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05.10.2018| Von: Lukas Spang |

 

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Lukas Spang betreut als „Junolyst“ die wikifolios „Chancen suchen und finden“ und „Top Pics of the Year




In den vergangenen Monaten habe ich mit AT&S, Koenig & Bauer sowie Pantaflix drei Unternehmen vorgestellt, deren Aktienkurse sich seither recht unterschiedlich entwickelt haben. Alle drei haben mittlerweile neue Quartalszahlen präsentiert oder neue Informationen zum Geschäftsverlauf veröffentlicht.

Zeit für einen Rückblick und ein Update: Was ist seit den Analysen geschehen? Und hat sich meine zuvor positive Einschätzung zu den Werten geändert?

 

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AT&S belehrt Investoren eines Besseren

Nahezu exakt am Kurstief habe ich Ende Juni an dieser Stelle die AT&S-Aktie analysiert („AT&S - neue Mittelfristprognose als Chance?“), die sich zuvor monatelang in einem Abwärtstrend befand. Der Grund: Die Investoren unterschätzten die neue Mittelfristprognose massiv und waren über das zu erwartende Übergangsjahr wenig erfreut. In den kommenden fünf Jahren will der Vorstand die Umsatzerlöse um rund 50 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro steigern, bei einer EBITDA-Marge von 20 bis 25 Prozent. Zuletzt sprach CEO Andreas Gerstenmayer im Conference Call zu den Q1-Zahlen sogar von drei bis fünf Jahren. Selbst am unteren Ende entspricht dies einem EBITDA von 300 Millionen Euro - im vergangenen Geschäftsjahr waren es 226 Millionen. Unterm Strich könnte ein Ergebnis von etwa 90 Millionen Euro stehen, was einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von aktuell unter 9 entspräche.

Die Zahlen zum ersten Quartal Ende Juli haben gezeigt, dass der Markt die AT&S-Aktie zu pessimistisch sieht. So konnten die Umsätze leicht zweistellig und das EBITDA um etwa 75 Prozent gesteigert werden. Außerdem hob der Vorstand die Prognose an das obere Ende der Spanne. Die Gründe sind zusätzliche Kapazitäten im chinesischen Werk sowie ein verbesserter Produktmix. Das Besondere: Im saisonal schwachen ersten Quartal konnte mit 23,4 Prozent bereits eine höhere Marge als im gesamten Vorjahr erreicht werden. Die Aktie hat sich seit dem Juni-Tief nunmehr auch um 30 Prozent verteuert.

Auch wenn sich die Geschäftsentwicklung im zweiten und dritten Quartal aufgrund einer sehr starken Vorjahresbasis nicht so dynamisch fortsetzen dürfte, bleibt die Aktie mit Blick auf die kommenden Jahre unverändert attraktiv. Kann AT&S weitere Smarthphone-Hersteller für die neue Technologie mSAP gewinnen und entsprechende Investitionen ankündigen, dürfte die Aktie vor einem neuen Aufwärtstrend stehen.

Anleger zweifeln an Prognose von Koenig & Bauer

Weniger erfreulich hat sich seit der Vorstellung im Mai die Koenig & Bauer-Aktie („Koenig & Bauer – SDAX-Wert mit attraktiver Einstiegsgelegenheit“) entwickelt. Doch operativ läuft es nach Plan. So konnte der Auftragseingang im zweiten Quartal wie erwartet deutlich um 62 Prozent gesteigert werden. Der Auftragsbestand lag per Ende Juni in der Folge mit rund 806 Millionen Euro knapp 30 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Der Umsatz konnte nach einem Rückgang im ersten Quartal wieder leicht zulegen und zeigt damit in die richtige Richtung, das Jahresziel eines Wachstums von vier Prozent zu erreichen. Das EBIT stieg leicht zweistellig, wenngleich zum Halbjahr noch ein Rückgang von 35 Prozent zu Buche stand. Für die EBIT-Marge wird ein Wert von rund sieben Prozent im Gesamtjahr erwartet.

