Die Aktienkurse von Berliner Unternehmen haben auch 2021 wieder zugelegt: Anleger, die auf Berliner Aktien gesetzt haben, konnten in diesem Jahr einen Kursgewinn von +9 % verzeichnen. Das hat eine Analyse von wikifolio.com, Europas führender Online-Plattform für private und professionelle Trader, ergeben. Den Vorjahresplatz als unangefochtene Nummer 1 im deutschen Großstadtvergleich mussten die Hauptstadt-Unternehmen, die bin in den Herbst noch die beste Performance aufweisen konnten, allerdings abgeben: Frankfurter Unternehmen legten 2021 durchschnittlich um 21,2 % zu und Münchner Unternehmen verzeichneten einen Zuwachs von +20,1 %. Damit verdrängten sie die Berliner Aktionäre im deutschen Großstadtvergleich auf Platz drei. Hamburg (+3,8 %) und Düsseldorf/Köln (+1,8 %) landen mit großem Abstand auf den Plätzen vier und fünf.

Im Vorjahr konnten die Berliner Unternehmen mit ihren innovativen und digitalen Geschäftsmodellen ein rasantes Wachstum verzeichnen, da diese von den Folgen der Corona-Pandemie deutlich weniger betroffen waren als viele traditionelle deutsche Industriezweige. Im laufenden Jahr legten diese Werte nun Verschnaufpausen ein: So wuchs HelloFresh, der Zutatenversand für das Kochen zu Hause, 2021 um rund 7 %, nachdem sich der Wert im Vorjahr verdreifacht hatte. Und der Kurs des Essenslieferanten Delivery Hero, gab sogar um -27 % nach (Vorjahr +70 %). Auch der Onlinehändler Zalando (-25 %) und die Deutsche Wohnen (-14 %) konnten dieses Jahr nicht überzeugen. Das Wachstum der Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG allerdings, blieb auch 2021 beeindruckend: mit einem Kurszuwachs von über 114 % konnte das Berliner Unternehmen seine Anleger 2021 erneut überzeugen und war die stärkste Aktie im Berliner Portfolio.

„Die Städtewikifolios zeigen, dass Berlin mit einem breiten Portfolio zukunftsorientierter Geschäftsmodelle im Aktienmarkt vertreten ist“, sagt Andreas Kern, Gründer und CEO von wikifolio.com. „Ich bin zuversichtlich, dass die Berliner Gründerszene in den nächsten Jahren noch einige weitere Unternehmen hervorbringen wird, die für dynamisches Wachstum sorgen.“

Frankfurter Aktien durchweg im Plus, Münchener sehr unterschiedlich.

Diesjähriger Sieger des wikifolio-Städtevergleichs ist aber Frankfurt: Hier haben sich die Aktien des durch die Corona-Pandemie stark betroffenen Flughafenbetreibers Fraport (+30 %) sehr gut erholt, ebenso wie die der Banken, wie beispielsweise Deutsche Bank (+27 %) und Commerzbank (+27 %). Auch der Gabelstapler Hersteller Kion profitiert von der wirtschaftlichen Entwicklung mit einem Kursanstieg von 33 %. Den größten Kurssprung in Frankfurt verzeichnete allerdings AmadeusFire, ein Personaldienstleister, der insbesondere kaufmännische- und IT-Mitarbeiter vermittelt. Insgesamt konnten sämtliche Frankfurter Aktien, die in DAX, MDAX, SDAX und TecDAX verzeichnet sind, zulegen.

Aktionäre die 2021 im Münchner Unternehmen investiert waren, erlebten äußerst unterschiedliche Aktienkursentwicklungen: Während Zooplus übernahmebedingt ein beeindruckendes Kursplus von insgesamt 176% verzeichnete, erlebten Anleger, die in die Auto 1 Group investiert hatten, einen Wertverlust von 61 %. Die Nemetschek SE, ein Anbieter von Software für Architekten, Ingenieure und die Bauindustrie konnte vom aktuellen Bauboom profitieren und legte um knapp 90% zu. Und auch Wacker Neuson Group, die Baugeräte und Kompaktmaschinen herstellt, konnte ihren Aktienwert um rund 48 % steigern. Schwergewichte wie Siemens (+28%) oder BMW (+25%) konnten da nicht mithalten.

Erneuerbare Energien drücken Hamburger Aktien-Performance

Auch die Hamburger Unternehmen nahmen 2021 recht unterschiedliche Entwicklungen: Mit am besten schnitt der Kupferproduzent und -Wiederverwerter Aurubis ab, dessen Aktien rund 34 % an Wert zulegten. Gleichauf entwickelte sich die auf Büro- und Gewerbeimmobilien spezialisierte alstria office REIT-AG entwickelten mit einem Plus von ebenso 34 %. Verluste mussten sowohl der Nivea Hersteller Beiersdorf und die TAG Immobilien AG hinnehmen – mit einem Minus von jeweils rund 5 %.

Erneuerbare Energien hatten es 2021 in Hamburg besonders schwer: sowohl die Encavis AG (-32 %), ein Produzent von Strom aus erneuerbaren Energien als auch der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex (-29 %) verloren deutlich an Wert, so dass sich die Aktionäre der Hamburger Unternehmen dieses Jahr lediglich mit 3,8 % Kurszuwachs insgesamt zufriedengeben mussten.

Zur Systematik

wikifolio.com hat für die fünf größten Aktien-Standorte Deutschlands Aktienkörbe erstellt. Diese Musterportfolios (wikifolios) setzen sich gleichgewichtet aus Unternehmen in DAX, MDAX, SDAX und TecDAX zusammen, die in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt ihren Hauptsitz haben; Köln und Düsseldorf wurden zu einem wikifolio zusammengefasst. Eine Übersicht zu den Städtewikifolios finden Sie hier: www.wikifolio.com/de/de/p/lokal.