Passiv oder aktiv? Das richtige Investment für jeden Typ

 

Beim Investieren an der Börse gibt es zwei grundlegende Strategien. Zum einen kann man aktiv investieren und dabei mit Value-, Timing- oder unzähligen anderen Strategien versuchen, den Markt zu schlagen. Zum anderen kann man passiv investieren und damit auf die Performance des Gesamtmarktes setzen. Wie das funktioniert und welche Vor- und Nachteile der passive Investmentansatz hat, erklären die folgenden Absätze.

Was sind ETFs?

In der Praxis funktioniert passives Investieren heute über Exchange Traded Funds (ETFs). Dabei handelt es sich um börsengehandelte Investmentfonds, welche einen bestimmten Index passiv abbilden - also seine Wertentwicklung schlicht möglichst genau widerspiegeln. Anleger setzen auf ETFs, wenn sie nicht daran glauben, dass sie selbst oder ein Fondsmanager langfristig in der Lage sind, den Markt zu schlagen.

Welche Vorteile haben ETFs?

Setzt ein Anleger etwa auf einen ETF, der den MSCI World abbildet, anstatt selbst nach den besten globalen Aktien zu suchen, erspart er sich nicht nur Zeit, sondern streut vor allem sein Risiko. Anstatt auf wenige ausgewählte Einzeltitel zu setzen, investiert er über einen MSCI World ETF in über 1.600 Unternehmen. Ein besichertes Sparbuch ist das selbstverständlich trotzdem nicht.

Als ETF-Investor muss man sich zwar über das Schicksal einzelner Unternehmen kaum Gedanken machen, aber auch der Gesamtmarkt unterliegt Schwankungen. Von dieser Volatilität kann auch ein ETF nicht befreien. Wer sein Geld also kurzfristig zur Verfügung haben will, sollte von Aktieninvestments die Finger lassen. Ist man allerdings bereit auch mal ein oder zwei schlechte Jahre auszuhalten, wird man dafür reich belohnt. Der MSCI World weist eine durchschnittliche historische Rendite von knapp acht Prozent pro Jahr auf.

Warum kein aktiver Fonds?

Bei entsprechend langfristigem Engagement (bestenfalls mindestens 10 Jahre) können sich die Renditen gerade vor dem Hintergrund des Nullzinsumfeldes also sehen lassen. Auch aktiv gemanagte Fonds können eine derartige Leistung langfristig meist nicht erzielen. Das ergab unter anderem eine Studie von Malkiel, der die Performance von 283 Aktienfonds über einen Zeitraum von acht Jahren betrachtete. Nach den ersten vier Jahren sowie am Ende des Betrachtungszeitraums erstellte er eine Renditen-Rangliste. Jene Fonds, die nach vier Jahren an der Spitze lagen, waren am Ende der Periode weit abgeschlagen. Von den ehemaligen Top Ten, schafften es nur drei unter die Top 100.

Neben dieser Tatsache sprechen vor allem die Kosten gegen aktive Fonds. Denn diese sind zum Teil deutlich teurer als ihre passiven Geschwister. Die Gesamtkosten (Total Expense Ratio, kurz TER) bei passiven Fonds liegen meistens irgendwo zwischen 0,1 bis 0,8 Prozent, jene von aktiven zwischen 1,0 und 2,5 Prozent.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen ETFs und Fonds

Neben dem klaren Kostenvorteil überzeugen ETFs auch mit einer größeren Transparenz. Während aktive Fonds meist nur die größten Positionen ihres Portfolios ausweisen, kann man die Vermögensverteilung eines ETFs bis ins Detail nachvollziehen.

Für ETFs spricht außerdem die große Risikostreuung. Ein aktiver Fonds auf den S&P 500 versucht schließlich den Index zu schlagen und wählt darum einzelne Aktien aus. Der ETF bildet den Index einfach ab. Weniger Aktien bedeuten tendenziell ein höheres Risiko auf Seiten des aktiven Fonds. Gleichzeitig besteht natürlich auch die Chance auf Gewinne über Marktrendite. Aktive Fonds können also besser performen als passive und ihr Geld damit durchaus wert sein. Die Regel ist das aber nicht.

