19.02.2015| Von: Andreas Kern |

Der trotz aller politischen Bemühungen anhaltende Konflikt um die Ostukraine lässt die internationalen Aktienmärkte vergleichsweise kalt. Deutliche Spuren hat die Krise jedoch beim russischen Erdgasproduzenten Gazprom hinterlassen. Dessen Gewinn ist zuletzt ebenso eingebrochen wie zuvor bereits der Aktienkurs, der sich auf Sicht von vier Jahren im Tief fast geviertelt hat. Die Hoffnung auf eine Entspannung der Krise sowie neue Expansionsmaßnahmen des Unternehmens haben den Kurs nun wieder beflügelt.

Gazprom im Fokus

Wohl auch wegen des zunehmend angespannten Verhältnisses zu Westeuropa strecken die Russen ihre Fühler vermehrt in andere Regionen aus. So plant der Konzern den Bau einer 3.000 Kilometer langen Gas-Pipeline nach China. Dass die Aktie von den wikifolio-Tradern zuletzt stark gehandelt wurde, könnte aber auch an der vermeintlich günstigen Bewertung der Aktie liegen. Die notiert wegen der politischen Unsicherheiten momentan immer noch deutlich unter ihrem Buchwert. Auf Basis der aktuellen Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Weltmarktführers zudem nur bei mageren drei.

Philipp Haas („investresearch“), der sich auf die Erstellung eigener Aktienanalysen spezialisiert hat, sieht das „faire“ KGV der Aktie hingegen bei zwölf, was immer noch deutlich unter den Werten der direkten Branchenkollegen liegt. Deshalb hat der Trader die Gazprom-Aktie schon recht früh in sein wikifolio „Nachhaltige Dividendenstars“ aufgenommen und die Position im Laufe des Februars sukzessiv vergrößert. Trotzdem ist der Gas-Riese in dem mit aktuell 36 Werten recht breit gestreuten wikifolio erst mit rund einem Prozent gewichtet. Haas setzt bei seinem Investmentansatz gezielt auf „Unternehmen und ETF´s, die sowohl ein gewisses Wachstumspotenzial haben, als auch eine nachhaltige Profitabilität aufweisen, die auch konsequent und nachhaltig ausgeschüttet wird“. Wie der Name schon verrät, ist damit auch die Dividendenrendite „ein sehr wichtiges Investitionskriterium“. Die Umsetzung verlief bislang erfolgreich. Das wikifolio, das seit dem Start Mitte 2013 eine Performance von über 50 Prozent ausweist und auf Jahressicht fast 30 Prozent im Plus liegt, notiert auf Allzeithoch. Der maximale Verlust konnte bislang auf unter zehn Prozent begrenzt werden.

Die 10 Aktien mit den meisten Trades (Stand: 12.02.2015 - 19.02.2015)

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Basis: Alle investierbaren wikifolios

Ebenfalls neue Rekordstände verbuchte zur Wochenmitte Michael Millan („ShareRadar“) bei seinem wikifolio „ShareRadar REBOUND“. Hier werden unterbewertete Aktien aus den Bereichen Technologie, Biotechnologie, Medizin, Infrastruktur, Entertainment und Energie gekauft, bei denen es „in naher Zukunft“ zu einem positiven Turnaround kommen könnte. Die mit zwei Prozent gewichtete Gazprom-Aktie ist aktuell einer von 26 Einzelwerten in dem wikifolio. Die Ende Januar aufgebaute Position hat der Trader am vergangenen Freitag weiter aufgestockt und dies mit einem „technischen Kaufsignal“ begründet, nachdem die vorherigen Käufe nicht kommentiert worden waren. Das im Mai 2013 gestartete wikifolio liegt bei einem maximalen Verlust von nur acht Prozent mit 21 Prozent im Plus.

Alle wikifolios mit Gazprom (ISIN: US3682872078) im Depot.