13.08.2015| Von: Andreas Kern |

700 Punkte hat der deutsche Aktienindex DAX in den vergangenen zwei Tagen verloren. Ein Kursrutsch, wie man ihn in so kurzer Zeit nicht häufig erlebt. Auslöser des kleinen Börsenbebens war die überraschende Abwertung des Yuan durch die chinesische Notenbank. Die will damit der zunehmend an Dynamik verlierenden Wirtschaft auf die Sprünge helfen.

Analysten gehen davon aus, dass die Maßnahmen noch ausgeweitet werden. Weil deutschen Exportunternehmen dadurch Wettbewerbsnachteile entstehen könnten, sank der DAX im Wochenverlauf überproportional stark in die Knie. Viele Marktteilnehmer erwischte der erneute Einbruch mitten in die laufende Erholungsphase hinein auf dem falschen Fuß. Echte Profis behalten dennoch einen kühlen Kopf. Auch bei wikifolio.com zeigt sich gerade in solchen Phasen, welche Trader eine wirklich nachhaltig erfolgreiche Strategie besitzen.

Sehr positiv entwickelt sich seit nunmehr fast einem Jahr bereits das von Michael Brüning („Muensteraner“) betreute wikifolio „Trade to Paradise“, wo die „Kaufentscheidungen aufgrund der Signale der Technischen Analyse in Verbindung mit einem eigenen Handelssystem getroffen werden“. Dieses System hat seit September 2014 bei einem Drawdown von knapp 19 Prozent eine Performance von 127 Prozent generiert. Ein nicht unbedeutender Teil dieses Zuwachses resultiert zwar aus der Startphase, als das wikifolio noch nicht investierbar war. Seit Auflegung des wikifolio-Zertifikats zum Ende des vergangenen Jahres ging es bei einem Plus von immerhin noch gut 41 Prozent dafür aber recht kontinuierlich nach oben. In den vergangenen Tagen wurde gerade ein neues Allzeithoch markiert. Verantwortlich dafür war vor allem die richtige Positionierung beim DAX. Zunächst wurde im Laufe des Dienstags mit Hilfe von relativ stark gehebelten Faktorzertifikaten von HSBC eine gestaffelte Short-Position aufgebaut („Ein Verkaufssignal auf Tagesbasis ist nach meinem Handelssystem noch nicht ganz komplett, daher gehe ich in den kommenden Tagen von weiter fallenden Kursen aus, die Abwärtsbewegung scheint gerade erst ins Rollen gekommen zu sein“). Am Mittwochmorgen erfolgte dann bereits die Glattstellung, wobei schnelle Gewinne zwischen 8 und 26 Prozent erzielt wurden („Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass es nur ganz selten "falsch" gewesen wäre, die Gewinne (sobald sie ein gewisses Maß erreicht haben) mitzunehmen. Meistens war es in der letzten Zeit "falsch", die Gewinne nicht direkt mitgenommen zu haben. Das habe ich heute Morgen, ohne zu zögern, auch direkt getan, besonders weil der DAX an der 11.040er-Unterstützung zunächst Halt gefunden hatte“). Nachdem der Trader dann geduldig auf neue Signale seines Handelssystems gewartet hatte, wechselte er gestern Abend um 20/21 Uhr noch auf die Long-Seite („Die amerikanischen Märkte erholen sich, es sieht wieder nach ansteigenden Kursen aus, daher mit einer kleinen Position Long beim Dax. Stoppkurs unter dem Tagestief von heute)“. Mit Blick auf die positive Eröffnung des DAX heute Morgen scheint auch das wieder die richtige Entscheidung gewesen zu sein.

Nicht ganz so gut läuft es hingegen bei seinem zweiten investierbaren wikifolio „Hedge-Strategie“, das Anfang 2014 aufgelegt wurde und aktuell mit 14 Prozent im Minus liegt. Das wikifolio-Zertifikat, in das allerdings noch kein Geld investiert wurde, weist sogar eine negative Performance von knapp 30 Prozent aus. Die hier angewandte „neutrale“ Strategie, „mit zwei gegenläufigen Hebelzertifikaten (die anfangs zusammen ein Plus-Minus-Null-Ergebnis produzieren sollen) als Hedge-Positionen den Kursverlauf des DAX zu handeln“, hat nach ganz gutem Start in den vergangenen Monaten überhaupt nicht mehr funktioniert.

Dieter Bender („TFollow“) hat in sein wikifolio „Systematische Trendfolge“ am Dienstagnachmittag einen zweifach gehebelten Exchange Traded Fund (ETF) auf den Short DAX aufgenommen und damit ebenfalls recht schnell erste Gewinne eingefahren. Realisiert wurden diese aber noch nicht. Der ETF ist als derzeit einzige Position in dem wikifolio mit zunächst 50 Prozent gewichtet worden („Ausverkauf aufgrund Yuan-Abwertung, halbe Position DAX short“). Da die Trades in der Regel über mehrere Tage gehalten werden und der Trader nach einem Trendfolgemodell handelt, ist je nach Marktlage eine weitere Aufstockung im Zuge der angelaufenen Erholung denkbar, so dass das wikifolio dann zu 100 Prozent auf fallende Kurse setzen würde. Dass der Trader, der nach eigenen Angaben „seit langen Jahren beruflich und privat erfolgreich im Wertpapiergeschäft tätig“ ist, etwas von seinem Handwerk versteht, zeigt folgende Einschätzung: „Geduld und die Fähigkeit, nachhaltig die Märkte und nicht seine Meinung über die Märkte zu traden, sind der Schlüssel zum Erfolg“. Auch deshalb gibt es in diesem Fall immer mal wieder (trendlose) Phasen, wo das wikifolio über mehrere Tage gar nicht am Markt investiert ist. Mit diesem Ansatz wurde der Wert des wikifolios seit Auflegung im November 2012 um 33 Prozent gesteigert. Die zu einem Trendfolgemodell zwangsläufig dazugehörenden Drawdowns brachten ihm einen Maximalverlust von bislang knapp 18 Prozent ein. Das Anfang 2013 emittierte wikifolio-Zertifikat liegt mit 26 Prozent im Plus.

10 Aktien mit den meisten Trades (05.08-12.08.2015)

#NameISINTrading VolumeAll
1DAX-KOGS P 11827,341DE000LS0C7B4278.769,49536
2DAX-KOGS C 10673,081DE000LS8RDR9293.936,06437
3ETFX-ETFX-DAX 3X LONG DZDE000A1YKTG2485.697,15429
4DAX-KOGS P 11714,744DE000LS0R9M08.810,10340
5DAX-KOGS C 11216,143DE000LS0S5S470.058,34328
6DAX-KOGS C 10981,790DE000LS0Q2Z898.943,16273
7Faktor-Zertifikat auf HSBC DAX®-Future Faktor 12 Long IndexDE000TD9L12818.841,92270
8ETF DAX 2x ShortDE000A0X9AA844.879,14260
9DB DAX Short x2LU0411075020596.689,06251
10Faktor-Zertifikat auf HSBC DAX®-Future Faktor 10 Long IndexDE000TD00XL864.030,56230

*Basis: alle investierbaren wikifolios*