20.11.2014| Von: Andreas Kern |

Beim Telekommunikationsanbieter Drillisch kam es in den vergangenen Tagen zu heftigen Kursschwankungen. Obwohl das Unternehmen am Donnerstagabend nach Börsenschluss gute Quartalszahlen vorgelegt und gleichzeitig seine Prognosen (auch für die wichtigen Dividendenzahlungen) bestätigt hatte, brach die Aktie zum Wochenschluss um sechs Prozent ein. Auslöser dieses Kurzfrist-Crashs war die angekündigte Übernahme des Hamburger Mobilfunkunternehmens Yourfone.

Drillisch im Fokus


Bei dem für Januar 2015 vorgesehenen Kauf der Tochter von Telefonica Deutschland „Yourfone“ will Drillisch einen mittleren bis hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrag aufwenden. Analysten bewerten den geplanten Deal in ersten Einschätzungen als strategisch sinnvoll, zum Teil aber als recht teuer. Das veranlasste einige Anleger wohl zu Gewinnmitnahmen. Auch dank einer sehr optimistischen Analyse der Citigroup, die davon ausgeht, dass die Transaktion eine Neubewertung bei Drillisch herbeiführe, wurden die Kursverluste zum Wochenstart aber schon wieder egalisiert. Bei wikifolio.com war der TecDAX-Wert zuletzt eine der am häufigsten gehandelten Aktien. Obwohl die Käufe unter dem Strich überwogen, gab es auch hier einige Gewinnmitnahmen.

Sascha Steiger („SSTInvest“) zum Beispiel hat sein Exposure bei Drillisch nach den jüngsten Nachrichten erst einmal etwas reduziert. Trotzdem ist die Aktie immer noch in zwei seiner insgesamt vier wikifolios vertreten. Vollständig getrennt hat er sich von dem Wert mit zum Teil zweistelligen Gewinnen ganz früh am Freitagmorgen in dem wikifolio „Gezieltes Wachstum“, was er wie folgt kommentierte: „Drillisch mit, wie ich finde, starken Zahlen. Zumindest gestern Abend bei Erscheinen dachte der Markt das wohl auch noch, die Aktie schoss direkt 4% in die Höhe. Ich habe bereits gestern Abend angefangen, die Position zu reduzieren und dies heute Morgen bis zum vollständigen Abbau weiter vorangetrieben. Leider ging der Kurs fortlaufend runter, nichtsdestotrotz hat der Verkauf dem Wikifolio einen ordentlichen Schub nach oben gegeben und nach den Erfahrungen der letzten Tage mit schnell abschmelzenden Gewinnen gehe ich da vor dem Wochenende kein Risiko mehr ein. Was man hat, hat man ;-)“. Das wikifolio, das kurz nach Jahresbeginn seinen bislang stärksten Rückgang von gut 30 Prozent verkraften musste, liegt aktuell nur knapp unter dem im Herbst markierten Allzeithoch. Seit dem Start im August 2013 konnte eine Performance von rund 67 Prozent erzielt werden (ISIN des Zertifikats: DE000LS9CVD1).

Die 10 Aktien mit den meisten Trades (Stand: 12.11.2014 - 19.11.2014)

Die 10 Aktien mit den meisten Trades

Basis: Alle investierbaren wikifolios

Dieter Jaworski („Javo“) hat seine ersten Drillisch-Aktien in dem wikifolio „Die Dividendenstrategie“ bereits im Oktober des vergangenen Jahres erworben und die Position bis Ende Januar dann immer weiter aufgestockt. Der aktuell mit neun Prozent gewichtete Wert liegt rund 26 Prozent im Plus. Als Begründung für die Käufe verwies der Trader während der Einstiegsphase vor allem auf die „überproportional hohe Dividendenrendite“. Nachdem er sich am Freitag zunächst noch über die überzeugenden Q3-Zahlen gefreut hatte, teilte er den Anlegern am Sonntag nach dem vorherigen Kurseinbruch in einem ausführlichen Kommentar seine aktuelle Überlegungen zu der Aktie mit: „Da denkt man, man hätte seine Schäfchen soweit im Trockenen, dann entpuppt sich Drillisch plötzlich als schwarzes Schaf. Ist ja kaum zu glauben. Bringen überragende Zahlen und schmieren so richtig ab. Obwohl der Kaufpreis für die Yourfone-Übernahme bislang reine Spekulation ist, wird offensichtlich von einem zu hohen Kaufpreis ausgegangen. Tja, wenn man nix genaues nicht weiß, verkauft man eben erst mal. Auch wenn ich den KP und die ARPU der Yourfone-User kennen würde, wüsste ich immer noch nicht, ob der Preis pro Kunde zu hoch oder o.k. ist. Und was unterm Strich übrig bleibt erst recht nicht. Ich mach es mir jetzt mal einfach. Nach 5 Jahren Vertrieb in Griechenland, bin ich mir ziemlich sicher, dass die beiden Choulidis nicht zu viel bezahlen. Beunruhigend ist eher das relativ hohe KGV, das nur durch entsprechendes Wachstum gerechtfertigt wird. So - jetzt bin ich gespannt, was morgen mit dem Kurs passiert. Ich habe eine Vermutung“. Diese Vermutung konkretisierte der Trader zwar nicht, da er die Aktie aber in vollem Umfang behalten hat, darf man davon ausgehen, dass er die anschließende Kurserholung genau so vorhergeahnt hat. Bei seinem im Dezember 2012 gestarteten wikifolio hat er schon des Öfteren ein gutes Händchen bewiesen, wie die Performance von 50 Prozent bei einem maximalen Verlust von 19 Prozent belegt (ISIN des Zertifikats: DE000LS9APT3).

Alle wikifolios mit Drillisch (ISIN: DE0005545503) im Depot.