04.07.2017| Von: Nikolaos Nicoltsios |

Nach sechs Monaten in Folge mit steigenden Kursen hat es den DAX im Juni mal wieder „erwischt“. Der abgelaufene Monat bescherte dem deutschen Leitindex ein Minus von 2,2 Prozent. Der TecDAX verlor sogar doppelt so stark an Wert. Die bei wikifolio.com aktiven Anleger scheinen in diesem Umfeld vor allem wikifolios mit einem überschaubaren Maximum Drawdown zu präferieren. Wir stellen an dieser Stelle wie gewohnt die Top3 wikifolios mit dem größten Zuwachs an investiertem Kapital im vergangenen Monat vor. Wir haben dabei auch diesmal wieder alle wikifolios berücksichtigt, deren investiertes Kapital nicht mehr als 20 Mio. Euro beträgt und die beim maximalen Drawdown einen Wert von 30 Prozent noch nie überschritten haben.

 Die Anlegerlieblinge auf wikifolio.com im Juni 2017

wikifolio Trader Kapitalzuwachs im wikifolio-Zertifikat
Privalor AG Aktienstrategie IX Privalor AG € 1.342.838
ProReturn permanentReturn € 1.215.464
TSI Trendstärke mit Börsenampel Mkoenig € 884.855


Vermögensverwalter geht auf Nummer Sicher

Auf Platz eins der Rangliste stehen diesmal die Vermögensverwalter der Privalor AG, die für ihr wikifolio „PRIVALOR AG Aktienstrategie IX“ im Juni über eine Millionen Euro an neuen Geldern einsammeln konnten. Peter Kugel hat als Hauptverantwortlicher für die wikifolios der Rheinländer Anfang Juni sämtliche Aktienpositionen verkauft und stattdessen vier verschiedene Immobilienfonds in das Portfolio aufgenommen. Schwergewicht mit einem Depotanteil von fast 40 Prozent ist der durch eine jetzige Commerzbank-Tochter vor mehr als 45 Jahren aufgelegte „Hausinvest Europa“. Da der letzte erläuternde Kommentar der Anlageprofis leider schon über ein Jahr her ist, lässt sich über die Beweggründe zwar nur spekulieren. Vieles spricht aber dafür, dass diese Umschichtung eine ganz bewusste Sicherheitsmaßnahme darstellt. In der Handelsidee heißt es nämlich, dass man sich vor Anlageverlusten „durch den teilweisen oder vollständigen Rückzug aus der Anlageklasse Aktien“ schützen wolle. Ansonsten liegt der Fokus klar auf Aktien von „hochwertigen Unternehmen“ aus Deutschland. Mit dieser Strategie soll in jedem 5-Jahreszeitraum eine „möglichst große positive Rendite“ erzielt werden. Seit dem im Februar 2016 erfolgten Start liegt die Performance bei einem Maximalverlust von nur gut 8 Prozent bei über 25 Prozent. Das im Mai des vergangenen Jahres emittierte wikifolio-Zertifikat verbucht bislang eine Wertsteigerung von knapp 20 Prozent.

