Kann Delivery Hero den DAX bereichern?

Der Essenslieferdienst Delivery Hero ist seit Anfang dieser Woche Mitglied im DAX. Der besteht bekanntermaßen nur aus 30 Werten, spiegelt aber trotzdem rund 80 Prozent der Marktkapitalisierung aller an der Börse gelisteten Unternehmen hierzulande wider.

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Quelle: wikifolio.com, Delivery Hero

Der Index gilt daher auch als ein „Barometer für die deutsche Wirtschaft“, dessen Entwicklung sowohl im Inland als auch im Ausland mit großem Interesse verfolgt wird. Dass es eine Pleite-Firma wie Wirecard in diesen Elite-Club geschafft hat, war für das Image des DAX sicher nicht förderlich. Durch ein kurzfristig verändertes Regelwerk hat die Deutsche Börse immerhin dafür gesorgt, dass die Skandal-Aktie noch vor dem nächsten offiziellen Anpassungstermin im September aus dem Index eliminiert wurde.

Marktführer Amazon als Vorbild

Neu dabei ist nun also Delivery Hero . Ein Unternehmen, das erst vor gut zwei Jahren an die Börse gegangen ist und seine Umsätze mittlerweile fast ausschließlich im Ausland generiert. Operativ hat der Konzern bislang regelmäßig Verluste geschrieben. Der Fokus liegt zunächst auf möglichst viel Umsatzwachstum, wie auch der jetzt verkündete Zukauf in Dubai belegt. Das stößt bei vielen Marktbeobachtern unweigerlich auf Kritik, wenngleich ein Welt-Unternehmen wie Amazon mit exakt derselben Strategie begonnen hat.

Oliver Ross ( orsuntzu ), dessen wikifolio Sun Tzu nach knapp zwei Jahren bei einem maximalen Verlust von unter acht Prozent auf eine durchschnittliche Jahresperformance von 8,3 Prozent kommt, ist trotzdem entsetzt: „Delivery Hero schreibt rote Zahlen und kommt in den DAX. Was soll man davon halten? Unser DAX ist völlig unbrauchbar geworden, er ist mittlerweile so unnötig wie unbedeutend. Im DAX sollten mal die besten deutschen Unternehmen vertreten sein, das war einmal.“

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Kennzahlen

  • +25,2 %
    seit 04.10.2017
  • +5,4 %
    1 Jahr
  • -
    Risiko-Faktor
  • EUR 279.240,98
    investiertes Kapital
Ø-Performance pro Jahr: 8,3 Prozent

Operativer Verlust

Das mit den „roten Zahlen“ stimmt dabei nur bedingt. Im vergangenen Geschäftsjahr wies der Konzern bei einem Umsatz von 1,24 Milliarden Euro tatsächlich einen Nettogewinn von 230 Millionen Euro aus. Und das obwohl vor Steuern noch ein Verlust von 663 Millionen Euro zu Buche stand. Wie ist so etwas möglich? Die Erklärung ergibt sich aus der Gewinn- und Verlust-Rechnung (GuV). Neben einer kleinen Steuergutschrift taucht hier ein positives Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in Höhe von 920 Millionen Euro auf. Der Blick ins Detail zeigt, dass es sich hierbei um den Gewinn aus der im April 2019 erfolgten Veräußerung des Deutschlandgeschäfts handelt. Es war also ein einmaliger Sonderposten, der mit dem operativen Geschäft nur bedingt etwas zu tun hat und sich so vor allem nicht wiederholen wird. Profitabel arbeitet der Konzern also tatsächlich nicht.

Die Regeln für die DAX-Aufnahme

Ob Delivery Hero es im kommenden Jahr unter diesen Voraussetzungen ebenfalls in den DAX schaffen würde, darf zumindest angezweifelt werden. Aktuell laufen bei dem Indexbetreiber nämlich Diskussionen über weitere Änderungen des Regelwerks. Gut möglich, dass eine über einen längeren Zeitraum nachgewiesene Profitabilität dann als zusätzliches Kriterium aufgenommen wird. So wie es im S&P 500 in den USA längst der Fall ist, weshalb zum Beispiel Tesla erst jetzt die Chance auf einen Aufstieg in den Index bekommt – was viele Inhaber der entsprechenden Indexfonds mit Blick auf die fulminante Kursentwicklung der Aktie sicher bedauern. 

Beim DAX entscheiden aktuell jedenfalls noch die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz darüber, ob eine Aktie an einem der viermal im Jahr anstehenden Stichtage auf- bzw. absteigt. Das führt unweigerlich dazu, dass die meisten Neulinge bereits eine sehr starke Performance hinter sich haben. Denn je höher der Aktienkurs und damit auch der Börsenwert, desto größer stehen die Chancen auf einen Aufstieg. Oftmals ist die Luft bei diesen Aktien nach der Aufnahme in den DAX dann erst mal raus.

Raus nach 145 Prozent Kursplus

Vielleicht haben auch deshalb viele erfolgreiche Trader ihre Bestände bei Delivery Hero in den vergangenen Tagen reduziert. In dem wikifolio Predictable Consumer Stocks von Bastian Brach ( TBasti ) war die Aktie lange Zeit die mit Abstand größte Position. Nach dem Index-Aufstieg hat er am Montag dann aber auch die letzten noch vorhandenen Stücke veräußert. Dabei gelang ihm ein Gewinn von 145 Prozent. Ein Beleg dafür, wie gut die Aktie in den vergangenen Monaten gelaufen ist und dass man auch mit nicht profitablen Unternehmen an der Börse Geld verdienen kann – zumindest in einem gewissen Zeitfenster.

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cde

Kennzahlen

  • +216,4 %
    seit 20.12.2018
  • +109,1 %
    1 Jahr
  • 1,00×
    Risiko-Faktor
  • EUR 8.248.713,08
    investiertes Kapital
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Die 10 meistgehandelten DAX-Aktien der letzten sieben Tage

# Name ISIN Handelsvolumen (in Euro) Alle Trades Käufe
1 Bayer DE000BAY0017 76.546,29 275 55%
2 VW DE0007664039 11.528,01 229 52%
3 SAP DE0007164600 41.086,82 166 49%
4 Delivery Hero DE000A2E4K43 339.867,56 164 61%
5 BASF DE000BASF111 9.805,35 143 54%
6 Adidas DE000A1EWWW0 32.184,33 121 52%
7 Allianz DE0008404005 15.573,08 118 64%
8 Vonovia DE000A1ML7J1 44.222,41 106 52%
9 Fresenius DE0005785604 10.868,19 106 49%
10 Infineon DE0006231004 244.280,15 105 58%

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