28.01.2014| Von: Andreas Kern |

Wenn die im Dax beheimatete Aktie eines großen deutschen Unternehmens innerhalb eines Tages mehr als zwölf Prozent an Wert verliert, hängt das meistens mit einer saftigen Gewinnwarnung zusammen. Beim Chemie- und Pharmakonzern Merck reichte am Montag aber schon ein personeller Wechsel in der Vorstandsriege, um den Kurs derart einbrechen zu lassen. Während Analysten die Sorgen der Anleger teilen, sehen die meisten wikifolio-Trader den Crash als pure Übertreibung an.

Rund 38.000 Mitarbeiter in 66 Ländern beschäftigt Merck nach eigenen Angaben, doch wirklich wichtig ist zumindest aus Sicht einiger Analysten nur ein einziger. Dass der seit Mitte 2011 als Finanzvorstand aktive Matthias Zachert im Mai völlig überraschend seine Rückkehr zum Spezialchemiekonzern Lanxess antreten wird, hat die Marktteilnehmer hart getroffen. Der als erfolgreicher Sanierer bekannte „Mann der Zahlen“ hatte bei Merck das „Fit for 2018“-Programm ins Leben gerufen und durch Stellenabbau und eine Neuausrichtung des Konzerns die Ertragskraft deutlich gestärkt. Nun stellt sich die Frage, wer diesen Umbruch fortführen soll. Und was das für den zuletzt so deutlich gestiegenen Aktienkurs bedeutet. Denn laut Merrill Lynch ging die imposante Kursentwicklung der Merck-Aktie in den vergangenen zwei Jahren allein auf das Konto des Finanzvorstands. Auch die Société Générale spricht ganz offen von einer „Zachert-Prämie“, die bei der Aktie nun wegfalle. Deshalb wurde das Kursziel mal direkt von 130 auf 121 Euro gesenkt.

wikifolio-Trader Bernhard Hofmann („MLH“), seit kurzem Besitzer zweier investierbarer wikifolios, kann die Reaktion des Marktes in diesem Ausmaß nicht nachvollziehen, weshalb er die Kursschwäche bei der Merck-Aktie wie viele andere wikifolio-Trader auch umgehend zum Einstieg genutzt hat.

Meistgehandelte Aktien auf wikifolio.com – 22.01.2014-28.01.2014

Merck

Basis: Anzahl Aktien-Trades aller wikifolios

Sein wikifolio „Tradingchancen international“ ist aktuell sogar zu 100 Prozent mit dem Pharmatitel besetzt. Seine Verwunderung über den Absturz der Aktie zeigt er deutlich in einem sehr ausführlichen Kommentar, den wir hier auszugsweise widergeben: „Ich bin geflasht. Seit 4 Jahren trade ich als Profi deutsche Aktien. Es ist unglaublich schwer, deutsche Aktien mit hoher Marktkapitalisierung an einem Tag um 10% zu bewegen. Und jetzt schafft das die Nachricht über den Vorstandswechsel. Das ist unglaublich. ... Dass Merck um 10% einbricht ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar. Zacherts Entscheidung ist keine gegen Merck sondern für Lanxess. … Ich verstehe dass wir hier Kursbewegungen sehen, aber vor diesem 10%-Minus bei Merck stehe ich mit größter Verwunderung.“

Passend zu seiner Strategie setzt der Trader kurz nach Emission des wikifolio-Zertifikats (ISIN: DE000LS9BMP6) also direkt alles auf eine Karte. Seit Erstellung des wikifolios im vergangenen Herbst hat sich seine Vorgehensweise gelohnt. Bei einem maximalen Verlust von bislang 6,7 Prozent wurde unter dem Strich eine Performance von gut 38 Prozent erzielt.

Alle investierbaren wikifolios mit Merck im Depot.