01.07.2017| Von: Robert Wanner |

Lange Zeit waren Investmentfonds für Privatanleger die einzige Möglichkeit, auch mit kleinem Geldbeutel breit gestreut in verschiedene Wertpapiere zu investieren. In den vergangenen Jahren sind jedoch einige neue Anlagevehikel auf den Markt gekommen, die als echte Alternativen dienen. Vor allem die als ETF abgekürzten Exchange Traded Funds werden bei Investoren immer beliebter. Die Frage, welche Produktform „die Bessere“ ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Hier die wichtigsten Informationen und Unterschiede:

Investmentfonds – Aktives Portfoliomanagement

Klassische Investmentfonds zeichnen dadurch aus, dass ein Fondsmanager entscheidet, welche Wertpapiere in dem Fonds enthalten und wie sie gewichtet sind. Im Rahmen der im jeweiligen Verkaufsprospekt definierten Vorgaben können der oder die Verantwortlichen frei entscheiden. Durch diesen aktiven Ansatz bietet sich grundsätzlich die Möglichkeit einer von der Benchmark abweichenden Performance. Dank der langen Historie vieler Fonds können Anleger zahlreiche Daten zur bisherigen Entwicklung einsehen.

Exchange Traded Funds – Passive Indexabbildung

Bei den auch als Indexfonds bezeichneten ETFs gibt es keinen Fondsmanager. Stattdessen wird in dem Portfolio die Wertentwicklung des als Basiswert dienenden Index möglichst eins zu eins abgebildet. Große Abweichungen von der Benchmark-Performance sind durch diesen passiven Ansatz nicht zu erwarten. Das weltweit in ETFs investierte Anlagevolumen hat sich seit Ende 2012 mehr als verdoppelt. In Deutschland werden mehr als 1000 ETFs angeboten.

Die Kosten im Vergleich

Durch das aktive Management sind die durchschnittlichen Kosten bei Investmentfonds höher. Die als Total Expense Ratio (TER) ausgewiesene Gesamtkostenquote liegt je nach Fondstyp grob zwischen 0,5 und 2,5 Prozent p.a.. Hinzukommen können eine performanceabhängige Gebühr sowie der einmalig beim Kauf zu zahlende Ausgabeaufschlag. Da viele Fonds mittlerweile auch über die Börse gehandelt werden, kann der letztgenannte Kostenblock ggf. umgangen werden. Dafür müssen Anleger dann Transaktionskosten und Börsengebühren sowie den Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) zahlen.

Diese Kosten fallen auch bei ETFs an, die ebenfalls über die Börse gekauft werden. Die regelmäßigen Gebühren sind dafür (zum Teil deutlich) geringer. Bei ETFs auf Standard-Indizes wie den DAX oder den Euro Stoxx 50 liegt die TER zumeist zwischen 0,1 und 0,2 Prozent pro Jahr. Bei exotischen Indizes kann die Gebühr in einigen Fällen bis zu 1 Prozent p.a. ansteigen.

Die Performance im Vergleich

In zahlreichen Studien ist festgestellt worden, dass es nur wenigen aktiv gemanagten Investmentfonds gelingt, den jeweiligen Vergleichsindex dauerhaft zu schlagen. Trotzdem gibt es hier immer wieder positive Ausnahmen. Die regelmäßig anfallenden Kosten (auch durch interne Umschichtungen) erweisen sich beim direkten Vergleich natürlich als Nachteil. Zudem ist es gerade in sehr effizienten Märkten relativ schwer, durch fundierte Analysen einen Vorteil herauszuarbeiten, der dann auch eine nachhaltige Outperformance nach sich zieht. In Märkten, die weniger im Fokus der Öffentlichkeit stehen und wo es zum Beispiel zu den Unternehmen nur wenig öffentlich zugängliche Informationen gibt, kann ein guter Fondsmanager durch seine Expertise aber durchaus einen nennenswerten und auch nachhaltigen Mehrwert für seinen Fonds und damit die investierten Anleger generieren.

Die Hauptmerkmale von Investmentfonds und ETFs:

  • Bei Investmentfonds entscheidet ein Fondsmanagement über die Zusammensetzung
  • Die Performance kann dadurch stark von dem Vergleichsindex abweichen
  • Bei ETFs wird der zu Grunde liegende Index möglichst eins zu eins abgebildet
  • Die durchschnittlichen Kosten sind bei ETFs zum Teil deutlich geringer
  • Dafür kann die Expertise der Fondsmanager ggf. einen echten Mehrwert bringen

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