23.01.2013| Von: Florian Hiller |

Im ersten Traders-Talk in 2013 haben wir mit Sebastian Schmidt gesprochen. Sebastian Schmidt ist als eveniat auf wikifolio aktiv und setzt seine Handelsstrategien in den wikifolios Trade3000 ETF-Werte D30 und Saisonalstrategie Indizes Dtl. u. Europa um.

Ich wünsche viel Spaß mit dem Interview!

Allgemein:

Wie heißen Sie?

Sebastian Schmidt

Wie geht es Ihnen?

Nach den vielen Feiertagen über Weihnachten und Neujahr noch recht entspannt.

Wie spät ist es?

Früher Nachmittag

Wie ist das Wetter?

Grau und kalt – Januar eben

Wo sind Sie gerade?

In Berlin in meinem Büro

Was sind Sie von Beruf?

Ich bin Dipl. Kfm., Geschäftsführer der eveniat GmbH und produziere seit 14 Jahren im Auftrag von Emittenten Publikationen zu Zertifikaten und Hebelprodukten. Daneben lege ich schon ebenso lange einen besonderen Fokus auf die Entwicklung von systematischen Tradingstrategien. Beide Tätigkeitsbereiche lassen sich gut miteinander verbinden.

Der Trader:

Sebastian Schmidt

Wie sind Sie zum Trading gekommen?

Ganz unspektakulär 1995 im BWL-Grundstudium. Der Professor vermittelte uns die Grundlagen von Optionen und der Assistent in der Übung zeigte sich höchst verwundert, dass noch niemand von uns mit Optionsscheinen spekulierte, denn die böten nach seiner Erfahrung doch so phantastische Renditen. Seitdem haben mich Derivate und deren Einsatz im Trading nicht mehr losgelassen. Und ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich an die "alten Zeiten" damals mit meinem Sparkassen-Depotkonto denke. Optionsscheine am Tag des Einstiegs wieder verkaufen oder gar Intraday-Trading betreiben? Fehlanzeige! Ordergebühren? Deftig! Unverzögerte Kurse? Zu dieser Zeit gab es tatsächlich noch Kursabfragesysteme, die man über sündhaft teure 0190-Nummern anwählen musste, um mit dem dicken Knochen-Handy mal unterwegs eine Notierung in Erfahrung zu bringen! Dann kamen aber auch sehr schnell all die schönen Innovationen für Privatanleger. Die zweite Hälfte der 90er war diesbezüglich eine sehr spannende Zeit.

Wie sieht bei Ihnen ein typischer Handelstag aus?

Nach ein bis zwei Stunden Vorbereitungstätigkeit am Vorabend bin ich morgens von ca. 7:30 bis 9:30 Uhr mit dem Trading beschäftigt, wozu auch die Informationsbereitstellung auf meiner Website gehört. Anpassungen und Neuentwicklungen von Strategien nehmen natürlich ganze Arbeitstage in Anspruch.

Warum haben Sie sich für wikifolio.com entschieden?

In all den Jahren habe ich sehr viele Innovationen am Derivatemarkt miterlebt und im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit zum Teil aktiv begleitet. Wikifolio.com gehört eindeutig zu den attraktivsten Innovationen in dieser gesamten Zeit. Es ist ja nicht der erste Social Trading Ansatz. Bei den bisher üblichen Konzepten muss man aber irgendwo ein Konto eröffnen, um dann dort die Aktionen anderer spiegeln zu lassen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich empfinde wikifolio.com mit dem Maximum an Transparenz und vor allem den Zertifikate-Verbriefungen durch Lang&Schwarz als weitaus attraktiver.

Sind Sie bereits „Real-Money“-Trader?

Selbstverständlich. Hier muss ich kurz ausholen: Ganz abgesehen vom Social Trading Gedanken ist es für den einzelnen Anleger sehr attraktiv, seine Strategien in einem Wikifolio zu handeln und als Alternative zum herkömmlichen Trading das eigene Wikifolio-Zertifikat ins Depot zu legen. Denn erstens zahlt der Anleger innerhalb des Wikifolios keine Ordergebühren, zweitens profitiert er von einem Steuerstundungseffekt (die Abgeltungsteuer fällt erst am Ende beim Verkauf des Zertifikats und nicht innerhalb des Wikifolios nach jedem einzelnen Trade an) und drittens kann man die Grenzen der eigenen Kapitalausstattung durch die kleine Stückelung der Zertifikate umschiffen (nicht jeder hat beispielsweise 100.000 EUR Tradingkapital, um eine Strategie mit zahlreichen Aktientiteln sinnvoll zu handeln). Diese Vorteile auch für den einzelnen Anleger werden sich meiner Meinung neben dem Social Trading Gedanken zunehmend herumsprechen. Für Anleger, die in erster Linie für sich selbst eine Strategie umsetzen möchten und einen gewissen Mindestbetrag als eigene Investition garantieren, könnte man eigentlich sogar die Notwendigkeit von Vormerkungen überdenken.

360 Tage Fazit:

Sind Sie mit der bisher in Ihrem wikifolio erzielten Performance zufrieden?

