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28.12.2018| Von: Nikolaos Nicoltsios |

Die Kurserholung am letzten Handelstag des Jahres hat nichts daran geändert, dass die Aktienmärkte das Börsenjahr 2018 mehrheitlich mit einem Minus abgeschlossen haben. Der breit gefasste HDAX verbuchte unter dem Strich einen Verlust von 17 Prozent. Rund ein Fünftel der insgesamt gut 100 Indexmitglieder konnte das Jahr dennoch mit einer positiven Performance abschließen. Einige dieser Titel zählten auch heute wieder zu den größten Gewinnern. Ausschlaggebend dafür soll der so genannte „Window Dressing“-Effekt sein. Demnach legen sich viele Fondsmanager zur „optischen Verschönerung“ der am Jahresende in den Rechenschaftsberichten ausgewiesenen Depotaufstellung gerne die Aktien ins Portfolio, die im abgelaufenen Jahr besonders gut abgeschnitten haben.

Ob das in Zeiten des Internets (wo zumindest die größten Positionen der Fonds in der Regel laufend einsehbar sind) tatsächlich immer noch so ist, sei mal dahingestellt. Bei der Aktie von Wirecard passt die Logik aber sehr gut. Zum Jahresabschluss stieg der Kurs des DAX-Neulings heute noch einmal um gut 4 Prozent, wodurch die Gesamtperformance auf rund 43 Prozent verbessert wurde. Eine beeindruckende Zahl, zumal die Aktie von dem Anfang September markierten Hoch zwischenzeitlich fast 40 Prozent verloren hatte und auch jetzt noch deutlich unter dieser Rekordmarke notiert.

Potenzial von bis zu 50 Prozent

Nach Ansicht des früheren Aufsichtsratschefs Klaus Rehnig ist die Aktie aktuell ein echtes Schnäppchen. In einem im Handelsblatt veröffentlichten Interview mit den Volontären der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten erklärte der immer noch am Wirecard beteiligte Investor der ersten Stunde „Ich rechne damit, dass bald ein internationaler Konzern kommen wird und Wirecard kaufen will. Dann könnten die Aktionäre einen Zuschlag auf den Börsenwert von 30, 40 oder 50 Prozent erhalten“. Leon Sanders („MavTrade“), der die Aktie in seinen wikifolios „Zukunftsbranchen” und „FutureMarkets” mit Anteilen von jeweils rund 35 Prozent extrem stark gewichtet hat, sieht diese Aussage mit gemischten Gefühlen: „Ich hoffe nicht, dass Wirecard in naher Zukunft von einem großen Konzern aufgekauft wird. Eventuell könnte man dafür dann eine kurzfristige schnelle Rendite von 50 Prozent auf den jetzigen Aktienkurs machen, doch ich bin der Überzeugung, dass noch deutlich mehr Rendite in den nächsten Jahren erwirtschaftet werden könne, wenn Wirecard weiter eigenständig wachsen kann“. Die beiden wikifolios konnten sich auch wegen der relativ großen Abhängigkeit von der Wirecard-Aktie den Turbulenzen am Markt nicht entziehen. Dennoch verbleibt seit Jahresbeginn jeweils ein kleines Kursplus, während die Gesamtperformance bei immer noch sehr attraktiven rund 73 bzw. 81 Prozent liegt.

Einer der lange Zeit wenigen Favoriten

Carsten Schorn („Abbakus“) ist in seinem wikifolio „Abacus” mittlerweile ebenfalls bei Wirecard investiert. Obwohl der auch in diesem Jahr wieder sehr erfolgreiche Trader das Marktgeschehen lange Zeit mit einer sehr niedrigen Investitionsquote begleitet hat, ist das auf den digitalen Zahlungsverkehr spezialisierte Unternehmen seit rund sechs Wochen dauerhaft in seinem Musterdepot vertreten. Bei immer mal wieder wechselnden Gewichtungen hat Schorn den Depotanteil rund um Weihnachten durch kleinere Zukäufe auf jetzt mehr als 5 Prozent ausgebaut. Insgesamt ist das aus 18 Aktien bestehende Portfolio momentan zu 78 Prozent investiert. Bis auf ein kurzes „Zieht jetzt intraday wie an der Schnur gezogen auf die 130 Euro hoch“ am 21. Dezember ließ sich der sonst regelmäßig postende Trader zu Wirecard bislang noch keinen Kommentar entlocken. Den Anlegern wird das relativ egal sein, solange die Performance (93 Prozent seit Auflegung bei 18 Prozent Maximalverlust) weiterhin so überzeugend ausfällt. Nach Erreichen eines neuen Allzeithoch gab es auf Monatssicht allerdings nach langer Zeit mal wieder einen etwas größeren Rückschlag von 5 Prozent.

Charttechniker mit Volltreffer

Ein kleines Lob dürfen wir an dieser Stelle noch den technischen Analysten von HSBC aussprechen, deren Analyse wir hier Anfang November vorgestellt hatten. Bei damaligen Kursen von 160 Euro wurde darauf hingewiesen, dass ein möglicher Bruch der so genannten Kreuzunterstützung bei ca. 148/150 Euro für den Aufbau neuer Shortengagements genutzt werden könne. In diesem Szenario sei ein Rutsch bis auf das Tief aus dem Juni bei rund 129 Euro wahrscheinlich. Tatsächlich ist die Aktie kurz nach dem Unterschreiten dieser Trigger-Marke zuletzt sogar bis auf unter 125 Euro gefallen.

 

Die 10 Aktien mit den meisten Trades auf wikifolio.com (21.12.2018 - 27.12.2018)

# Name ISIN Handelsvolumen Alle Trades Käufe
1 Wirecard DE0007472060 101.704 177 63%
2 Amazon US0231351067 175.275 165 70%
3 Deutsche Bank DE0005140008 40.616 148 75%
4 Apple US0378331005 47.895 133 74%
5 NVIDIA US67066G1040 21.059 121 68%
6 ISRA VISION DE0005488100 106.439 118 46%
7 Bayer DE000BAY0017 77.020 113 74%
8 SMA Solar DE000A0DJ6J9 257.795 109 71%
9 SAP DE0007164600 195.015 102 60%
10 S+T AG AT0000A0E9W5 112.297 100 54%

 

Alle wikifolios mit Wirecard (ISIN: DE0007472060) im Depot.

 

 

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