EASY SOFTWARE AG

WKN
563400
ISIN
DE0005634000
  • Aktien
  • Aktien Deutschland
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4,592 EUR Verkauf

4,825 EUR Kauf

+0,04 Abs.

+0,9 % Rel.

18.01.2019 20:17Lang & Schwarz
  • Vortag / Eröffnung 4,668 / 4,672
  • Hoch / Tief (1 Tag) 4,730 / 4,660
  • Hoch / Tief (1 Jahr) 9,250 / 4,400
  • 1 Woche +0,8 %
  • 1 Monat -2,8 %
  • 1 Jahr -36,1 %

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Neueste Kommentare

> Research < 

 

Die BankM hat heute das Kursziel für die Easy Software Aktie leicht von 6,90€ auf 6,70€ gesenkt, die Kaufempfehlung aber weiterhin aufrecht gehalten. Begründet wird das leicht gesunkene Kursziel vor allem mit einer geringeren Peer-Group Bewertung. Das Update kann unter folgendem Link eingesehen werden: Zum Research Update

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> Apinauten Übernahme als Game Changer? < 

 

Die Easy Software AG hat kurz vor dem Jahreswechsel die Übernahme von 72,3% an der Apinauten GmbH bekannt gegeben. Über die Softwareplattform ApiOmat wird den Unternehmen ermöglicht, digitale Fähigkeiten Software gestützt bereitzustellen und so konkrete Digitalisierungsprojekte deutlich schneller, effizienter und erfolgreicher mit beliebigen Dienstleistern umzusetzen. Die Kerneigenschaften des ApiOmat sind dabei Rapid Prototyping (Low Code Development), Adaptive Integration (Daten- & API-Management), Multi-Experience (entkoppelte Frontends), Enterprise Grade (Betrieb & Governance) sowie Analytics (Analyse und Optimierung). Durch die Übernahme der Apinauten erwartet sich der Vorstand deutlich positive Effekte beim Umsatz und Ergebnis durch den Zugang zu neuen Kundensegmenten im stark wachsenden Cloud- und Digitalisierungsgeschäft sowie durch die Nutzung von Synergieeffekten. Konkret plant die Easy Software dadurch die verstärkte Ansprache von Großkunden und erwartet vor allem in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Verwaltung entsprechende Synergien. So gehören zu den derzeit 45 Apinauten Kunden u.a. auch Konzerne  wie Volkswagen, LBBW oder Union Investment. Dazu verfügt die Apinauten auch über 15 Partner wie die adesso AG, die Software AG oder T-Systems. Besonders zu beachten ist auch, dass der ApiOmat der Apinauten im vergangenen Jahr von Gartner in seine "Magic Quadrant for Mobile App Development Platforms" aufgenommen wurde und dabei im Quadrant "Niche Players" berücksichtigt ist. Dies dürfte vor allem auf die noch kleine Unternehmensgröße zurückzuführen sein.  Bereits 2016 wurde der ApiOmat als Sample Vendor im Gartner Bericht "IT Market Clock for Mobile App Development" genannt.

 