Aufgrund ihrer kurzen Historie zeigen meine beiden bisher veröffentlichen Wikifolios ja nur einen kurzen Ausschnitt der schon weitaus länger gehandelten Strategien. Insofern bin ich mit den letzten 360 Tagen zufrieden und kann auch über die Entwicklung in der kurzen Zeit seit Auflage der Wikifolios nicht klagen. Das Wikifolio Trade3000 ETF-Werte D30 ist mit seinen eher kurzfristigen Positionen natürlich besonders spannend. Aber ich freue mich auch über das gute Abschneiden meiner Saisonalstrategie (Wikifolio Saisonalstrategie Indizes Dtl. u. Europa), denn die führt unter anderem schon seit 25.05.2012 durchgängig eine Long-Position im DAX und hat somit die positive Börsenentwicklung der vergangenen Monate vollständig mitgenommen.

Wie beurteilen Sie das Börsenjahr 2012?

Dass es abgesehen von einigen Krisenkapriolen ein insgesamt sehr erfreuliches Börsenjahr war, dürfte ja hinlänglich bekannt sein. Bezüglich meiner Saisonalstrategie mit der schönen Positionierung im zweiten Halbjahr kann ich mich nur wiederholen. Und mit Trade3000 lief es ebenfalls sehr gut. Dort war lediglich der Rücksetzer im Spätsommer (siehe Performance-Grafik in den einzelnen Trade3000 Beiträgen auf www.trade3000.de) nicht gerade stimmungsaufhellend, aber auch diese Phase haben wir ja erfolgreich überwunden.

Welcher war Ihr bester Trade innerhalb der letzten 360 Tage?

Da ich sehr viele relativ kleine Positionen handle, bleiben einzelne Aktionen kaum in Erinnerung. Zuletzt war ein Trade mit DAX Turbos Long in meiner Einzelstrategie Trade3000 | 1 sehr erfreulich mit rund 200 Prozent Gewinn vom 21.11.2012 bis 03.01.2013.

Welche Märkte machen aktuell am meisten Spaß/Sinn?

Seit dem Jahreswechsel haussieren die deutschen Titel der zweiten und dritten Reihe besonders stark, wie ein Blick auf den MDAX, SDAX und TecDAX verrät. Dort bin ich immerhin mit meinem Saisonalstrategie-Portfolio dabei.

Welche Aktien favorisieren Sie aktuell auf mittelfristige Sicht?

Angesichts meines Fokus auf Indizes und Trades über wenige Tage oder allenfalls Wochen habe ich dazu keine ausgeprägte Meinung. Aber wenn die aktuelle Hausse beim MDAX, SDAX und TecDAX kein Strohfeuer ist, sollte man offenbar einige Nebenwerte auf der Watchlist haben.

Erfahrungen:

Welches war Ihre härteste Lektion, die Sie am Markt erfahren mussten?

In rund 18 Börsenjahren gibt es unzählige Lektionen. Die härteste Lektion für mich war und ist: Geduld haben! Auch aktive Tradingstrategien brauchen Zeit. Wenn man schnelle Gewinne erzwingen möchte, obwohl es der Markt gerade nicht hergibt, führt das meist zu verlustreichen Fehlentscheidungen. Solche Hauruck-Aktionen sollte man sich tunlichst verkneifen. Auch langweilige Phasen und Drawdowns gehören eben einfach dazu. In der nächsten "Erntezeit" kann man sich dann wieder über sprudelnde Gewinne freuen.

Welche Ratschläge würden Sie einem Einsteiger mit auf den Weg geben?

Viele Einsteiger verlassen sich auf Empfehlungen in den Börsenmedien und erleben damit häufig Enttäuschungen. Durch Wikifolio eröffnet sich ein ganz neuer Weg: Damit man gleich richtig involviert ist, kann man vorerst mit kleinem Einsatz eine Handvoll attraktiver Wikifolios kaufen, deren Tradingstile man interessant findet. Dann beobachtet man die Aktionen der Trader und lernt daran direkt in der Praxis. Eignet man sich zusätzlich noch das notwendige theoretische Wissen an, steht dem Start des ersten eigenen Wikifolios nichts im Wege.

Welches Buch können Sie anderen Tradern empfehlen?

Früher habe ich viele Börsenbücher gelesen. Um die Grundlagen des Tradings zu erlernen, erste Anregungen zu erhalten oder sich in ein spezielles Teilgebiet einzuarbeiten, ist das zweifellos sinnvoll. Die eigenhändige Erarbeitung aussichtsreicher Strategien, mit denen man sich auch wirklich wohl fühlt, kann einem aber kein Buch abnehmen.

Zum Abschluss:

Wie spät ist es jetzt?

Späterer Nachmittag.

Wo sind Sie gerade?

Wenn ich mich nicht sehr täusche, immer noch am PC im Berliner Büro.

Welche Frage möchten Sie an wikifolio.com stellen?

Sie können es sich wahrscheinlich schon denken: Um mein Strategieportfolio vollständig als Wikifolio handeln zu können und vom Trading über das Broker-Konto komplett ins eigene Wikifolio-Zertifikat zu wechseln, benötige ich wie viele andere auch: die Hebelprodukte (speziell Turbos) von Lang&Schwarz im Anlageuniversum von Wikifolio, dazu die Möglichkeit von Stop Loss-Orders und die Handelsqualität/Schnelligkeit, wie sie Lang&Schwarz bei der Orderausfürung im Direkthandel bzw. über die EUWAX bietet. Ich weiß, dass Sie an diesen Lösungen arbeiten und dass das ganz sicher kein Kinderspiel ist. Dennoch die Frage: Lässt sich die Einführung dieser neuen Möglichkeiten ungefähr absehen?

*Wir haben mit den Entwicklungsarbeiten für beide Themen (Order-Arten und Erweiterung des Anlageuniversums) bereits begonnen. Einen genauen Zeitplan können wir leider nicht bekanntgeben.*