Kriterium

ETFs Fonds
Investmentansatz passiv, folgt einem Index aktiv, setzt auf ausgewählte Aktien
Gesamtkosten 0,1 bis 0,8 % pro Jahr 1,0 bis 2,5 % pro Jahr
Risiko-Rendite-Vergleich breite Risikostreuung Chance auf Outperformance

ETFs kaufen - aber wann?

Entscheidet man sich nun in einen ETF zu investieren, bleibt die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt. Meldungen über Börseneuphorie oder bevorstehende Crashs wechseln sich beinahe täglich ab. Der smarte passive Investor zerbricht sich darüber gar nicht erst den Kopf und setzt auf die zeitliche Streuung seines Investitionsbetrages. Kauft man in regelmäßigen Abständen um den gleichen Betrag, wird man mal günstig und mal teuer zugreifen. Im Zeitverlauf gleicht sich diese Über- und Unterperformance dann aus. Was bleibt, ist die bereinigte Marktperformance. Im Fachjargon nennt man das den „Cost Average“- oder auch Durchschnittskosteneffekt. In der Praxis funktioniert dieses regelmäßige Investieren meist über von Brokern angebotene Sparpläne mit monatlichen oder quartalsweisen Raten.

6 ETFs mit unterschiedlichen Ansätzen

Eine Auswahl aus der Liste der 100 größten ETFs nach Fondsvolumen (Stand: 04.02.2020)

ISIN Name Verwaltetes Vermögen (in US-Dollar) Ausrichtung
US78462F1030 SPDR S&P 500 ETF 307.854.595,32 US-Index S&P 500
US46090E1038 Invesco QQQ 88.713.805,93 US-Index NASDAQ 100
US9219438580 Vanguard FTSE Developed Markets ETF 77.936.016,74 Industriestaaten ohne USA
US4642872265 iShares Core U.S. Aggregate Bond ETF 72.786.951,25 US-Anleihen
IE00B3VVMM84 Vanguard FTSE Emerging Markets ETF 63.694.575,70 Entwicklungsländer
US81369Y8030 Technology Select Sector SPDR Fund 27.198.808,67 Tech-Sektor

Wie unterscheiden sich die sechs ausgewählten ETFs?

Die weltweit größten ETFs werden dominiert von Fonds auf den US-Aktien- und Anleihenmarkt. Mit die größten unter ihnen sind der SPDR S&P 500 ETF, welcher den S&P 500 Index abbildet, der Invesco QQQ, der den NASDAQ 100 spiegelt und der iShares Core U.S. Aggregate Bond ETF, der in US-Unternehmens- und Staatsanleihen investiert. Wem diese US-Ausrichtung nicht zusagt, der kann auf den Vanguard FTSE Developed Markets ETF setzen. Im Fonds enthalten sind Aktien aus über 20 etablierten Ländern, US-Aktien sind explizit nicht dabei. Ein Engagement in Schwellenländer bzw. aufstrebende Volkswirtschaften ist etwa über den Vanguard FTSE Emerging Markets ETF möglich. Der Indexfonds investiert in Aktien aus China, Brasilien, Taiwan und Südafrika. Unter den weltweit größten ETFs finden sich auch einige Branchen-Fonds. So etwa der Technology Select Sector SPDR Fund. Der Index, den dieser Fonds abbildet, beinhaltet große und mittelgroße Tech-Aktien, mit US-Schwerpunkt. Die größten Positionen sind Microsoft, Apple und Visa.

Welche Alternative zu ETFs und Fonds gibt es?

Will man sich als Anleger nicht mit der Marktperformance zufriedengeben und ist gewillt etwas höheres Risiko einzugehen, können wikifolio-Zertifikate genau das Richtige sein. Mit einer deutlich über dem Markt liegenden, durchschnittlichen jährlichen Rendite von rund 15 Prozent und einer attraktiven Gebührenstruktur, vereinen sie die Vorteile von ETFs und aktiven Fonds.

Das gelingt zum Beispiel den wikifolio-Tradern Thomas Dittmer und Stefan Heizmann. Mit ihren wikifolios Spezialwerte und Zinsfuß konnten sie seit Beginn im Jahr 2013 bisher eine Gesamtrendite von über 200 Prozent (per Anfang Februar 2020) erzielen. Dittmers Erfolgsrezept ist das Value-Investing in hauptsächlich deutsche Titel. Heizmann setzt vor allem auf unterbewertete, meist nicht zyklische Aktien, aus verschiedenen Währungsräumen.

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