09.06.2015| Von: Andreas Kern |

Mehr als 1.200 Punkte hatte der deutsche Aktienindex DAX im April/Mai von seinem Allzeithoch verloren. Die anschließende Erholung machte vielen Anlegern Hoffnung, dass sich der Aufwärtstrend nun weiter fortsetzen würde. Bei gut 11.900 Punkten ging den Bullen dann aber erneut die Luft aus. In den vergangenen zwei Wochen brach der DAX um weitere 1.000 Zähler ein. Damit hatten wohl die Wenigsten gerechnet.

Die Kombination aus steigenden Renditen, dem stärker werdenden Euro und vielleicht auch noch anderen Störfeuern (Stichwort Griechenland) war unter dem Strich dann aber doch zu viel an Belastungsfaktoren. Gut, dass man mit Hilfe von Exchange Traded Funds (ETF) und Hebelprodukten auch von fallenden Kursen profitieren kann. Genau das ist einigen Tradern bei wikifolio.com in den vergangenen Tagen eindrucksvoll gelungen.

Steve Liebetrau („Sonicz“) setzt in seinem wikifolio „Chancen/Risiken - globale Werte“ ohnehin auf eine „konträre Anlage-Strategie“, bei der er ganz bewusst versucht, „gegen den Strom zu schwimmen“. Das Portfolio des beruflich in der einheimischen Finanzbranche tätigen Traders besteht aktuell neben einem 28-prozentigen Cash-Anteil aus Aktienfonds (21 Prozent Gewichtung), diversen ETFs (30 Prozent) und ausgewählten strukturierten Hebelprodukten (21 Prozent), von denen sich der Großteil auf den DAX bezieht. In den vergangenen Wochen hat der Trader sehr erfolgreich auf fallende Kurse des deutschen Leitindex spekuliert. Mit einem zehnfach gehebelten Short-Faktorzertifikat auf den DAX-Future wurden alleine zu Wochenbeginn Gewinne zwischen 17 und 41 Prozent eingetütet.

Der Verkauf eines Short-Turbos auf den DAX brachte zudem noch weitere Pluszeichen zwischen 28 und 38 Prozent. Gleichzeitig wurde in den vergangenen Tagen aber das Exposure bei einem ebenfalls zehnfach gehebelten Long-Faktorzertifikat auf den DAX-Future stetig erhöht, so dass sich Long- und Short-Produkte aktuell ungefähr die Waage halten. Die langsam scheinbar wechselnde Strategie wird auch in den Kommentaren deutlich. Nachdem der Trader zuletzt immer wieder stark auf die bestehenden Absicherungen verwiesen hatte, schrieb er zu Wochenbeginn „Sobald eine Gegenbewegung einsetzt stehen wir sehr gut da. Jetzt heißt es günstig nachkaufen und den besten Zeitpunkt abpassen“. Das wikifolio liegt dank der bislang sehr erfolgreichen Vorgehensweise mit einem Plus von 66 Prozent seit vergangenen November nur knapp unter dem vor kurzem markierten Allzeithoch. Der maximale Verlust fällt demgegenüber mit 12 Prozent überschaubar aus. Das im April emittierte wikifolio-Zertifikat kommt auf eine Performance von knapp 9 Prozent.

10 Dax-Produkte mit den meisten Trades (02.06.2015-09.06.2015)

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Basis: alle investierbaren wikifolios

Dennis Rösch („deroe“) indes setzt aufgrund der von seinen „auf Chart- und Indikatoren basierenden Handelssystemen“ ermittelten Signalen weiterhin voll auf eine sich fortsetzende Korrektur der Aktienmärkte. Schon Ende April hatte er das oben bereits beschriebene Short-Faktorzertifikat auf den DAX-Future in sein wikifolio „Indizies mittelfristig gehebelt“ aufgenommen. In den Wochen danach wurde die Position sukzessive vergrößert, so dass das einzige momentan im Depot enthaltene Wertpapier aktuell auf einen Anteil von 29 Prozent kommt. In Kombination mit dem 10er-Hebel partizipiert das gesamte wikifolio damit aktuell zu rund 300 Prozent an den jeweiligen Kursbewegungen des DAX-Futures. Kein Wunder also, dass die Performance der vergangenen Tage äußerst erfreulich war. Auf Wochensicht gelang dem seit 2002 an der Börse aktiven Trader ein Plus von rund 11 Prozent. Bei einer Gesamtperformance von 34 Prozent seit dem Start im September 2014 notiert das wikifolio gerade auf Rekordniveau. Der größte Kursrückgang betrug allerdings auch schon über 19 Prozent.