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23.02.2018| Von: Astrid Schuch |

Der Börsengang von Healthineers scheint unmittelbar bevorzustehen. Bereits in zwei Wochen soll der offizielle Börsenprospekt inklusive Preisspanne für die Aktie der Siemens-Tochter veröffentlicht werden. Damit könnte das IPO noch vor Ostern über die Bühne gehen. Siemens dürfte aktuellen Schätzungen zufolge zwischen 15 und 25 Prozent der Anteile an seiner Medizintechnik-Sparte abgeben und damit Einnahmen von bis zu zehn Milliarden Euro generieren. Dem deutschen Aktienmarkt winkt der größte Börsengang seit der "Volksaktie" der Deutschen Telekom vor über 20 Jahren.

Healthineers gilt als eine der ertragreichsten Segmente des Industriekonzerns. Im abgelaufenen Jahr konnte hier bei einem Umsatz von 13,8 Milliarden Euro ein Gewinn von 2,5 Milliarden Euro erzielt werden. Nach temporären Problemen ist das nur wenig zyklische Medizingeschäft damit wieder zu seiner gewohnt hochmargigen Profitabilität zurückgekehrt. Das Unternehmen zählt in vielen Bereichen wie dem Geschäft mit Magnetresonanz- (MRT) und Computertomographen, der Labordiagnostik oder auch Operationsrobotern zu den weltweit führenden Branchenplayern.

Vom demographischen Wandel profitieren  

Generell gilt der Gesundheitsbereich inklusive der Medizintechnik und Pharmaindustrie aufgrund der demographischen Veränderung und dem weltweiten Bevölkerungswachstum als einer der spannendsten Wachstumsmärkte der kommenden Jahre und Jahrzehnte. Die Zahl der älteren Menschen dürfte u.a. aufgrund der steigenden Lebenserwartung prozentual deutlich zunehmen. Eine Entwicklung, auf die sich unsere Gesellschaft einstellen muss. Denn was mit dem Alter unvermeidlich einhergeht, ist der Bedarf an medizinischer Versorgung. Die Aktien vieler Unternehmen aus den angesprochenen Branchen könnten entsprechendes Potential beinhalten. Darauf setzen auch zahlreiche wikifolio-Trader.

Ralf Werner ("RalfWerner") hat diesen Trend schon sehr früh erkannt und sein vor fast sechs Jahren erstelltes wikifolio bereits ganz konkret "Profitieren vom demographischen Wandel" genannt. Bestückt ist das Musterdepot mit entsprechenden Aktien. Dabei sind altbekannte Dividendenzahler wie GlaxoSmithKline, Sanofi oder Roche genau wie stark wachsende Biotech-Unternehmen, wie zum Beispiel Celgene. Der US-Krebsspezialist erzielte 2006 noch einen Umsatz von lediglich 900 Millionen Dollar. 2017 waren es bereits 13 Milliarden.

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Bei einer relativ breiten Streuung wird das Depot auch immer mal mit Absicherungsprodukten auf den DAX versehen, um etwaige Korrekturen in Grenzen zu halten. Das ist auch in der aktuell etwas unruhigen Marktphase der Fall. Seit der Erstellung des wikifolios konnte Werner derart eine Performance von 89 Prozent erzielen. 

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Biotechnische Revolution

Gerhard Zach ("GZBestInvest") hat sein wikifolio "Zukunft Gesundheitsforschung" zwar nicht abgesichert, das virtuelle Kapital dafür aber auf noch mehr Einzelwerte verteilt. Seit Mai 2016 investiert er in "aussichtsreiche Aktien aus den Segmenten Biotech, Pharma oder ähnliches", was ihm bislang eine Performance von über 20 Prozent bei einem nur gut halb so hohen maximalen Verlust bescherte. Zach setzt etwa auf die Aktie von CRISPR Therapeutics, deren Wert sich seit Ende 2017 (!) verdoppelt hat. Das Unternehmen hat sich auf die sogenannte Gen-Schere CRISPR/Cas9 spezialisiert.

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Dabei handelt es sich um die aus heutiger Sicht vielversprechendste Genome-Editing-Methode. Einfach formuliert: Es geht um die präzise Veränderung des Erbguts, also das An- und Abschalten oder Reparieren von Genen - anwendbar auch beim Menschen. Die Möglichkeiten sind enorm: Von der Behandlung von Krebs oder HIV und Erbkrankheiten bis zur Entwicklung von dürre- und schädlingsresistenten Nutzpflanzen in der Landwirtschaft. Viele Fragen, allen voran ethische, sind bislang aber ungeklärt und entsprechend die gesetzlichen Regelungen nicht einheitlich. Nicht zuletzt deshalb ist die Aktie als hochspekulativ einzustufen.

Spekulativen Charakter hat entsprechend auch das wikifolio von Johannes Höggerl ("Apoll2"). Er widmet der "biotechnischen Revolution", als die man CRISPR/Cas9 getrost bezeichnen kann, mit "CRISPR/Cas9 - Werte" gleich ein ganzes wikifolio, das seit August 2016 gut 55 Prozent zulegen konnte. Für Spannung ist damit im Depot definitiv gesorgt.

Bei 200 Werten sollte ein Kracher dabei sein

Deutlich weniger spezialisiert handelt Norbert Hölcker ("Solesmacher"), aber nicht weniger zukunftsorientiert. Er setzt bei seinem wikifolio "Mensch 2.0 - Körper zu Maschine" voll auf die Trends, die unser Leben in den kommenden Jahren bestimmen könnten. Beispielhaft nennt er dabei Produkte und Dienstleistungen wie Medizinroboter, Genmedizin, ästhetische Medizin, Implantate, Prothesen oder Dentaltechnik. Aufgrund der Fülle an potenziellen Kandidaten besteht sein Portfolio aus rund 200 (!) Aktien, von denen Amazon mit einem Depotanteil von einem Prozent aktuell das Schwergewicht darstellt.

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Daneben hat er auch noch drei spannend klingende ETFs gefunden, die Unternehmen aus den Bereichen Cyber Security, Robotics & Automation sowie Healthcare Innovation beinhalten. Trotz dieser breiten Diversifizierung hält der Trader, der seit Anfang 2016 eine Performance von 21 Prozent generiert hat, aktuell noch eine Cashquote von über 50 Prozent - die sich, wie Hölcker selbst sagt, "angesichts der Rücksetzer an den Börsen als sinnvoll erwiesen hat".

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