Roaring Twenties

Der österreichische Anlegerwettbewerb, die Investors Challenge #IC19, geht dem Ende entgegen, das Jahr 2019 und die 10er Jahre ebenso. Am Vorabend des neuen Jahrzehnts ist es Zeit für einen Rückblick und einen Ausblick auf die großen Trends, die in den 20er Jahren auch an den Börsen das Geschehen bestimmen werden.

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Quelle: freepik.com

Die 10er Jahre

Krisen und Krisenbewältigung, Migration, Populismus und wachsender Nationalismus, der unaufhaltsame Aufstieg Chinas und der bodenlose Fall der Zinsen – das vergangene Jahrzehnt war sicher nichts für schwache Nerven. Die Eurokrise, ein multipler Kollateralschaden aus Staatsschuldenkrise, Bankenkrise und Wirtschaftskrise, hat die EU in Atem gehalten. Zu den großen Problemfällen – allen voran Griechenland, Italien und Spanien – kam das Brexit-Votum vom Juni 2016 und dann auch noch im Jänner 2017 als erratischer, nicht einzuschätzender globaler Unsicherheitsfaktor.

Ungeachtet aller Risikofaktoren waren die vergangenen zehn Jahre an den Börsen dennoch von einem Aufwärtstrend gezeichnet, der den Anlegern und Tradern – entsprechendes Geschick, Weitsicht und Know-how vorausgesetzt – stabile Gewinne einbrachte.

Der österreichische Aktienindex ATX ist etwa von Jänner 2010 bis Mitte November 2019 von 2.495 auf 3.185 Punkte (+ 27,65 Prozent) gestiegen. Der deutsche DAX hat sich von 6.010 auf 13.228 Punkte mehr als verdoppelt (+ 120 Prozent). Der Dow Jones hat von 10.547 Punkten ausgehend ein All-Time-High nach dem anderen erzielt und notierte zuletzt bei 28.000 Punkten (+ 165 Prozent). Den Vogel abgeschossen hat der S&P 500, der in der gleichen Zeit von 1.128 Punkte auf 3.120 Punkte (+ 176 Prozent) geklettert ist.

Das Jahr 2020

Und wie geht es weiter? Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten sollte auch im Jahr 2020 weiter anhalten, denn obwohl die Wirtschaft etwas an Schwung verloren hat, ist eine Rezession in weiter Ferne. Die deutsche Wirtschaft, gemeinhin auch als Europas Konjunkturlokomotive bezeichnet, scheint sich wieder erfangen zu haben. Der Abschwung scheint nicht so stark auszufallen wie befürchtet und zu Beginn des Jahres 2020 sollte er wieder in einen Aufwärtstrend übergehen. Seitens der Notenbanken gibt es keinen Anlass, die Zinsen zu erhöhen und auch der Brexit dürfte doch einigermaßen geordnet über die Bühne gehen. Als einzigen wahren Unsicherheitsfaktor kann man aktuell US-Präsident Trump bezeichnen, doch auch mit seinem Wankelmut haben die Märkte zu leben gelernt. Es wird auch nicht mehr jeder Tweet von @realDonaldTrump auf die buchstäbliche Goldwaage gelegt.

Schon das dritte Quartal 2019 ist überdurchschnittlich positiv ausgefallen. Das hat auch den Tradern der Investors Challenge #IC19 eine außergewöhnliche Performance beschert. Andreas Kern, Gründer und CEO von wikifolio.com, zollt ihnen Respekt: „Die Ergebnisse der Top-Trader in den einzelnen Risikoklassen sind gerade in der besonders herausfordernden Marktphase beeindruckend.“ Stefan Danzl, Asset-Manager bei der Hypo Tirol Bank, analysiert die Top-Portfolios: „Die Spitzenreiter fahren meist eine High-Conviction-Strategie mit wenigen Titeln. Ein Erfolgsrezept war auch, zu Beginn der Challenge in Goldminen-Aktien zu investieren und diese nach dem massiven Anstieg nun in zyklische Titel zu drehen.“

