18.07.2017| Von: Nikolaos Nicoltsios |

Knapp fünf Prozent hat der DAX während der jüngsten Korrektur von seinem im vergangenen Monat markierten Allzeithoch verloren. Kein Beinbruch, aber vielleicht ein erstes Warnzeichen? Die meisten Investoren scheinen sich momentan nur wenige Sorgen zu machen. Jüngsten Berichten von den Terminbörsen zufolge waren die Anlegerdepots mit Blick auf den Optionsmarkt in diesem Jahr noch nie so wenig gegen fallende Kurse abgesichert wie aktuell. Das könnte über kurz oder lang durchaus zu einer Gefahr für den Aufschwung an den Aktienmärkten werden.

Absicherungen kosten fast immer nur Geld

Auch Oliver Stoermer von der Mademann & Kollegen GmbH erkennt bei den meisten Marktteilnehmern eine gewisse Sorglosigkeit, findet für die kaum vorhandenen Absicherungen aber auch ganz rationale Gründe: „Entstanden ist diese Situation zum einen dadurch, dass die Anleger glauben, aufgrund der seit Jahresanfang andauernden, stabilen Aufwärtsbewegung mit außergewöhnlich geringer Volatilität auf der ‚sicheren Seite‘ zu stehen. Zum anderen haben Absicherungen dieses Jahr nur Geld und damit Performance gekostet, so dass auch die letzten Akteure ihre Absicherung aufgelöst haben“. Bei den Anlageprofis wird genau deshalb in dem wikifolio „MK Performance-System” auf entsprechende Geschäfte verzichtet und stattdessen eine „Ganz oder gar nicht“-Strategie gefahren: „Wir halten Absicherungen nicht für sinnvoll. Sie kosten unnötig Geld und verringern die Wertentwicklung. Unserer Meinung nach sollte man eine klar fundierte Meinung zum Aktienmarkt haben und dementsprechend investieren oder desinvestieren“. Unterstützt werden die Vermögensberater dabei von einem selbst entwickelten Indikator, der eine „unabhängige Entscheidung für Investitionen in die Aktienmärkte jenseits etwaiger Gefühlslagen“ ermöglichen soll.

Klare Signale vom Börsenindikator

Gefüttert wird dieser Indikator von den Experten mit aktuellen Kennzahlen zu Währungsentwicklungen, Aktienfundamentaldaten, Investitionszeiträumen und Zinsfaktoren. Emotionen wie Angst oder Gier können dadurch komplett ausgeschaltet werden. „Unser Mademann & Kollegen Börsenindikator gibt uns klare Signale, ob wir investiert sein sollen oder nicht. Daher ist eine Absicherung in unserem Portfolio nicht notwendig. Wir verkaufen unsere Bestände komplett, sobald unser Indikatormodell das Signal dazu gibt“, erklärt der Experte. Dass diesen Worten auch Taten folgen, zeigte sich Ende Juni, als in dem wikifolio sämtliche Positionen verkauft und auf 100 Prozent Cash gewechselt wurde („Unser Mademann & Kollegen Börsenindikator (MKBI) hat heute ein Verkaufs-Signal generiert. Wir haben daher unseren Gesamtbestand an ETFs veräußert“).

Anlageprofis an der Seitenlinie

Damit befinden sich die erfahrenen Vermögensverwalter momentan noch in der Minderheit, womit sie aber gut leben können. „Möglicherweise werden die Anleger, die voll investiert sind, in den kommenden Monaten Geld verlieren bzw. ihre bisherige Wertentwicklung deutlich reduzieren“, schätzt Stoermer, der bei seinem Portfolio auch weiterhin „an der Seitenlinie“ verharrt.

Hier gehts zum wikifolio und zum Trader-Profil der Vermögensverwaltung "Mademann und Kollegen GmbH":