Im vergangenen Jahr hat die Apinauten GmbH einen Umsatz von 2,81 Mio. € (+91,3%) bei einem noch leicht negativen EBITDA erzielt. In der neu entstehenden Cloud Gesellschaft (Apinauten + Easy Cloud) erwartet das Management für die kommenden Jahre eine weiter starke Umsatzdynamik. Für das aktuelle Jahr wird mit Umsatzerlösen von 4,3 Mio. € gerechnet, wofür aufgrund der Kundenpipeline bereits eine gute Sichtbarkeit besteht. Im Juli 2018 gab die Apinauten bekannt, dass die Auftragseingänge aufgrund der starken Nachfrage im Markt im ersten Halbjahr um 226% gesteigert werden konnten und untermauern dies zugleich. Nach 8% Umsatzanteil in diesem Jahr im Easy Konzern (ca. 53,8 Mio. € Konzernumsatz), soll dieser im kommenden Jahr auf 12% (ca. 57,5 Mio. € Konzernumsatz) weiter ansteigen. Bis 2023 sieht der Business Plan dann eine mehr als Vervierfachung der Cloud-Umsatzerlöse auf 19,2 Mio. € vor. Das EBITDA soll nach einem noch leicht negativen Betrag i.H.v. 0,4 Mio. € in diesem Jahr bereits 2020 positiv ausfallen und bis 2023 auf 7,4 Mio. € ansteigen. Dies würde einer sehr starken EBITDA-Marge von 38,5% entsprechen, die zugleich auch den hohen Kaufpreis von maximal 14,2 Mio. € (1. Tranche 8,9 Mio. € + 2. Tranche max. 5,25 Mio. €) rechtfertigen würde. Der Vorstand betonte in der Telefonkonferenz am 07.01.2019 dazu, dass bei der Planung bis 2023 aber bereits Abschläge vorgenommen worden seien. Da sich die Cloud-Umsätze in diesem Jahr ausgehend von der ursprünglichen Planung verdoppeln sollen (8% statt 3-4% vom Konzernumsatz), dürfte zudem auch klar sein, dass die aktuelle Umsatzprognose für 2019 (48 - 50 Mio. €) spätestens im Rahmen der Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2018 leicht nach oben adjustiert werden dürfte. Die EBITDA-Prognose von 4,0 - 5,0 Mio. € dürfte meines Erachtens hingegen an das untere Ende angepasst werden. In der jüngsten Unternehmenspräsentation gibt der Vorstand hierbei eine EBITDA-Marge für 2019 von 8%, nach bislang 8,3-10,0%, an. Auf Basis der aktuellen Umsatzprognose von 48 - 50 Mio. € entspricht dies einem EBITDA von 3,8 - 4,0 Mio. €, wohingegen auf Basis eines Umsatzes von 53,8 Mio. € ein EBITDA von 4,3 Mio. € resultieren würde. Ich selber rechne daher mit Umsatzerlösen von 51,7 Mio. € sowie einem EBITDA von 3,9 Mio. € für das aktuelle Geschäftsjahr.

 

Um den Kauf der Apinauten GmbH zu finanzieren, plant die Easy Software zur Begleichung der ersten Kaufpreistranche i.H.v. 8,9 Mio. € offiziellen Angaben zu Folge im ersten Halbjahr dieses Jahres zum einen eine Bezugsrechtskapitalerhöhung über 1 Mio. neue Aktien. Auch ein Vollzug bereits im ersten Quartal ist meines Erachtens denkbar. Hierdurch dürfte die Gesellschaft zwischen 4,0 und 5,0 Mio. € - in Abhängigkeit des Aktienkurses - einnehmen. Andererseits plant Easy Software auch die Aufnahme von Fremdkapital im Volumen von 6,5 - 10,0 Mio. €, wodurch eine sinnvolle Mischung aus Eigen- und Fremdmitteln für die Transaktion genutzt wird. Zugleich wird damit der Leverage erhöht und die Gesamtkapitalkosten werden reduziert. Für die verbleibenden Anteile sieht der Kaufvertrag im kommenden Jahr eine weitere Zahlung zwischen 1,75 Mio. € und 5,25 Mio. € vor. Diese kann entweder durch die Ausgabe weiterer 360T Easy Software Aktien oder auch in Cash beglichen werden. Ob der Earn-Out in Aktien oder Cash bezahlt wird, obliegt dabei der Käuferseite.

 

Daneben hat das Unternehmen nun auch in den USA, nach personellen Veränderungen in Großbritannien, einen neuen CEO berufen, der über langjährige Expertise im Softwarebereich verfügt und der dortigen Landesgesellschaft neue Impulse liefern sollte. Andererseits musste das Unternehmen Anfang der Woche bekannt geben, dass die bereits im vergangenen Jahr gesenkte EBITDA-Prognose von 0,4 - 1,0 Mio. € nicht erreicht wird. Der Grund hierfür sind nochmals Einmalaufwendungen i.H.v. 1,0 Mio. €, die insbesondere periodenfremd (variable Gehaltsbestandteile, Forderungen) sind. Die Umsatzprognose von 45 - 47 Mio. € habe jedoch weiter Bestand. Ich rechne daher weiterhin mit einem Umsatz von 46,25 Mio. € für 2018 (+8,2%) und einem nun negativen EBITDA von -0,6 Mio. €, nach zuvor 0,4 Mio. €  

