Öl auf Crash-Kurs: Dennoch erfolgreich investieren?

Angenommen, man füllt den Öl-Tank für den nächsten Winter auf und bekommt dafür im Nachgang statt der obligatorischen Rechnung eine satte Gutschrift aufs Konto. Unvorstellbar, oder?

Ölpreis mit historisch einmaligem Kursverlauf

Tatsächlich aber trat gestern ein Fall ein, der von den Medien heute wahlweise als „episch“ oder „historisch“ bezeichnet wurde. Zum ersten Mal überhaupt seit dem Start des Future-Handels 1983 notierte der Preis für einen Öl-Kontrakt im negativen Bereich. Im Tief „kostete“ das Fass (ein Barrel bzw. 159 Liter) minus 38 US-Dollar. Das heißt, wer auf diesem Niveau zugeschlagen hätte, hätte also tatsächlich Geld bekommen.

Zumindest in der Theorie: Denn das Problem ist, dass der entsprechende Öl-Kontrakt heute fällig wird. Wer ihn zur Fälligkeit immer noch im Depot hat, ist automatisch dazu verpflichtet, mehrere tausend Liter WTI-Rohöl in den USA abzuholen und zu lagern. Und das ist selbst für Profis aktuell nicht so einfach bzw. extrem teuer, weil die Lager durch eine hohe Produktion und schwache Nachfrage proppenvoll sind. In diesem Zusammenhang berichten erfahrene Börsianer heute von einer kuriosen Geschichte, nach der ein Händler vor einigen Jahren mal vergessen hatte, seine Sojabohnenkontrakte rechtzeitig zu verkaufen und dann plötzlich einen Lastwagen voll mit Sojabohnen vor seiner Haustüre stehen hatte.

Die Verwerfungen zeigen Folgewirkungen

Doch zurück zum Öl. Der Preis für den heute fälligen Future-Kontrakt ist nach dem kurzen Ausflug in den negativen Bereich mittlerweile wieder im positiven Terrain angekommen. Eine große Rolle spielt er für den Markt aber ohnehin nicht mehr. Die allermeisten Händler sind längst auf den Juni-Kontrakt umgestiegen. Der verlor gestern zwar auch deutlich an Wert, lag mit 20 bis 25 Dollar aber immerhin deutlich über der Nulllinie. Ob die Preis-Verwerfungen nun durch einen „beispiellosen Käuferstreik“, die mangelnde Liquidität bei diesem Kontrakt, Zwangsliquidationen eines oder mehrerer Großanleger oder gar eine Preismanipulation (über alldas wird heute spekuliert) entstanden sind, schien zunächst also eher ein Thema für Medien und Aufsichtsbehörden als für Investoren zu sein. Heute Mittag brach aber auch der Juni-Kontrakt ungewohnt deutlich ein (im Tief mehr als 40 Prozent), so dass das Thema nun wohl doch eine größere Anzahl an Marktteilnehmern betrifft.

Geld lukrativ in Öl-Assets anlegen, ist nicht einfach …

Das Beispiel zeigt, wie komplex der Handel mit vielen Rohstoffen ist. Anleger und Trader, die bei den niedrigen Ölpreisen nun ihre große Chance auf der Long-Seite wittern, sollten sich gerade jetzt sehr detailliert mit der Funktionsweise und den Eigenarten von „Öl-Investments“ auseinandersetzen. Aktuell sieht es nämlich so aus, dass die Preise bei Öl-Kontrakten für spätere Lieferungen deutlich höher notieren als die demnächst auslaufenden Kontrakte. Und genau das ist in vielen Investmentprodukten wie Zertifikaten, Hebelprodukten oder börsengehandelten Fonds schon heute berücksichtigt. Kursgewinne sind hier daher nur möglich, wenn der Ölpreis noch stärker ansteigt als dies am Markt zurzeit eingepreist wird. Sollten die Notierungen stagnieren oder nur moderat zulegen, kommt es bei diesen Produkten unweigerlich zu (teils hohen) Kursverlusten.

… aber machbar

Im Kreise der wikifolio-Trader gibt es trotzdem den einen oder anderen Akteur, der dank gutem Timing zuletzt recht erfolgreich auf Veränderungen des Ölpreises spekuliert hat. Dazu zählt auch Mark Schneider ( SchneiderM ). Er konnte die Gesamtperformance seines wikifolios M. Schneider Energy & Commodity aufgrund einer starken Leistung im aktuell schwierigen Umfeld seit Erstellung im Mai 2017 auf 65 Prozent ausbauen. Dazu beigetragen haben neben sehr erfolgreichen Short-DAX-Trades mit hoher Gewichtung auch gute Investments in Exchange Traded Commodities (ETC) auf den Ölpreis. Rund um den Monatswechsel März/April baute der Trader zum Beispiel eine größere Position mit einer Gewichtung von 30 Prozent bei einem solchen Produkt auf und konnte eine bzw. zwei Wochen später Gewinne von 22 bzw. 17 Prozent eintüten. Aktuell läuft es mit einem allerdings deutlich geringer gewichteten Trade weniger gut. Eingekauft hat sich der Trader zuletzt auch bei zwei der abgestürzten Öl-Aktien. Exxon Mobil und Royal Dutch Shell sind jeweils mit einem kleinen Anteil im Depot vertreten. Den Schwerpunkt im wikifolio bilden aktuell allerdings die Krisengewinner unter den Rohstoffen – die Aktien von Gold- und Silberminen-Betreibern.

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