Ich investiere seit vielen Jahren in Aktien und handle daneben Optionen, Futures und Kryptowerte. Dem Topos des antizyklischen Investierens folgend, suche ich keine Chart-Dynamik, sondern Unternehmen, deren Nutzen sich belegen lässt: bevorzugt in Turnaround-Situationen und auf Basis fundamentaler Einzelwertanalyse. Drei Grundsätze haben sich dabei bewährt und tragen auch dieses wikifolio. Erstens: Produktverständnis vor Rendite: gehandelt wird nur, was ich in Auszahlungsprofil, Hebel und Liquidität durchdrungen habe. Zweitens: Positionsgrößen, die einen Irrtum verkraftbar machen; Einzeltitel werden begrenzt, Micro-Caps deutlich geringer gewichtet. Drittens: keine These ohne Widerlegungskriterium: Was seine Begründung verliert, verlässt das Depot, unabhängig vom Einstandskurs.
In der Jugend von Warren Buffett und André Kostolany inspiriert, habe ich früh begonnen, renditeorientiert zu investieren. Über berufliche Netzwerke führte mich der Weg später an die (Options-)Terminmärkte.
Mein wichtigster Erfolg ist ein unspektakulärer: Ich „über“lebe seit vielen Jahren im Derivatemarkt und in volatilen Kryptoinvestitionen, die ich nicht hypegetrieben, sondern fundamental-projektbezogen auswähle. Renditen habe ich vor allem dann erzielt, wenn (frei nach Rothschild) das Blut durch die Straßen floss. Beispiele für dieses Muster: thyssenkrupp zwischen Februar und August 2024 im Bereich von 3,15 bis 5,16 €, Zcash zu 225,65 €, AMD zu 119,02 € und Intel zu 32,01 €, nachdem der US-Staat als Ankeraktionär eingestiegen war: Souveränität als Anlagethema, bevor ich ihr ein eigenes wikifolio gewidmet habe.
Die beiden Chipwerte haben mir zugleich gezeigt, wie schnell der Markt Buchgewinne nach einem Hoch zurückfordert. Mein Handelsgrundsatz lautet daher: Ich halte, solange die These trägt, und nehme Gewinne mit, bevor die Gier sie ersetzt. Das Bauchgefühl darf dabei bremsen, aber nicht Gas geben.
Was sind deine Gedanken zur aktuellen Marktlage?
Einen Schwarzen Schwan kann man per Definition nicht sehen. Einstellen kann man sich auf ihn sehr wohl. Der Chart lässt sich nur rückwärts lesen, Geo- und Fiskalpolitik stehen in keiner Glaskugel. Auffällig ist dennoch, dass die Märkte nach dem letzten Rebound nahezu jede dieser Belastungen abgehakt haben. Für mich weist das in Richtung Irrationalität, die allerdings länger anhalten kann, als man solvent bleibt, mahnt ein Keynes zugeschriebenes Bonmot.
Mein wikifolio setzt deshalb nicht auf die Fortsetzung der Euphorie, sondern auf europäische Small- und Mid-Caps, deren Nachfrage aus Haushalten, Rahmenverträgen und Zertifizierungen stammt. Große Vergaben gehen oft an Konzerne; kleinere Anbieter gewinnen in den Nischen: Verschlüsselung, Zugriffsschutz, Verwaltungs-IT, zertifizierte Cloud. Bewertung ist ein eigenes Auswahlkriterium. Anfang Oktober 2026 notierte die Hälfte der Werte unter einem KGV von 15. Rücksetzer nutze ich zum Aufstocken, sofern die These intakt ist: begründet, nicht aus dem Bauch.
Für die Strategie wende ich ca. 5 Stunden pro Woche auf: Unternehmensmeldungen, Ausschreibungen und Quartalszahlen verfolge ich laufend, jede Transaktion wird kommentiert, und einmal im Monat erscheint ein Thesen-Check. Auch dann, wenn nichts gehandelt wird. Ich handle wenig, aber ich erkläre alles. Ich trete als Privatanleger auf, nicht gewerblich; meine Kommentare sind keine Anlageberatung.
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Handelserfahrung
Risikoklasse 1:
3 oder mehr Jahre
Risikoklasse 2:
3 oder mehr Jahre
Risikoklasse 3:
3 oder mehr Jahre
Risikoklasse 4:
3 oder mehr Jahre
Risikoklasse 5:
3 oder mehr Jahre