Erfolgreiche Korridor-Spekulationen beim DAX

Auf dem zweiten Platz der Rangliste ist mit Henry Neumann („permanentReturn“) ein „alter Bekannter“ gelandet. Die Nachfrage nach seinem wikifolio „ProReturn“ ist fast so konstant wie die Performance, die sich seit August 2015 auf 65 Prozent summiert. Bei einem Maximum Drawdown von ebenfalls sehr überschaubaren 8,8 Prozent notiert das seit März 2016 handelbare wikifolio-Zertifikat mit 33 Prozent im Plus. Der seit 15 Jahren an der Börse aktive Trader kauft bei diesem wikifolio fast durchweg (Capped) Bonuszertifikate auf den DAX mit relativ kurzer Restlaufzeit und einem hohen Aufgeld. Wird bei diesen Zertifikaten die jeweilige Barriere bis zum Laufzeitende nicht verletzt, wird der Höchstbetrag fällig. Ansonsten drohen überproportional hohe Verluste. Der Ansatz erinnert an die von Anlageprofis angewandten Stillhalterstrategien. Zuletzt kombinierte Neumann dabei immer öfter „normale“ Capped Bonuszertifikate mit Reverse-Varianten. Das bringt immer dann den größtmöglichen Erfolg, wenn der DAX in der durch die Barrieren fixierten Range verharrt. Gut zwei Wochen vor Fälligkeit der Zertifikate liegen die Barriere der aktuellen Produkte unten zwischen 11300 und 11600 Punkten sowie oben bei 13400 und 13500 Punkten. Seine relativ konkrete Markteinschätzung erläuterte der Trader heute Morgen per Kommentar: „Noch nicht ganz exakte Ziele bei ca. 12100 würde ich in den Raum werfen. Vorher könnte es kleinere wimpelschwingende Bärchen auf dem Chartbild geben. (kleinere bärische Flagge) Das bedeutet mäßige Anstiege bis 12400/12450/12500 sind möglich, um danach weiter auf besagtem Punktbereich bei 12100 zu landen. Über 12800 sehe ich den DAX vorerst nicht, erst eine Herbstralley könnte da neue Erkenntnisse bringen“.

Klare Regeln ohne emotionale Störfaktoren

Maximilian König („MKoenig“) hat seinen Bekanntheitsgrad im abgelaufenen Monat durch ein Webinar bei wikifolio.com wohl noch einmal deutlich erhöhen können. Die Nachfrage nach dem Zertifikat auf sein wikifolio „TSI Trendstärke mit Börsenampel“  war jedenfalls so groß, dass er es in unsere Top3-Liste geschafft hat. Überzeugen kann bislang auch die Performance, die bei einem Gesamtzeitraum von gut 13 Monaten rund 57 Prozent beträgt. Auch dieser Trader liegt beim maximalen Verlust mit einem Wert von 8,7 Prozent bislang im einstelligen Bereich, was gerade für Trendfolgemodelle eine starke Leistung ist. Genau darauf basiert nämlich der Ansatz des Traders, der aktuell seinen Master mit dem Schwerpunkt Finanzen macht und nebenbei Handelsstrategien entwickelt, um dadurch einen nachhaltigen Vorteil gegenüber dem Gesamtmarkt zu generieren. Für sein wikifolio hat er sich die Trendstärke-Strategie einer bekannten deutschen Börsenzeitschrift angesehen und diese nach seinen Vorstellungen optimiert. Bei einem Fokus auf Aktien aus dem MDAX, TecDAX, SDAX und dem Nasdaq100 soll die Investitionsquote über eine selbst entwickelte Börsenampel bestimmt werden. Aktuell besteht das Portfolio aus 15 Einzelwerten sowie einem Cashbestand von gut 7 Prozent.

Dass sich der vergleichsweise junge Trader bei seinen Investments tatsächlich fest an das Regelwerk hält, belegt sein aktueller Kommentar zum Marktgeschehen: „Meiner Meinung nach sollten wir uns in den nächsten Wochen auf stärkere Kursveränderungen vorbereiten. Auch weitere Kursrücksetzer sind hierbei nicht ausgeschlossen. Natürlich lässt sich der Markt nicht vorhersagen, allerdings möchte ich speziell über die Sommermonate etwas auf die Euphoriebremse treten. Da ist die Frage erlaubt: Wieso wird die Investitionsquote nicht einfach reduziert, wenn ich eine gewisse Unsicherheit spüre? Ganz einfach: Es ist lediglich mein Gefühl und dieses zählt hier nichts. Wir verfolgen eine quantitative Strategie, die uns klar vorgibt, wann wie zu handeln ist. Schließlich ist nicht ausgeschlossen, dass der Markt nach dem Durchhänger im letzten Monat nun wieder durchstartet“.