05.06.2014| Von: Andreas Kern |

Die große Euphorie rund um den Goldpreis ist längst einer gewissen Ernüchterung gewichen. In den Hochzeiten der Finanz- und Schuldenkrise schienen Notierungen von 2.000 US-Dollar und mehr nur eine Frage der Zeit zu sein. Im Laufe der Woche ist das Edelmetall nun auf 1.240 Dollar und damit den tiefsten Stand seit Anfang Februar gefallen. Im Vergleich zu den 2011 markierten Rekordhochs bedeutet das ein Minus von 35 Prozent. Obwohl oder gerade weil die Vorjahrestiefs jetzt nicht mehr weit entfernt sind, zeigen sich die Trader bei wikifolio.com vergleichsweise zuversichtlich für den Goldpreis. Dabei wird neben dem Edelmetall selbst auch auf ausgewählte Goldaktien gesetzt.

Die Gründe für den Verfall der Feinunze in den vergangenen Jahren sind vielfältig. Vor allem haben Politik und Notenbanken es geschafft, die Situation in den europäischen Krisenstaaten zumindest vorläufig zu beruhigen. Dadurch wird das als „sicherer Hafen“ geltende Edelmetall nicht mehr so stark nachgefragt. Das zeigt sich insbesondere an den börsengehandelten Gold-ETFs, bei denen sich die am Anlegerverhalten orientierenden Bestände an physischen Gold-Barren im Laufe der Zeit deutlich reduziert haben. Zuletzt waren es aber überwiegend die Spekulanten, die den Goldpreis nach unten getrieben haben. Durch den massiven Aufbau von Short-Wetten sind die so genannten Netto-Long-Positionen dieser Marktteilnehmer Ende Mai auf den niedrigsten Stand seit 15 Wochen gefallen. Hinzu kommt, dass die niedrigen Inflationsraten in der Eurozone die unverzinslichen Goldinvestments zunehmend unattraktiv erscheinen lassen.

20 „Gold“-Positionen mit den meisten Volumen (28.05.-04.06.2014)

Gold

Basis: alle wikifolios

Bei wikifolio.com standen Produkte mit Gold-Bezug zuletzt dennoch häufiger auf der Kaufseite der Ordermaske. Sebastian Reese zum Beispiel setzt gleich auf mehreren Zeitebenen auf eine Erholung der Feinunze. In seinem vor einem halben Jahr neu eröffneten wikifolio „SR wisdom capital Hebel“ befindet sich bereits seit rund sechs Wochen ein Open End-Turbo-Optionsschein von HSBC Trinkaus, dem nun noch ein bis Dezember laufender Knock-out-Schein von Lang & Schwarz hinzugefügt wurde. Was sich der Trader dabei gedacht hat, erläutert er wie folgt: „Tradingposition Gold Long. Neben der mittelfristigen Position wurde soeben eine weitere Goldposition gekauft. Diese sehen wir als kurzfristige Tradingposition. Der Goldpreis konnte nach dem Rutsch in der letzten Woche eine kleine Bodenbildung im Bereich 1240/1245 Dollar vollziehen. Eine kurzfristige Reboundbewegung bis in den Bereich 1252,50-1255 Dollar scheint möglich“.

Daneben setzt Reese noch auf drei Goldminenaktien. Bei seinem Kommentar zu einem dieser Werte outet er sich ebenfalls als Gold-Bulle: „Kauf Yamana Gold. Als weitere Beimischung im Edelmetallbereich. Die Aktionäre hatten in den letzten Wochen mit Blick auf die Kursentwicklung wenig Grund zur Freude. Mittelfristig bin ich weiterhin davon überzeugt, dass Gold positiv überraschen kann. Dieser Umstand dürfte sich dann auch positiv auf die Minenwerte auswirken. Aus diesem Grund wurde die Position ins wikifolio aufgenommen.“ Obwohl die Gold-Trades momentan allesamt im Minus liegen, kann sich die Performance seines wikifolios durchaus sehen lassen. Seit dem Start im Oktober liegt er mit gut 15 Prozent im Plus. Positiv einzuordnen ist dabei vor allem der maximale Kursrückgang von bislang nur 4,4 Prozent. Hier zeigt sich, dass man die Verlustrisiken auch beim Einsatz der als besonders riskant geltenden Hebelprodukten mit vernünftigem Positions- und Risikomanagement durchaus im Rahmen halten kann. Das auf dem wikifolio basierende Indexzertifikat (ISIN: DE000LS9CBA9) ist seit einigen Tagen investierbar und hat bereits über 110.000 Euro einsammeln können.