14.03.2014| Von: Andreas Kern |

Abseits von Krim-Krise und Hoeneß-Prozess tobt bei unseren Nachbarn in Frankreich zurzeit ein hartnäckiger Bieterkampf im Telekommunikationssektor. Der Mischkonzern Vivendi hat angekündigt, seine Telco-Sparte SFR verkaufen zu wollen. Zwei konkrete Angebote von direkten Konkurrenten liegen bereits auf dem Tisch. Und auch in Österreich scheint sich ein größerer Deal in der Telekom-Branche anzubahnen. Viele spannende Themen, die an der Börse für jede Menge Bewegung sorgen und die Trader bei wikifolio.com zu den unterschiedlichsten Transaktionen motivieren.

Die Vivendi-Mobilfunktochter SFR ist heiß begehrt. Sowohl das französische Konglomerat Bouygues als auch der der Konkurrent Numericable zeigen Interesse an dem zur Übernahme stehenden Konzern. Bouygues hat sein erstes Angebot gerade noch einmal aufgestockt und den Baranteil auf 11,3 Milliarden Euro erhöht. Der Gesamtwert der Offerte liegt damit nun bei rund 15,5 Milliarden Euro. Sollte sich Vivendi trotzdem für das Angebot von Numericable entscheiden, fließt wohl etwas weniger Geld. Dafür biete solch ein Deal nach Ansicht von Analysten aber eine interessantere strategische Positionierung. So oder so wird die Konsolidierung in der Branche voranschreiten. Der dadurch abnehmende Wettbewerb könnte sich nach Meinung der Citigroup positiv auf die Margen der Anbieter ausüben. Deshalb sehen die Strategen bei den beteiligten Aktien auch noch Potenzial.

Die wikifolio-Trader hingegen haben die zuletzt recht deutlich gestiegenen Kurse der französischen Telco-Aktien überwiegend zu Gewinnmitnahmen genutzt. Markus Buchner („Sparmeister“) trennte sich zu Wochenbeginn mit einem Gewinn von rund sieben Prozent von der Vivendi-Aktie, die er bereits im Herbst des vergangenen Jahres gekauft hatte. Ein gutes Händchen hat der Trader aber nicht nur bei diesem Deal bewiesen. Sein wikifolio „Solides Wachstum“ ist seit Emission des zugehörigen wikifolio-Zertifikates recht kontinuierlich gestiegen (ISIN des Zertifikats: DE000LS9AAB3). Auch Steffen Schroeder („Skywalker“) hat bei seinem wikifolio „Reich in Rente II“ zur Wochenmitte Gewinne im Telco-Sektor realisiert. Die zu Jahresbeginn erworbene Aktie von Bouygues brachte unter dem Strich einen Gewinn von knapp 18 Prozent ein. Das aus zahlreichen Aktien und ETF bestehende wikifolio liegt bei einer Performance von 26 Prozent seit dem Start im Mai 2012 trotz einer hohen Investitionsquote nur knapp unter Allzeithoch, was im aktuellen Umfeld mehr als beachtlich ist (ISIN des Zertifikats: DE000LS9ACC7).

Solides Wachstum

Wertentwicklung wikifolio "Stockpicking Worldwide" - 14.01.2012-14.03.2014

Die Redakteure des Anlegermagazins Börse Online („BoerseOnline“) haben indes eine neue Position im Telekom-Bereich eröffnet. Die Aktie von Telekom Austria ist seit kurzem mit einem Anteil von sechs Prozent in dem wikifolio „Börse Online Nebenwerte“ vertreten. Wie üblich wurde der Trade ausführlich begründet. Hier ein Auszug aus dem Kommentar: „Um Telekom Austria sind neue Übernahmespekulationen entbrannt. Demnach könnte der mexikanische Milliardär Carlos Slim seinen Anteil von derzeit 26,8 Prozent, den er über seine Mobilfunktochter América Móvil hält, schon in Kürze ausbauen. Slim, der im Ranking der Superreichen mit einem Vermögen von 65,5 Mrd. Dollar auf Platz zwei geführt wird, hat es vor allem auf die Auslandsaktivitäten von Telekom Austria abgesehen. Es fanden bereits Gespräche mit der Staatsholding ÖIAG statt, die 28,4 Prozent an Telekom Austria hält. Der Staatseinfluss galt bislang als Haupthindernis für eine Komplettübernahme. Doch Österreichs Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner kann sich vorstellen, dass sich die ÖIAG auf eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie zurückzieht. Sollte es zu einer Übernahme kommen, halten die Analysten von Kepler Cheuvreux eine Offerte von acht bis neun Euro je Telekom-Austria-Aktie für möglich. Das entspricht einem Aufschlag von bis zu 28 Prozent auf den aktuellen Kurs. Wir spekulieren mit!“. Neben den ausführlichen Kommentierungen dürfte den Anlegern auch die bisherige Performance des wikifolios gefallen, welches ein halbes Jahr nach dem Start mit gut 18 Prozent im Plus liegt. Der maximale Verlust liegt bislang zudem nur bei überschaubaren 5,6 Prozent. In das seit Ende Dezember investierbare wikifolio-Zertifikat (ISIN:DE000LS9BLQ6) sind wahrscheinlich auch deshalb bereits über 4,2 Millionen Euro an Anlegergeldern geflossen.