So schätzen Sie das Risiko von Aktien richtig ein

Aktieninvestments werden häufig als die Anlageform mit den höchsten Renditeerwartungen beschrieben. Untermauert wird diese These mit Fakten aus der Historie.

Der deutsche Aktienindex

Der deutsche Aktienindex DAX zum Beispiel hat sich seit dem offiziellen Start im Juli 1988 bis Mitte 2017 verelffacht und damit ein durchschnittliches Plus von 8,6 Prozent pro Jahr erzielt. Die Rendite setzt sich zusammen aus Kursgewinnen (ca. 5,8 Prozent) und den von den Unternehmen ausgeschütteten Dividenden (ca. 2,8 Prozent), die beim DAX mit in die Indexentwicklung einfließen. Beim Kauf von Aktien werden die Dividenden separat ausgezahlt.

Starke Schwankungen bei Aktienrenditen

Wer vor diesem Hintergrund jetzt in Aktien investieren möchte, der sollte bedenken, dass die Rendite in Zukunft auch ganz anders aussehen kann. Zum einen gibt es an den Aktienmärkten keine garantierten Gewinne und zum anderen handelt es sich bei der oben genannten Rendite auch nur um einen Durchschnittswert der vergangenen 29 Jahre.

Aktienmärkte zeichnen sich nicht durch eine gradlinige Entwicklung aus, sondern durch unterschiedliche Marktphasen. Betrachtet man die seit 1988 erzielte Durchschnittsrendite über einen rollierenden Zeitraum von jeweils zehn Jahren, dann schwankt diese zwischen Werten von minus 3,6 und plus 18,4 Prozent pro Jahr. Wenn ein Anleger in der Vergangenheit also für genau zehn Jahre im DAX investiert gewesen wäre, dann hätte er unter dem Strich im schlechtesten Fall gut 30 Prozent verloren. Im besten Fall wäre das eingesetzte Kapital aber mehr als verfünffacht worden.

Bei Aktien unterscheidet man zwei Arten von Risiken

Diese deutlichen Unterschiede bei nur einem einzigen Index zeigen, dass die Anlage in Aktien enorme Chancen aber auch Risiken beinhaltet. Dabei unterscheidet man grob zwischen zwei Arten von Risiken. Wer in Aktien investiert, erwirbt immer einen Anteil an einem Unternehmen. Von daher kann der Wert der Aktie natürlich auch vom Geschäftsverlauf oder den Zukunftsaussichten dieses Unternehmens beeinflusst werden. Neben diesen unternehmensspezifischen Risiken gibt es aber auch noch das Gesamtmarktrisiko. Aktienkurse bilden sich grundsätzlich durch Angebot und Nachfrage der unterschiedlichen Marktteilnehmer.

Und die können ganz individuelle Gründe haben, eine Aktie zu kaufen oder zu verkaufen. So kann es durchaus vorkommen, dass die Kurse an den Aktienmärkten fallen, obwohl die Unternehmen gute Zahlen veröffentlichen – oder umgekehrt. Als Begründung für solche auf den ersten Blick schwer nachvollziehbare Entwicklungen wird dann oftmals auf politische Ereignisse, Notenbank-Entscheidungen, Analysten-Einschätzungen oder Veränderungen bei anderen Assetklassen (Zinsen, Währungen, Rohstoffe) verwiesen.

Potenzielle Einflussfaktoren auf die Aktienkurse

Aktienkurse entstehen durch Angebot und Nachfrage der unterschiedlichen Marktteilnehmer. Deren Handlungen können u.a. durch folgende Faktoren beeinflusst werden:

  • Persönliche Lebenssituation (größere Einnahmen oder Ausgaben)
  • Attraktivität anderer Anlageformen (Sparzinsen, Anleiherenditen etc.)
  • Bedeutende politische Ereignisse (Krieg, Unruhen, Wahlergebnisse, Steuerpläne)
  • Konjunkturelle Entwicklungen (Aufschwung, Boom, Rezession, Depression)
  • Unternehmens-Meldungen (Quartalszahlen, Dividendenvorschläge, Übernahmen)
  • Analysten-Voten (Erhöhung oder Reduzierung von Kurszielen)
  • Intermarket-Umfeld (Entwicklung von anderen Assetklassen wie z.B. Währungen)

Diversifikation reduziert das Aktienrisiko

Die Risiken einer Aktienanlage lassen sich auf Dauer vor allem durch die Streuung des Kapitals auf verschiedene Aktien aus unterschiedlichen Branchen und Regionen reduzieren. Auch kann es Sinn machen, verschiedene Anlagestrategien miteinander zu kombinieren. Bei wikifolio.com bieten sich hier zahlreiche Möglichkeiten. Jeder Trader veröffentlicht seine individuelle Handelsidee und legt offen, welche Aktien in seinem Portfolio sind.

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