30.09.2014| Von: Andreas Kern |

Wenn Unternehmen von einzelnen Personen abhängig sind, ist das auf lange Sicht immer eine gefährliche Konstellation. Bei dem Versicherer Allianz kann man in diesen Tagen fast den Eindruck gewinnen, als sei eine solche Abhängigkeit gegeben. Der Insidern zufolge völlig logische, für die meisten Marktteilnehmer aber doch sehr überraschende Rücktritt des Pimco-Chefinvestors Bill Gross hat am Freitag zu einem deutlichen Kursrückgang der Allianz-Aktie geführt. Der Börsenwert des Unternehmens ist dadurch um rund 4 Milliarden Euro gesunken.

Anleger fürchten nach dem Abgang des renommierten Portfolioverwalters, dass zahlreiche Anleger nun ihr Kapital aus dem über 200 Milliarden Dollar schweren Anleihefonds „Pimco Total Return Fund“ abziehen. Bei der Allianz-Tochter selbst hingegen herrscht nach dem Ende des Personenkults und der zuletzt nur unterdurchschnittlichen Performance des Fonds wohl Erleichterung und Aufbruchstimmung. Die Trader bei wikifolio.com begreifen den Kursrutsch der Allianz-Aktie mehrheitlich als Einstiegschance.Auf Seiten der Analysten ist man größtenteils etwas vorsichtiger und will erst einmal abwarten, wie hoch die Kapitalabflüsse tatsächlich ausfallen. Immerhin hatte die Allianz bei ihrem Ziel eines operativen Ergebnisses von 9,5 bis 10,5 Milliarden Euro in diesem Jahr einen Beitrag der Fondstochter in Höhe von 2,5 bis 2,9 Milliarden Euro einkalkuliert. Inwieweit das nun noch realistisch ist werden die kommenden Wochen und Monate zeigen.

Alexander Weckerlein („Apollo“), dessen Ausführungen zu „Meine Grundsätze“ in der Beschreibung seiner Person von reichlich Börsenerfahrung zeugen und sehr lesenswert sind, hat die Allianz-Aktie am Montag jedenfalls in sein sehr breit gestreutes wikifolio „Global Low Volatility“ aufgenommen. Der Kommentar „Kauf Allianz. Der Sell-Off ist langfristig unbegründet...“ deutet darauf hin, dass er die Aktie wohl nicht so schnell wieder verkaufen wird. Dafür spricht auch der Hinweis in der Rubrik „Handelsidee“, wo der Trader davon spricht, dass „die Titelselektion Ausdruck einer Überzeugung der Sicherheit und des inneren Werts des Unternehmens ist“ und deshalb „einzelne Aktien grundsätzlich länger als etwa 3 Monate im Portfolio verweilen“ sollen. Das im November 2012 aufgelegte wikifolio verzeichnet eine Performance von knapp 18 Prozent, wobei der Anstieg recht stetig verlief. Der maximale Rückgang von bislang lediglich 4,8 Prozent passt perfekt zu dem vorgegebenen Ziel eines „volatilitätsarmen Absolut-Return-Ansatzes“. Das dazugehörige Zertifikat ist seit rund sechs Wochen investierbar (ISIN: DE000LS9CQZ4).

Die 10 Aktien mit den meisten Trades (Stand: 22.09.2014 - 29.09.2014)

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Basis: Alle investierbaren wikifolios

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch Stephan Helmich, der bei seinem als „Langzeitinvestment“ angepriesenen wikifolio „AbsoluteReturn“ eine „positive absolute Rendite“ erwirtschaften möchte, ohne sich dabei starr an einer Benchmark zu orientieren. Mit einem Plus von gut 23 Prozent und einem maximalen Verlust von nur 8,6 Prozent seit dem Start im Januar 2013 ist das bisher ganz gut gelungen. In das aktuell mehr als 70 Aktien umfassende wikifolio hat Ende der vergangenen Woche mit der recht simplen Begründung „Kursrutsch zum Einstieg genutzt“ auch die Allianz Einzug gehalten (ISIN des Zertifikats: DE000LS9ANH3).

Alle wikifolios mit Allianz (ISIN: DE0008404005) im Depot