mit gesundem Menschenverstand beurteilt werden. Märkte neigen zur Übertreibung, ähnlich wie Menschen - sie werden ja auch von Menschen gemacht.

Trends erkennen mit Technischer Analyse

Die quantitative Analyse von Unternehmen bedient sich einer Reihe an Kennzahlen. Hier ist eine Auswahl der wichtigsten im Überblick.

Trendkanäle

Für die allgemeine eigenen sichMarktbeobachtung die sogenannten Trendkanäle – das ist der Bereich, in dem eine normale Entwicklung eines Basiswerts angenommen wird. Würde der Trendkanal nach oben oder unten durchbrochen werden, könnte dies ein erstes Kauf- oder Verkaufssignal darstellen. Geht man davon aus, dass sich der Kurs innerhalb des Trendkanals weiterbewegt, wird, wenn die obere Begrenzungslinie erreicht wird, können Short-Produkte in Betracht gezogen werden. Umgekehrt wird könnte bei Erreichen der unteren Linie des Trendkanals Long gegangen werden.

Gleitender Durchschnitt

Ein weiterer wichtiger Aspekt kann sein, ob ein Basiswert eine extreme Abweichung von seinem gleitenden Durchschnitt auf den verschiedenen Zeitebenen hat - dies markiert der Erfahrung nach häufig Wendepunkte. So würde man bei einer großen Abweichung vom Mittelwert nach oben von einer bevorstehenden Korrektur ausgehen und dementsprechend Short gehen.

Relative Stärke Indikator

Zusätzlich kann bei Analysen von kürzeren Zeiträumen der RSI (Relative Stärke Indikator) angewandt werden, um eine Grundtendenz erkennen zu können. Dabei wird die Kursveränderung zur vergangenen Entwicklung gesetzt. Steigt der Indikator über 80 (von 100) wird davon ausgegangen, dass der Markt überkauft ist und es wird mit Short-Produkten auf fallende Kurse gesetzt. Bei einem niedrigen Wert von unter 20 Punkten vom umgekehrten Szenario ausgegangen und in Long-Produkte investiert.

Bei Analysen über einen längeren Zeithorizont bezieht er zusätzlich wichtige Termine (Zinsentscheide, Einkaufsmanagerindizes, etc.) in seine Entscheidungen mit ein.

 

TIPP! Ein einzelner Indikator stellt selten ein Kaufs- oder Verkaufssignal dar. Um die richtigen Kaufentscheidungen zu treffen, bedarf es der Berücksichtigung mehrerer Faktoren und ihrem Zusammenspiel.