26.05.2014| Von: Andreas Kern |

Wenn profitable Unternehmen eine hohe Dividende zahlen, ohne dadurch die Substanz zu gefährden, wird dies von Anlegern fast immer honoriert. Ein gutes Beispiel dafür ist die Aktie von Freenet, die mit einer Dividendenrendite von gut sechs Prozent in diesem Jahr ganz oben auf der Liste der Renditejäger stand.

Über 72 Prozent des Free Cashflows und damit knapp 186 Millionen Euro schüttete der Konzern vor wenigen Wochen an seine Aktionäre aus. Die zuvor sehr gut gelaufene Aktie ist durch den obligatorischen Dividendenabschlag etwas zurückgefallen. In der Vergangenheit hatten diese hausgemachten Kursdellen aber nur selten nachhaltig negative Folgen.

Stattdessen war es zumeist so, dass die Anleger nach der Dividendenzahlung zwar erst einmal das Interesse an der Aktie verloren. Nach einigen Wochen mit fallenden Kursen wurde der Aufwärtstrend dann aber regelmäßig wieder aufgenommen. Frei nach dem Motto „Nach der Dividende ist vor der Dividende“ haben Investoren die Kursschwäche immer wieder genutzt, um vermeintlich günstig einzusteigen. Schließlich strebt Freenet nach eigenen Angaben eine kontinuierlich steigende Ausschüttung an.

Die Analysten von Hauck & Aufhäuser (H&A) haben diesbezüglich ganz klare Vorstellungen. In Erwartung einer weiterhin starken Cashflow-Generierung aus dem operativen Geschäft rechnen die Strategen mit einer Anhebung der Dividende von aktuell 1,45 Euro auf 1,70 Euro im Jahr 2016. Das scheint aber nur die Untergrenze der Schätzung zu sein, denn im besten Fall wird sogar eine Ausschüttung von 2,15 Euro für möglich gehalten. Damit käme Freenet auf eine Dividendenrendite von fast zehn Prozent (bei 1,70 Euro wären es immerhin noch 7,6 Prozent).

Auch sonst zeigen sich die meisten Banken mit dem Geschäftsverlauf des Telekom-Dienstleisters zufrieden. Zwar lag der Umsatz im Startquartal unter den Erwartungen. Das wurde aber einheitlich mit einem schlechteren Absatz im margenschwachen Hardware-Geschäft begründet. Die Erlöse im wichtigen Mobilfunkgeschäft konnten hingegen überzeugen, so dass auch beim operativen Ergebnis die Prognosen erfüllt wurden. In Zukunft könnte Freenet zudem von der geplanten Fusion zwischen E-Plus und O2 profitieren. Dadurch würde laut Analysten der Druck beim Durchschnittserlös pro Kunde sinken, was sich entsprechend positiv auf das Zahlenwerk auswirken sollte.

10 Werte mit dem größten Trading-Volumen (16.05.-23.05.2014)

freenet im fokus

Quelle: alle wikifolios

 

Auch die Trader bei wikifolio.com haben ihre aufgelaufenen Gewinne nach der Ausschüttung zum Teil erst einmal mitgenommen.

In den vergangenen Tagen überwogen die Verkäufe bei Freenet deutlich. Stefan Pröhl („Salamander“), der bei seinem wikifolio „Trendstarke Deutsche Aktien“ den Fokus sehr erfolgreich auf deutsche Nebenwerte legt, hat durch die Veräußerung der Aktie neben der Dividendenrendite auch noch einen Kursgewinn von fast 24 Prozent einstreichen können. Sein von Anleger bisher kaum beachtetes wikifolio liegt seit Auflegung im Dezember 2012 mit gut 29 Prozent im Plus und notiert nur knapp unter dem Allzeithoch (ISIN des Zertifikats: DE000LS9BBY1).

Neue Rekorde sind auch bei dem wikifolio „DIVIDENDEN-STRATEGIE - D/EU/USA“ in Reichweite. Der gelernte Bankkaufmann Bernd von Trzebiatowski („Trebitrader“) hat hier seit September 2013 eine Performance von 15 Prozent erzielt und den maximalen Verlust gleichzeitig auf nur sechs Prozent begrenzen können. Bei Freenet hat er im Gegensatz zu den meisten anderen Tradern die Kursrücksetzer aber bereits zu Nachkäufen genutzt. Dabei verwies er in seinem Kommentar ausdrücklich auf die hohe Dividendenrendite der Aktie (ISIN des Zertifikats: DE000LS9BTG0).

Alle wikifolios mit freenet (ISIN: DE000A0Z2ZZ5) im Depot.