Anleihen – Auch hier gibt es Risiken

Anleihen genießen bei Investoren den Ruf einer sicheren Geldanlage. Jedes Jahr wird eine vorher festgeschriebene Verzinsung in Form eines Kupons ausgeschüttet und am Ende der Laufzeit gibt es das eingesetzte Kapital zurück. Von der grundsätzlichen Idee her ist das so richtig. Und doch lauern auch bei Anleihen einige Risiken.

Risiken die bei Anleihen zu beachten sind

 

  • Ob Zinsen ausgeschüttet werden und Sie Ihren Kapitaleinsatz zurückbekommen, hängt von der Zahlungsfähigkeit des Anleihe-Schuldners (Emittent der Anleihe) ab
  • Während der Laufzeit können die Kurse einer Anleihe schwanken, so dass es bei einem vorzeitigen Verkauf auch zu Verlusten kommen kann
  • Bei nicht auf Euro lautenden Anleihen hat die Wechselkursentwicklung einen zusätzlichen Einfluss auf die Rendite. Das bietet Chancen und Risiken

Das Emittentenrisiko

 

Eine Anleihe ist rechtlich gesehen eine Schuldverschreibung. Der Emittent der Anleihen wird als Schuldner bezeichnet, weil er den Anlegern gegenüber verpflichtet ist („in der Schuld steht“), die getroffenen Zahlungsvereinbarungen einzuhalten. Als Käufer sind Sie der „Gläubiger“, weil sie daran glauben, dass der Emittent seinen Pflichten nachkommt. Zum Ende der Laufzeit muss dieser den Nennwert der Anleihe zurückzahlen. Wenn er das aufgrund einer Zahlungsunfähigkeit nicht kann, ist das Geld nicht geschützt, so dass es im schlimmsten Fall zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen kann.

Rendite und Risiko

 

 

Die Zahlungsfähigkeit (Bonität) verschiedener Emittenten wird von Rating-Agenturen analysiert. Je schlechter diese Bewertung ausfällt, desto höher ist zumindest theoretisch das Risiko eines Zahlungsausfalls. Dementsprechend muss ein Risiko-Aufschlag gezahlt werden, damit die Anleihen trotzdem gekauft werden. Die Höhe einer Anleihe-Rendite steigt also mit dem Risiko eines Zahlungsausfalls. Die Bundesrepublik Deutschland bietet als Emittent ihrer Bundesanleihen aktuell zum Beispiel eine deutlich geringere Rendite an als Länder wie Italien und Spanien oder Unternehmen, die von Ratingagenturen schlechter eingestuft werden.

Das Zinsänderungsrisiko

 

 

Die Rendite einer Anleihe ergibt sich aus den Zinsen und den Kursveränderungen. Die am Ende der Laufzeit obligatorische Rückzahlung zum Nennwert impliziert einen Schlusskurs von 100 Prozent. Wer eine Anleihe zu Kursen über 100 Prozent kauft, erleidet demnach bis zur Fälligkeit einen Kursverlust. Bei einem Kauf unter 100 Prozent winken hingegen Kursgewinne. Deshalb ist neben dem Zinssatz auch der aktuelle Kurs wichtig. Verantwortlich für den Kursverlauf ist vor allem das Renditeniveau. Wenn die marktübliche Rendite steigt, muss der Kurs einer bereits emittierten Anleihe entsprechend sinken, damit dieses Renditeniveau für neue Käufer trotz der festgelegten Zinszahlungen erreicht werden kann. Wer eine Anleihe vor dem Ende der Laufzeit verkauft, erhält daher nicht zwingend die vollen 100 Prozent des Nennwertes.

Währungsrisiken

 

Bei nicht auf Euro lautenden Anleihen hat neben dem Zinssatz und dem Anleihekurs auch die Entwicklung der Währung gegenüber dem Euro einen Einfluss auf die Rendite. Bei Anlegern, deren Konto in Euro geführt wird, findet bei Kauf und Verkauf (bzw. Fälligkeit) eine Umrechnung von der jeweiligen Währung in Euro statt, wobei immer der aktuelle Wechselkurs herangezogen wird. Wenn der Euro gegenüber der anderen Währung an Wert gewinnt, führt das tendenziell zu einer Verringerung der Rendite. Ein sinkender Euro hingegen kann die Rendite noch erhöhen.

Sonstige Risiken

 

Je nach Anleihe-Bedingungen können die Emittenten ein vorzeitiges Kündigungsrecht oder andere vom Standard abweichende Inhalte festlegen, die das Risikoprofil der Anleihe verändern. Lesen Sie sich daher die Bedingungen genau durch, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Registrieren Sie sich jetzt auf wikifolio.com