 

Insgesamt hat sich der Investmentcase für die Easy Software Aktie durch die angekündigte Übernahme der Apinauten GmbH deutlich verbessert. Durch die verstärkte Positionierung im stark wachsenden Cloud-Geschäft und den einhergehenden hohen Ergebnismargen, dürfte sich auch die Marge im Gesamtkonzern ab diesem Jahr sukzessive in den zweistelligen Prozentbereich erhöhen. Ich habe hierbei jedoch Abschläge auf die Planungen im Cloud-Geschäft bis 2023 i.H.v. 20% beim Umsatz und 30% beim EBITDA vorgenommen, sodass ich mit Cloud-Umsätzen von 15,4 Mio. € sowie einem Cloud-EBITDA von 5,2 Mio. € kalkuliere. Somit sollte bei einem lediglich leichten Wachstum von durchschnittlich 5,0% p.a. im Nicht-Cloud-Bereich und einer unterstellten EBITDA-Marge von 10,0% bis 2023 eine EBITDA-Marge von 15,0% erreicht werden können. Dem liegt eine Umsatzsteigerung auf 73,2 Mio. € zu Grunde. Ich habe im Zuge der Neubewertung der Easy Software Aktie dabei bereits die Kapitalerhöhung mit 1 Mio. neuen Aktien zu einem Preis von 4,50€ sowie eine Erhöhung der Fremdmittel i.H.v. 8,3 Mio. € (Durchschnittswert aus 6,5 Mio. € und 10,0 Mio. €) berücksichtigt. Für die Earn-Out Zahlung im kommenden Jahr habe ich die maximale Höhe von 5,25 Mio. € als Liquiditätsabfluss angesetzt. Letztlich ergibt sich somit unter Berücksichtigung eines Diskontierungssatzes i.H.v. 8,8% (Eigenkapitalkosten 10,0%) ein neues Kursziel von 13,50€ (alt: 9,00€), welches damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau liegt. Letztlich liegt es aber in der Hand des Vorstands und auch des Aufsichtsrats, nun diese Opportunitäten in den kommenden Jahren zu nutzen und entsprechend umzusetzen, um den Shareholder Value folglich durch das Erreichen einer deutlich höheren Umsatz- und Ergebnisbasis zu erhöhen.

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> Update Telefonkonferenz < 

Der Vorstandsvorsitzende von Easy Software, Herr Weisshaar, hat am Montagnachmittag eine Telefonkonferenz durchgeführt, um Investoren und Interessierte über die aktuelle Geschäftsentwicklung, die nötigen Umstrukturierungen und die zukünftige Geschäftsentwicklung zu informieren. Mit Blick auf das erste Halbjahr wurde durch ihn betont, dass man kein Umsatz- sondern ein Kostenproblem habe. Dies sei insbesondere durch eine Unterauslastung im Consulting-Geschäft entstanden. Zwar habe man weiter Mitarbeiter eingestellt, bei Projekten konnte jedoch aufgrund einer nicht ausreichenden Planung und Qualifizierung der Mitarbeiter immer das richtige eigene Personal eingesetzt werden. Die Folge war der vermehrte Bezug von fremden Mitarbeitern, wodurch das Ergebnis belastet wurde. Für das Gesamtjahr beziffert der Vorstand diesen Effekt auf 0,9 Mio. €. Die nun angestoßenen Reorganisationsmaßnahmen, die sich auf eine Summe von 2,1 Mio. € belaufen, sollen in vier verschiedene Bereich verwendet werden. 1.) Reduktion der operativen Personalkosten (1,2 Mio. €), 2.) Umstrukturierung Auslandstöchter (0,5 Mio. €), 3.) Globales Prozessrollout und ERP Umstellung (0,3 Mio. €), 4.) Umbau Partnerprogramm (0,1 Mio. €). Darin enthalten (Reduktion der operativen Personalkosten) dürften vor allem Abfindungen für Mitarbeiter sowie den Finanzvorstand Herrn Eska sein.

