21.08.2014| Von: Filip Nestorovic |

Diesmal im Traders Talk: Carsten Schürmann. Als "Technikfuchs" auf wikifolio.com nahm er bereits Mitte 2012 beim allerersten wikifolio.com Cup teil. Nachfolgend erzählt "Technikfuchs" seine Ansichten zum Trading zu den aktuellen Märkten, und wie man vom Monopoly-Spielen zum Trading kommt.

Verraten Sie uns Ihren Namen.

Carsten Schürmann

alt text

Unter welchen Usernamen sind Sie auf wikifolio.com zu finden?

Technikfuchs

Was sind Sie von Beruf?

Ich plane und implementiere komplexe Softwaresysteme.

Wie sind Sie zum Trading gekommen?

Schon als Kind habe ich mich für Geld interessiert und gern Monopoly gespielt. Ich habe damals auch schon die Aktienkurse in der Zeitung verfolgt und Statistiken geführt. Nur hat sich der Kauf von richtigen Aktien wegen Taschengeldmangel nicht gelohnt – das habe ich damals schon durchgerechnet. Der eigentliche Einstieg ins ‚traden‘ geschah dann mit dem ersten selbstverdienten Geld. Mit Pennystocks und Optionen habe ich einiges gewonnen – kein Geld, aber dafür wertvolle Erfahrungen.

Wie sieht bei Ihnen ein typischer Handelstag aus?

Nach der Arbeit, 18-19:00 Emails lesen, wikifolio prüfen. Die Investor Relations Seiten meiner Unternehmen nach AdHocs durchschauen, je nach Kalender die Unternehmensberichte anschauen.

Wie viele wikifolios führen Sie derzeit? Sind Sie bereits „Real-Money“-Trader?

Ich führe zwei wikifolios, wobei ich mich eigentlich auf ULTRA konzentriere. Natürlich bin ich selber investiert.

Was sind für Sie die Gründe, Ihre Handelsstrategie als wikifolio zu veröffentlichen?

Es ermöglicht mir mit Aktien die ich sowieso kaufen würde noch mehr Rendite zu erzielen. Zum einen durch die Gewinnbeteiligung am investierten Kapital, das ist klar. Zum anderen dadurch das ich Aktien mit Gewinn verkaufen und umschichten kann, ohne Steuern auf die Gewinne zu zahlen (da alles innerhalb des Wikifolios abläuft). Wenn man das hochrechnet auf mehrere Jahre/Jahrzehnte (Wikifolio und ich sind ja noch jung) ist die Zusatzrendite beachtlich.

Was zeichnet grob umrissen Ihren Handelsstil (auf wikifolio.com) aus?

Gute Unternehmen kaufen, hinsitzen und stillhalten. Das ganze teilweise sehr konzentriert auf wenige Unternehmen. Hört sich einfach an, aber alle Schritte haben es in sich. Zuerst die guten Unternehmen finden, da ist einiges an Aufwand nötig. Kennzahlen, Markstellung, Branche etc. Diesen Schritt gehen auch viele Fonds, die haben eine Heerschar an Analysten. Die beiden nächsten Punkte finden Sie sonst nicht. Welcher Fondsmanager kann denn ein paar Werte kaufen und die einfach laufen lassen? Wenn der DAX einen Knicks macht muss er irgendetwas tun, allein damit ihm niemand Untätigkeit vorwirft und er seinen Job verliert. Deswegen kommt bei den meisten Fonds am Ende nur Durchschnittsrendite raus. Ich investiere aber für mich und keinen Vorgesetzten. Das ist mein großer Vorteil und deswegen ermöglicht mein Handelsstil auch eine exorbitante Rendite.

Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung Ihrer wikifolios?

Ja klar. In Aktien investieren und sie steigen schnell, davon träumt jeder. Es hätte vor dem ‚Boom‘ auch noch ein Jahr Ebbe geben können. Oder es kommt eins. Da kommen bestimmt noch welche. In solchen Situationen stillhalten zu können ist der schwierige Part den ich vorhin meinte. Wer das durchhält wird dann auch reichlich belohnt.

Was war Ihr Trading-Highlight der letzten 360 Tage?

Natürlich der wundervolle Rücksetzer bei BYD wo ich nochmal kräftig tanken konnte.

Wie beurteilen Sie das Börsenjahr 2014?

Ein Hoch und runter wie immer. Ich sehe das gelassen.

Welche Märkte machen aktuell am meisten Spaß/Sinn?

Ich mag den US Markt weil er sehr dynamisch ist und Investoren von den Firmen gut informiert werden. China ist der Markt der nächsten Jahrzehnte, aber leider auch ein Minenfeld für Investoren. BYD ist nicht nur meine ‚Wette‘ auf das Unternehmen, sondern das gesamte Land.

Welche Aktien bzw. Wertpapiere favorisieren Sie aktuell auf mittelfristige Sicht?

Ich schaue möglichst auf die lange Sicht. Wenn ich mittelfristig etwas wählen müsste, wären das deswegen auch BYD und Wells Fargo.

Welches war Ihre härteste Lektion, die Sie am Markt erfahren mussten?

Optionsscheine können schnell auf 0 stehen.

Welche Ratschläge würden Sie einem Einsteiger mit auf den Weg geben?

Bevor man irgendwas macht, sollte man sich erst gründlich informieren. Lernen, lernen, lernen. Mit wenig Geld anfangen.

Welches Buch können Sie anderen Tradern empfehlen?

“Warren Buffett's Letters to Berkshire Shareholders” und “Poor Charlie's Almanack” von Charles Munger.