Erneut betonte der Vorstand, dass sich in diesem Jahr der Umsatz- und Ergebnisschwerpunkt durch entsprechende Kundenauslieferungen noch mehr in das zweite Halbjahr und insbesondere das vierte Quartal verschieben werde. Doch viele Investoren zweifeln daran, dass es Koenig & Bauer gelingen wird, die Aufträge vor Jahresschluss rechtzeitig an die Kunden auszuliefern. Dies zeigt auch die Leerverkaufsquote von über drei Prozent aller Aktien. Zwar ist nicht auszuschließen, dass sich manch Auslieferung in das Jahr 2019 verschieben wird. An den mittelfristigen Aussichten ändert dies aufgrund des sehr guten Auftragsbestands, der bereits Umsätze für das kommende Jahr sichert, nichts. Bis 2021 will Koenig & Bauer ohne neue Produkte pro Jahr um vier Prozent durch das weltweite Wachstum des Verpackungsmarktes und der Gewinnung von Marktanteilen organisch wachsen und im Zuge dessen Ergebnispotenziale von 70 Millionen Euro heben. Die erfolgreiche Einführung neuer Produkte bietet damit Luft nach oben.

Pantaflix - ist das Geschäft mit den Expats wirklich so lukrativ?

Weiter gesunken ist auch der Aktienkurs von Pantaflix („Pantaflix - Nach der Kurshalbierung jetzt die Chance?“). Bei Investoren setzt sich langsam die Ernüchterung durch, dass sich die Phantasie im neuen Geschäftsbereich Video-on-Demand (VoD) bei Weitem nicht in der Schnelligkeit wie ursprünglich kommuniziert einstellt. Auch zahlreiche Analysten haben in den vergangenen Monaten ihre Kursziele reduziert. Im ersten Halbjahr 2018 dürfte der Umsatz der Plattform schätzungsweise noch unter einer Million Euro betragen haben. Ende Juli wurden nun erstmals KPIs bekannt gegeben. So habe man rund 400.000 User sowie ca. 23.000 Film- und Serieninhalte.

Zudem ist Pantaflix jüngst durch den Launch der Plattform auf Spanisch und dem Start in Südamerika in sieben Sprachen bzw. 68 Ländern verfügbar. Mit Warner Bros. konnte darüber hinaus Anfang August der zweite Content-Deal mit einem Major Studio verkündet werden. Auch mit dem weltweit führenden US-Distributor von Film- und Serieninhalten Premiere Digital Services konnte eine globale Vereinbarung geschlossen werden, wodurch sich die Anzahl und Attraktivität der Filme nach und nach erhöht. Mit Ulrike Freudenberg wurde dazu eine erfahrene Online-Marketing-Expertin von Zalando an Board geholt, um den globalen Rollout zu forcieren. Zugleich kann Pantaflix im Filmgeschäft weitere Erfolge verzeichnen. So konnte erstmals eine Lizenz zur Neuverfilmung für den Film "Der geilste Tag" nach China verkauft werden. Im September startete der Dreh von drei neuen Filmen, darunter der bislang größten und ersten internationalen Produktion "Resistance". Außerdem befinden sich laut Unternehmen über 30 Filmprojekte in der Entwicklung und finanzieren damit den Aufbau der VoD-Plattform.

Ob sich das hohe Potenzial der Plattform mit den Expats, die nicht wie bei anderen Anbietern im Abo sondern pro Film bezahlen, aber auch wirklich einstellt, wird sich erst noch zeigen müssen.


Lukas Spang ist wikifolio-Trader und betreut als „Junolyst“ die beiden wikifolios „Chancen suchen und finden“ sowie „Top Pics of the Year“. An dieser Stelle kommentiert er finanzmarktrelevante Nachrichten und Ereignisse und analysiert Aktien, in denen er möglicherweise auch im Rahmen seiner wikifolios engagiert ist. Der Text spiegelt die Meinung des Autors wider. wikifolio.com übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung.