20.02.2015| Von: Andreas Kern |

Die Börse ist ein knallhartes Geschäft. Zeit für Sentimentalitäten bleibt da nicht. Diese Erfahrung machen auch langjährige Vorstandschefs immer wieder. Verehrt wird man als Unternehmenslenker nur so lange, wie man auch erfolgreich ist. Ansonsten wendet sich das Blatt ganz schnell. Herbert Hainer, seit 2001 Chef des Sportartikelherstellers Adidas, kann ein Lied davon singen. Der jahrelang von den Börsianern gefeierte Freund von Uli Hoeneß hat mit der Ankündigung, dass die Suche nach seinem Nachfolger begonnen hat, für einen Kurssprung bei der Adidas-Aktie gesorgt.

adidas im fokus
Obwohl Hainer seinen bis März 2017 laufenden Vertrag erfüllen möchte, spekulieren Marktteilnehmer bereits auf einen vorzeitigen Wechsel auf dem Chefsessel bei Adidas. Dem derzeitigen Macher traut man an der Börse nicht mehr viel zu, seit der Sportartikelhersteller im vergangenen Jahr trotz der überaus erfolgreichen Fußball-Weltmeisterschaft seine Jahresprognose verfehlt hat. Nachdem der Aktienkurs über 40 Prozent an Wert verloren hatte, geht es seit einigen Wochen wieder aufwärts. Das freut auch viele Trader bei wikifolio.com, die in den beginnenden Turnaround hinein eingestiegen sind.
Hoffnung macht den Aktionären neben dem - wann auch immer - anstehenden Führungswechsel das neue bis zum Jahr 2020 geltende Strategiepapier des Unternehmens, das offiziell erst Ende März vorgestellt werden soll. Während Hainer selbst nur von einem „guten Plan“ spricht, „der unseren Anspruch, das beste Sportunternehmen der Welt zu sein, deutlich macht", sind in den Medien bereits vermeintliche Details zu lesen.
10 DAX-Aktien mit den meisten Trades (Zeitraum: 13.02.2015 - 20.02.2015)

10 DAX-Aktien mit den meisten Trades Adidas

Basis: Alle investierbaren wikifolios
Die Vermögensverwalter von Albrech & Cie. informieren Anleger genau darüber in ihrem jüngsten Kommentar: „Bis zum Jahr 2020 solle der Umsatz von derzeit 14,8 Milliarden Euro auf 20 Milliarden Euro zulegen, berichtete das "Manager Magazin" am Donnerstag vorab aus seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe. Die operative Umsatzrendite solle im gleichen Zeitraum mindestens 10 Prozent betragen. Das Magazin beruft sich bei seinen Angaben auf das Umfeld des Unternehmens“. In ihrem sehr breit diversifizierten wikifolio „Top Global Brands“ ist die Adidas-Aktie eine von zurzeit 37 Positionen. Gegenüber dem Einstandskurs liegen die Anlageprofis bereits 17 Prozent im Plus.
Das wikifolio selbst konnte seit dem Start im März 2014 durch die Fokussierung auf Aktien von Unternehmen mit einer starken globalen Marke bzw. wachstumsstarken regionalen Marken eine Performance von 22 Prozent erzielen, während der maximale Verlust nur acht Prozent betrug.

Auch bei Stefan Baumert („bmrt“) hat sich die jüngste Kursrally von Adidas positiv auf die Performance seines wikifolios „BMRT DE Trend“ ausgewirkt. Trotz eines Teilverkaufs Anfang Februar zählt der Sportartikelhersteller nämlich immer noch zu den Schwergewichten unter den insgesamt 14 Einzelwerten.
Verglichen mit ihrem Kaufkurs liegt die Aktie rund zwölf Prozent im Plus, während das wikifolio in gut sechs Monaten ein Kursplus von 22 Prozent generierte. Die Vorgabe, nur deutsche Einzeltitel zu kaufen, die gewisse Kriterien „wie z.B. ein intakter Aufwärtstrend, gewisse Chartformationen oder eine relative Stärke“ erfüllen, brachte ihm zwischenzeitlich aber auch mal einen Rückschlag von fast 17 Prozent ein. Aktuell liegt das wikifolio jedoch auf Allzeithoch. Die starke Performance von Adidas ahnte der Trader wohl schon am vergangenen Wochenende, als er kommentierte „Adidas könnte mit einem Ausbruch über 66 Euro weitere Käufer anlocken und somit noch weiter steigen. Die Aktie bleibt im wikifolio“. Genauso ist es dann auch gekommen.
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