Um eine bessere Struktur im Consultinggeschäft zu implementieren, wird dazu aus bisher 8 verschiedenen Einheiten eine gesamte Einheit gebildet. Für die Landesgesellschaft in Großbritannien wurde dazu bereits ein neuer Head of verpflichtet, in den USA wurde die Gesellschaft personell verstärkt. Um jedoch auch die Cloud-Plattform auf weiteres Wachstum auszurichten und durch neue Tools zu verbessern, soll im kommenden Jahr nochmals investiert werden. So ist eine Summe von 1,0-1,5 Mio. € geplant, die zugleich aktiviert werden soll. Für 2019 wird für die Plattform dabei mit einem Umsatz von ca. 1,5 Mio. € gerechnet, deren Kundenanzahl pro Monat mit 600-800 Neukunden wächst. Zugleich soll die Plattform im kommenden Jahr einen positiven Deckungsbeitrag erwirtschaften. Für das kommende Jahr sollen 4 wesentliche Aspekte zum Umsatzwachstum beitragen. So wird laut Marktforschungsinstituten der Content Services Markt weiter wachsen, die Marketingaktivitäten der Easy Gruppe sollen das Wachstum unterstützen, die Auslandstöchter in Großbritannien und den USA sollen durch personelle Veränderungen höhere Umsatzbeiträge liefern und letztlich soll der Ausbau des Partnerprogramms Umsatzimpulse bringen.

Mit Blick auf die Ergebnisprognose (4,0-5,0 Mio. € vs. 0,4 -1,0 Mio. €in 2018) zeigt sich allerdings, dass diese keine nennenswerten tatsächlichen Ergebnisverbesserungen impliziert. Ausgehend von 0,4 Mio. € und 2,1 Mio. € Reorganisationskosten sowie 0,1 Mio. € für SAP by Design und 1,0-1,5 Mio. € Aktivierungen resultiert bereits ein EBITDA von 3,5-4,0 Mio. €. Geht man davon aus, dass die Unterauslastung ebenfalls wegfällt, ergibt sich ein EBITDA von 4,4-4,9 Mio. € und liegt damit genau im Rahmen der Prognose. Erreicht Easy hingegen beispielsweise das obere Ende der Spanne in diesem Jahr von 1,0 Mio. €, steigt die rein rechnerische Basis für 2019 auf 4,9-5,5 Mio. €. Ein Erreichen der oberen EBITDA-Spanne sollte daher die Pflicht sein.  Es wäre jedoch seit Jahren die erste Ergebnisprognose, die erreicht werden würde.

Letztlich führen die höheren Aktivierungen zu einer Anpassung meiner Ergebnisprognose, da ich bislang von keinerlei Aktivierungen mehr in 2019 ausgegangen war. Zuletzt hieß es hierzu, dass in 2018 mit 0,3 Mio. € nur noch geringe Aktivierungen anfallen würden. Für 2021 wird dagegen nach Abschluss der Investitionen mit keinen Aktivierungen mehr gerechnet, sodass meine Margenerwartung von 12% beim EBITDA für 2021 unverändert Bestand haben. Dennoch denke ich, dass die angestoßenen Maßnahmen im Jahr 2020 für ein höheres Wachstum sorgen sollten. Daher habe ich meine Umsatzerwartungen für 2018 & 2019 zwar leicht reduziert, für 2020 dagegen erhöht, da sich diese dann vollumfänglich niederschlagen sollten. In allen drei Jahren (+8,2%/+6,0%/+8,0%) liege ich mit meinen Wachstumserwartungen jedoch unterhalb des von Gartner prognostizierten Wachstums von 10% p.a. in Westeuropa für die kommenden Jahre. Es zeigt jedoch, welches Potenzial sich für die Easy Software Gruppe dadurch bietet. Dennoch reduziert sich mein Kursziel nun nochmals leicht von 9,20€ auf 9,00€ je Aktie.  

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