28.12.2016| Von: Christina Oehler |


Mit dem 1. Januar 2017 tritt in den USA Abschnitt 871(m) des US-Internal Revenue Code (IRC) in Kraft. Hintergrund ist, dass die US-Behörden verhindern möchten, dass Nicht-US-Personen über derivative Finanzinstrumente die Quellensteuer auf US-Aktien umgehen. Die neuen Regelungen sehen den Abzug einer Quellensteuer auf „dividendengleiche Beträge“ (dividend equivalent amounts) vor, die Nicht-US-Personen aus Derivaten erzielen, die sich auf dividendenzahlende US-Aktien beziehen.

Emittenten von derivativen Produkten arbeiten aktuell an einer Lösung, die es ihnen und den Depotbanken ermöglicht, aus den neuen steuerlichen Regularien diese Quellensteuern an die US Behörden zu entrichten und auch die damit verbundene und rechtlich vorgeschriebene Meldung von Transaktionen zu leisten.

Aus diesem Grund sind Emittenten von derivativen Produkten derzeit nicht in der Lage, Derivate mit amerikanischen Aktien als Basiswerten so zu bepreisen, dass hieraus Dividendenzahlungen berücksichtigt werden können.

Bedeutung der US-Steuerinitiative für wikifolios

Bis die notwendigen Anforderungen abgestimmt und die entsprechenden Maßnahmen umgesetzt sind, gelten für wikifolio-Musterdepots ab 1. Januar 2017 und bis auf weiteres folgende Regelungen:

  • Für US-Aktien, die im wikifolio gehalten werden, können keine Dividendenzahlungen gebucht und gutgeschrieben werden.
    Der Kauf und Verkauf von US-Aktien im wikifolio ist wie bisher möglich. Auch der Kauf und Verkauf von wikifolio-Zertifikaten, die auf wikifolios mit US-Aktien basieren, ist weiterhin möglich.

  • Derivate auf US-Aktien können ab 2. Januar 2017 nur noch verkauft und nicht mehr gekauft werden.

    Falls  solche Derivate in einem wikifolio enthalten waren, wurden diese bis zum 15. Januar 2017 verkauft. Dies galt für die Zertifikate der Emittenten HSBC, Lang & Schwarz, Société Générale und UBS. wikifolio-Zertifikate, die auf wikifolios basieren, die Derivate auf US-Aktien enthalten, konnten bis zum vollständigen Verkauf von allen Derivaten auf US-Aktien im fiktiven Referenzportfolio somit auch nur mehr verkauft und nicht mehr gekauft werden – sie waren „bid only“.

Andere Zertifikate der genannten Emittenten (z.B. auch Derivate auf US-Indizes) können nach wie vor gekauft und verkauft werden.