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Finfluencer-Event von wikifolio & HSBC – Strategie, Verantwortung und Psychologie

Was unterscheidet erfolgreiche Finfluencer von der Masse? Wie entsteht Vertrauen im Finanz-Kontext? Und warum steht uns unser eigener Kopf beim Investieren so oft im Weg?

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Beim gemeinsamen Top-Trader Event von wikifolio und HSBC in Düsseldorf drehte sich alles um genau diese Fragen. Im Fokus: Influencer, Content Creator und ihre Rolle in der Finanzkommunikation.

Drei hochkarätige Speaker gaben dabei spannende Einblicke – von Personal Branding, praxisnahen Tipps für Content-Creators, über Einblicke in das Marketing einer renommierten Bank, bis hin zu den psychologischen Fallstricken an der Börse.

Mit dabei waren Finfluencer und Steuerberater Oliver Stöhring (@ollinichtimdienst, @cashcocktail), Annchristin Jahnel (HSBC) sowie Matthias Hüppe (HSBC), die ihre Perspektiven aus der Marketing-Praxis und dem Behavioral Finance teilten.

Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus den drei Vorträgen:

1. Oliver Stöhring: Die Macht der Personal Brand und steuerliche Solidität

Oliver Stöhring ist Finfluencer, Unternehmer und Steuerberater. Als @ollinichtimdienst & Teil von @cashcocktail hat er sich über Social Media eine starke Personal Brand aufgebaut und zeigt, wie man mit Social Media im Finanzkontext Erfolg haben kann. Er schöpft dabei aus seiner Erfahrung von 20 Jahren in der Finanzverwaltung, die er zu Gunsten einer Karriere als Finanz- & Steuer-Influencer hinter sich gelassen hat.

  • Die „Geheimformel“ für Trader: Warum ist Performance für wikifolio-Trader oft nur die halbe Miete? Stöhring erklärt in seinem Vortrag den „Kreislauf der Chance“. Er zeigt auf, wie man aus nackten Zahlen eine Personal Brand macht, der Menschen wirklich vertrauen

  • "Konstanz schlägt alles": Stöhring warnte vor dem typischen Fehler, mit viel Energie zu starten und dann nachzulassen. Reichweite erfordere Geduld und einen festen Rhythmus – Social Media sei kein Sprint, sondern ein Marathon.

  • Authentizität vor Perfektion: Er erzählte offen, dass sein Kanal @cashcocktail massiv davon profitierte, dass er und sein Partner Lukas begannen, ihr Gesicht zu zeigen. Seine Erkenntnis: "Menschen folgen nahbaren Menschen, nicht der Perfektion". Da gehöre es dazu auch einmal Fehlentscheidungen und schlechte Trades zu zeigen.

  • Steuertipps für Creator: Er rät als Creator dazu frühzeitig realistische Vorauszahlungen zu leisten und lückenlos zu dokumentieren und im Zweifelsfall immer die offene Kommunikation mit dem Finanzamt zu suchen. Anderenfalls könnte es zu hohen Nach- und Vorauszahlungen kommen.

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2. Annchristin Jahnel: Verantwortungsvoller Content und Compliance

Annchristin Jahnel von HSBC Zertifikate verdeutlichte, dass für ein Finanzinstitut der "Education-first"-Ansatz an erster Stelle steht und auf was aus rechtlicher und ethischer Sicht bei der Erstellung von Content zu beachten ist.

Die "Benimmregeln" der BaFin: Ein zentraler Teil waren die Verhaltensregeln für Finfluencer. Werbung muss "Klar, Sichtbar & von Anfang an" gekennzeichnet sein. Ein No-Go ist es, etwa den Hashtag "#ad" zwischen 20 anderen Hashtags zu verstecken.

  • Fit-Check für Kooperationen: HSBC prüft Creator streng nach Werten, Auftritt und bisherigen Interaktionen.

  • Absolute No-Gos: In Finanz-Kooperationen haben Gewinnversprechen ("garantiert", "sicher") oder Druckmittel ("letzte Chance", "musst du jetzt kaufen") keinen Platz.

  • Reale Warnbeispiele: Sie erinnerte an Fälle wie die "Scalping Wallstreet Story", bei der ein Redakteur wegen Kursmanipulation verurteilt wurde, oder Finfluencer, die mit Luxus-Lifestyles locken.

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3. Matthias Hüppe: Warum der Kopf dem Depot oft im Weg steht

Matthias Hüppe lieferte eine faszinierende Analyse zum Thema Behavioral Finance. Er stellte den rationalen "Homo Oeconomicus" dem emotionalen "Homo Psychologicus" gegenüber, der Entscheidungen aufgrund von Euphorie oder Panik trifft.

  • Framing-Effekt: Er demonstrierte, wie identische Informationen je nach Darstellung unterschiedlich wirken. So kann eine Nachricht über einen Kurssturz des Dow Jones von "nur" 4,6 %, durch ein unseriöses Framing (Darstellung der Veränderung in Punkten statt Anteil) und reißerische Headlines Panik auslösen, die in Realität gar nicht gerechtfertigt ist.

  • Overconfidence: Ein beeindruckendes Beispiel für Selbstüberschätzung: In Umfragen hielten sich 82 % der Autofahrer für überdurchschnittlich gut (unter den besten 30 %) – eine statistische Unmöglichkeit, die sich direkt auf das Trading übertragen lässt.

  • Das Problem der Hyperaktivität: Hüppe nutzte das Elfmeter-Experiment: Torhüter springen fast immer nach links oder rechts, obwohl statistisch gesehen das Stehenbleiben in der Mitte oft die besten Chancen böte. Im Trading ist es ähnlich, schließlich sagte schon Warren Buffett: "Aktivität korreliert nicht mit Leistung".

  • Dispositionseffekt & Anchoring: Anleger neigen dazu, an "Ankerwerten" wie dem Einstiegskurs festzuhalten ("Ich verkaufe erst, wenn ich wieder beim Einstieg bin") und Verluste "auszusitzen", während Gewinne zu früh mitgenommen werden.

Hier die vollständige Präsentation herunterladen

Fazit

Die drei Vorträge machten deutlich: Wer an der Börse und auf Social Media langfristig Erfolg haben will, braucht neben guter Performance auch Disziplin, Authentizität und seriöses Auftreten, denn Strategie bringt die Performance, aber erst Vertrauen & Kommunikation bringt die Investoren.


Disclaimer: Jedes Investment in Wertpapiere und andere Anlageformen ist mit diversen Risiken behaftet. Es wird ausdrücklich auf die Risikofaktoren in den prospektrechtlichen Dokumenten der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft (Endgültige Bedingungen, Basisprospekt nebst Nachträgen bzw. den Vereinfachten Prospekten) auf www.wikifolio.com, www.ls-tc.de und www.ls-d.ch hingewiesen. Sie sollten den Prospekt lesen, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Prospekts von der zuständigen Behörde ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Die Performance der wikifolios sowie der jeweiligen wikifolio-Zertifikate bezieht sich auf eine vergangene Wertentwicklung. Von dieser kann nicht auf die künftige Wertentwicklung geschlossen werden. Der Inhalt dieser Seite stellt keine Anlageberatung und auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.