28.03.2014| Von: Andreas Kern |

Die Krim-Krise zieht an den Börsen weiter ihre Kreise. Der Generika-Hersteller Stada hat vor allem wegen der deutlichen Abwertung der Währungen in Russland und der Ukraine seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr kassieren müssen. Die Aktie brach daraufhin kräftig ein. Die Trader bei wikifolio.com sehen diesen Kursrutsch jedoch größtenteils als Einstiegsgelegenheit. 78 Prozent der Transaktionen bei Stada entfielen in der vergangenen Woche auf Käufe.

Noch bei Bekanntgabe der Rekordzahlen für 2013 hatte das Unternehmen vor wenigen Wochen trotz der Krise in Osteuropa seine frühzeitig kommunizierten Ziele für das laufende Jahr noch einmal bestätigt. Nun musste der Vorstand eingestehen, dass die Auswirkungen doch schlimmer sind als erwartet. Immerhin ist das Gebiet nach Deutschland die zweitwichtigste Region für Stada. Analysten schätzen, dass die Ukraine und Russland im Vorjahr knapp 25 Prozent zum bereinigten operativen Konzernergebnis beigetragen haben. Dementsprechend folgten auf die Gewinnwarnung des Unternehmens auch zahlreiche Abstufungen. Die Deutsche Bank hingegen empfiehlt, die Stada-Aktie nach dem Kursrutsch unbedingt zu kaufen. Der Konzern könne von der Krise auf Sicht sogar profitieren, wenn man durch einen jetzt zu günstigen Konditionen möglichen Zukauf kleinerer Wettbewerber den Marktanteil steigere. Der Pharmakonzern selbst will an seiner starken Ausrichtung auf Osteuropa auch nichts ändern und sieht in der Region weiterhin großes Potenzial.10 Aktien mit den meisten Trades (20.03.-27.03.2014)

Stada

Basis: alle wikifolios

Sabine Krakau („Stratega“) hatte bei dem Kauf der Aktie für ihr wikifolio „Reversal Chancen“ aber eher die kurzfristigen Aussichten im Blick. Nach dem Kurseinbruch griff sie zu Wochenbeginn zu und kommentierte dies wie folgt: „STADA notiert heute tiefrot mit einem Minus von mehr als 15%. Der Schlusskurs der Aktie liegt 7,8% unter dem Bollinger Band und durchschlägt den Abwärtstrendkanal nach unten. In den nächsten Tagen sollte es zumindest zu einer technischen Reaktion auf diese Übertreibung kommen.“ Als diese Erholung wie erhofft eintrat, wurde die Aktie nur einen Tag später mit kleinem Gewinn wieder verkauft. Ein Deal, der genau zu der kommunizierten Strategie der Traderein passt. Bei dem wikifolio möchte sie Aktien handeln, die „kurzfristig überverkauft“ sind und bei denen sie „aus charttechnischer Sicht eine momentumstarke Gegenreaktion“ erwartet. Das seit Anfang Februar in einem Zertifikat (ISIN: DE000LS9BRH2) nachgebildete wikifolio ist seit dem Start im September 2013 um rund 14 Prozent gestiegen, wobei der maximale Verlust bislang nur bei 3,9 Prozent liegt.

Eine etwas längere Haltedauer strebt Christian Ehl („investor1985”) bei Stada an. Nachdem der Trader die Aktie bereits vor knapp zwei Wochen erworben hatte („Stada ist nach dem letzten Verkauf deutlich günstiger geworden. Wir nehmen den Wert vorsichtig wieder in das Selected Life Sciences Depot auf“), stockte er die Position am Donnerstag auf verbilligtem Niveau noch einmal auf. „Wir gehen davon aus, dass die Befürchtungen über Auswirkungen der Krimkrise bei Stada deutlich übertrieben sind und sich künftig sukzessive wieder verflüchtigen“, wurde der Kauf diesmal erläutert. Das wikifolio „Selected Life Sciences“ hat den Fokus auf „aussichtsreiche Life Sciences Unternehmen“ gelegt, was seit Auflegung im Sommer 2012 mit einem Kursplus von 26 Prozent belohnt wurde. Auch hier lagen die zwischenzeitlichen Rückschläge mit maximal sechs Prozent bislang weit unter Durchschnitt (ISIN des Zertifikats: DE000LS9ADD3).

Alle investierbaren wikifolios mit Stada (ISIN von Stada: DE0007251803) im Depot