Welche Lehren können Anleger von den Tradern für 2020 ziehen? Manfred Nosek, Leiter des Onlinebrokers bankdirekt.at, weiß: „Man sieht klar, es führen zwei Wege zum Erfolg. Eine 'Buy and hold'-Strategie mit nur wenigen Aktien oder ein sehr aktives Trading.“ Man sollte sich aber klar für eine entscheiden und nicht in der falschen Börsenlage wechseln. Denn Hypo-Tirol-Bank-Experte Danzl weist auf einen Fehler bei manchen Tradern hin: „Oft wurde nicht an einer Investmentstrategie festgehalten, Aktien zu früh wieder verkauft und Zugewinne gingen dadurch verloren.“ Außerdem gilt zu bedenken, dass die Zahl der Transaktion rasch zu groß werden kann. Danzl erklärt: „Der Bid-Ask-Spread, also der Unterschied zwischen dem Ankaufs- und Verkaufskurs, hat dabei einen guten Teil der Performance verbrannt.“ 

Das nächste Jahrzehnt

Die Quintessenz, dass kurzfristige Gewinne an den Börsen zwar möglich, aber mit einem hohen Risiko verbunden sind, während langfristige Strategien und ausgewogene Portfolios gleichmäßigere und umso nachhaltigere Renditen sichern, gilt besonders auch in Hinblick auf das nächste Jahrzehnt. Wer jetzt auf die großen Trends setzt, hat die Gelegenheit, an der künftigen Entwicklung der Innovationstreiber in diesen Gebieten entsprechend zu partizipieren.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind zu Megatrends in der Investmentbranche geworden. Zahlreiche Fondsgesellschaften, die bislang einen umfassenderen Ansatz mit Ethikfonds verfolgt haben, haben nun ganz gezielt reine Umweltfonds aufgelegt. Mit Erfolg. Der Kepler Umwelt Aktienfonds wurde vor rund einem Jahr gestartet und hat seither ein Plus von 33 Prozent erzielen können. Der Erste WWF Stock Environment, der von der Erste Bank mit Unterstützung des WWF gemanagte Umweltaktienfonds, bringt mit 26,4 Prozent in einem Jahr ebenfalls ein starkes Ergebnis.

Für umweltorientierte Investments bieten sich eine Reihe erfolgreicher Unternehmen aus den Bereichen Solartechnologie, Recycling oder Wasserinfrastruktur an, die zu den häufigsten Investmentzielen der Umweltfonds zählen.

First Solar beispielsweise ist das weltweit führende Unternehmen in der Solartechnik. Der Kurs der US-Aktie hat heuer schon um 80 Prozent zugelegt. Nach einem Gewinneinbruch gab der Kurs zwar massiv nach, die Zukunftschancen sind aber absolut intakt.

Ein weiterer Toptitel aus dem Solarenergiesektor ist SolarEdge . Das Unternehmen ist weltweit führender Anbieter von Technologielösungen für die Gewinnung von Energie aus Sonnenlicht. Ein weiterer Standardwert in den Portfolios der Ökofonds ist Tomra Systems , Weltmarktführer im Bereich Abfalltrennung und Recycling. Oder das US-Unternehmens Waste Management , das in den vergangenen fünf Jahren um 150 Prozent zulegen konnte.

Auch mit und rund um Wasserversorgung können hohe Gewinne erzielt werden. Die American Water Works -Aktie legte im Schnitt in den vergangenen fünf Jahren jeweils um 30 Prozent zu. Im weiteren Sinn wird auch die Danaher Corporation zu den Wasseraktien gezählt. Das US-Unternehmen ist führend bei der Entwicklung von Testsystemen für die Wasserqualität, aber auch in anderen umweltrelevanten Bereichen. Auch hier entwickelte sich der Kurs mit einem jährlichen durchschnittlichen Plus von 30 Prozent klar über dem Marktschnitt. Börsenotiert ist auch der französische Wasseraufbereitungsspezialist Veolia .

Beherrschende Themen der 20er Jahre werden auch die Zukunft der Mobilität und in diesem Zusammenhang Batterie-Elektrik, Technologien für autonomes Fahren, Photovoltaik, dezentrale Energieversorgung, Erneuerbare Energien und Strom-Speichersysteme oder die Wasserstoff-Elektrolyse sein. Hinzu kommt die weiter fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft und der Gesellschaft. Wer auf Technologieführer in diesen Bereichen setzt, hat im Sinne eines nachhaltigen Investments voraussichtlich gute Karten.

 


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