15.12.2012| Von: Florian Hiller |

Im letzten TradersTalk des Jahres haben wir mit Bernd Raschkowski gesprochen. Bernd Raschkowski ist als Cashyou auf wikifolio aktiv und setzt seit Ende August seine Handelsstrategie im wikifolio Erfolg in jeder Marktphase um.

Allgemein:

Wie heißen Sie?

Bernd Raschkowski

Wie geht es Ihnen?

Bestens

Wie spät ist es?

11.45 Uhr

Wie ist das Wetter?

Zu kalt. Aber können wir jetzt zu den richtigen Fragen kommen?

Wo sind Sie gerade?

Köln, die kleinste Metropole der Welt. Sehr schön hier.

Was sind Sie von Beruf?

Selbstständiger Wertpapierhändler auf eigene Rechnung. Nebenher bin ich als freier Wirtschaftsjournalist für Verlage und Banken tätig.

Der Trader:

Bernd Raschkowski

Wie sind Sie zum Trading gekommen?

Hm, lang ist`s her. Wirtschaftsnachrichten haben mich (seltsamerweise) schon in früher Kindheit interessiert. Durch Zeitungen und Fachmagazine wurde ich dann zwangsläufig mit dem Thema Börse konfrontiert.

Wie sieht bei Ihnen ein typischer Handelstag aus?

Erst mal so lange wie möglich schlafen! Da ich allerdings vor kurzem Papa geworden bin, ist die Nacht spätestens um 6.30 Uhr vorbei. Wenn dann irgendwann alle Familienmitglieder versorgt sind, geht`s für mich an den Trading-Desk (spätestens um 8.30 Uhr). Vormittags und nachmittags trade ich jeweils zwei Stunden. Zwischendrin schreibe ich noch Marktanalysen oder Börsenberichte, das hat mir schon immer viel Spaß gemacht.

Ansonsten achte ich bewusst auf genügend Ausgleich zur Börse: Sport, Freunde treffen oder andere Freizeitaktivitäten machen den Kopf frei -eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Trading!

Warum haben Sie sich für wikifolio.com entschieden?

Die Idee hinter wikifolio.com ist genial! Genau zum richtigen Zeitpunkt kommt endlich eine Social-Trading-Plattform, die dem User einen wirklichen Mehrwert bietet. Und dass die klassische Vermögensverwaltung der Banken zu intransparent, performanceschwach und zu teuer ist, leuchtet (endlich) auch immer mehr Anlegern ein. Insofern dürfte das Geschäftsmodell von wikifolio.com noch eine rosige Zukunft vor sich haben. Ich freue mich wirklich, wikifolio.com von Anfang an unterstützen zu können.

Sind Sie bereits „Real-Money“-Trader?

Ja

360 Tage Fazit:

Sind Sie mit der bisher in Ihrem wikifolio erzielten Performance zufrieden?

Sehr sogar. Innerhalb von drei Monaten habe ich für mein wikifolio „Erfolg in jeder Marktphase“ einen Gewinn von rund 22 Prozent erwirtschaftet. Wohlgemerkt nach Gebühren und ohne großes Risiko (es werden fast ausschließlich deutsche Standardwerte gehandelt). Meine Zielrendite liegt generell bei konservativen 15 Prozent pro Jahr. Wenn es mehr wird, ist`s auch okay. In der Vergangenheit habe ich meine Ziele immer erreicht bzw. übertroffen.

Wie beurteilen Sie das Börsenjahr 2012?

War doch super, oder? Zu Beginn des Jahres hatte aufgrund der Schuldenkrise kaum jemand mit steigenden Kursen gerechnet. Aber die Maßnahmen der internationalen Notenbanken und Regierungen zeigen am Aktienmarkt Wirkung. Wie immer hat es sich gelohnt, nicht auf die aktuelle Nachrichtenlage zu starren, sondern in die Zukunft zu blicken. Aber ich freue mich auch schon

Welcher war Ihr bester Trade innerhalb der letzten 360 Tage?

Die Aktie der Commerzbank brachte in den vergangenen Wochen satte Gewinne.

Welche Märkte machen aktuell am meisten Spaß/Sinn?

Das sehe ich ganz nüchtern: Die Märkte mit den niedrigsten Transaktionskosten und höchster Liquidität. Ob ich in Tokio, New York oder Frankfurt aktiv bin, ist mir total egal. Generell wird alles getradet, was einen Chart hat.

Welche Aktien favorisieren Sie aktuell auf mittelfristige Sicht?

Deutsche Exportwerte. Der relativ niedrige Euro begünstigt das Geschäft dieser Unternehmen. Spätestens wenn sich die weltweite Konjunkturflaute dem Ende entgegen neigt, dürften diese Aktien durch die Decke schießen.

Erfahrungen:

Welches war Ihre härteste Lektion, die Sie am Markt erfahren mussten?

Oft kommt es anders als man denkt. Verlust-Trades wird es zwischendurch immer wieder geben. Man muss lernen, damit umzugehen und die Verluste zu begrenzen.

Welche Ratschläge würden Sie einem Einsteiger mit auf den Weg geben?

Meinungen von anderen sollten stets kritisch hinterfragt werden. Selbst die größten Namen „beraten“ Sie oft nur im eigenen Interesse.

Welches Buch können Sie anderen Tradern empfehlen?

Ich habe früher fast alle Börsenbücher gelesen und muss leider sagen, dass 90 Prozent davon keinen Cent wert sind. Sparen Sie sich das Geld dafür, spenden Sie es besser oder gehen Sie lecker Essen. Da fällt mir noch ein Spruch von Altmeister Kostolany ein: „Börse ist wie Sex – man kann es nicht aus Büchern lernen“.

Zum Abschluss:

Wie spät ist es jetzt?

Rund 40 Minuten später als zu Beginn des Interviews.

Wo sind Sie gerade?

Ähm, immer noch in Köln?!