„Ich befinde mich im Anlageparadies“

„Runter geht es meistens schneller!“ Nach diesem Prinzip handelt Martin Strack in seinem wikifolio CETAN - Bearish and Puts only. Mit seiner Short-Strategie ist er im aktuell volatilen Marktumfeld außerordentlich erfolgreich. Eine Performance von 235 Prozent hat er seit Auflage im Oktober 2020 erwirtschaftet.

Anstatt den launischen Bullen zu reiten, setze ich mit diesem wikifolio auf den entspannt brummenden Bären gen Süden. Das schreibt Martin Strack ( CetanCapital ) in seiner Handelsidee. Sein Steckenpferd sind Derivate, mit denen er im wikifolio CETAN - Bearish and Puts only auf fallende Kurse setzt. Aktuell rät er an den Börsen weiter zur Vorsicht. Schließlich mache das eine oder andere Plus an den Aktienmärkten noch keinen Bullenmarkt. Die aktuelle Volatilität indes schätzt er entsprechend seiner Strategie sehr. Und diese dürfte uns wohl auch noch eine Weile begleiten, sagt Strack im Interview. Viel Spaß dabei! 

Chart

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Kennzahlen

  • +248,2 %
    seit 02.10.2020
  • +11,5 %
    1 Jahr
  • -
    Risiko-Faktor
  • EUR 3.983.786,01
    investiertes Kapital
Ø-Performance pro Jahr: 92,3 Prozent

In meinen wikifolios setze ich auf…

Martin Strack: folgende Strategien: Mit dem wikifolio CETAN - Bearish and Puts only setze ich ausschließlich auf fallende Kurse. Da gerade die Abwärtsvolatilitäten, vor allem in momentanen Zeiten, sehr hoch sind, versuche ich diese über alle Märkte hinweg passend zu begleiten. Bei dem wikifolio CETAN - Earnings and News ist meine Intention, das Portfolio, angelehnt an Optionsstrategien, relativ unabhängig von der herrschenden Marktrichtung zu gestalten.

Drei Unternehmen, auf die ich derzeit setze,...

kommen allesamt aus dem Wasserstoff-Sektor. Da ich in meinen wikifolios aber nur mit Hebelprodukten agiere, sprechen wir hier über meine Investitionen als Privatperson. Interessant finde ich Nel , PowerCell Sweden und SFC Energy , um drei zu nennen.

Märkte und Unternehmen, die mich derzeit überzeugen, sind...

die Rohstoff- und Zinsmärkte. Sie spielen im Moment verrückt. Das wird sich meiner Meinung nach auch in den nächsten Jahren nicht ändern. Und da die Volatilität für mich die Lieblingskomponente in den Finanzmärkten ist und bleiben wird, befinde ich mich im Anlageparadies. Bei den Aktienmärkten muss man genau selektieren. Gute Stories bei einzelnen Unternehmen laufen immer. Die ganze Bandbreite zu kaufen und abzudecken, dieses Narrativ des Hyperdiversifizierens, davon halte ich rein gar nichts. Lahme Ladenhüter gehören nicht ins Depot. Natürlich halte ich persönlich längerfristig auch eine ganze Reihe an Aktien, gehe mit Derivaten aber vorzugsweise short.

Von den nächsten 6 Monaten erwarte ich mir an den Börsen…

viel Spannung und Turbulenzen. Man sollte sehr vorsichtig sein, gerade im Moment. Daher habe ich sehr hohe Cash-Quoten. Wenn die Aktienmärkte einmal 3, 5 oder mehr Prozent anziehen, sollten sich viele nicht gleich im nächsten Bullenmarkt sehen. Die letzten Jahre waren ausschließlich durch das billige Geld der Zentralbanken aufgepumpt. Wenn durch kommende Verwerfungen, ausgelöst durch die Zinsentwicklungen, ganz zu schweigen natürlich von den dramatischen Kriegszuständen, große institutionelle Investoren und Institute anfangen, sich von Wertpapierbeständen zu trennen, damit die Verluste ihre Grundsubstanz nicht völlig liquidieren, dann beginnt der Spaß erst richtig. Dann schalten die Algorithmen auf rot und die Verkaufskörbe gehen immer wieder über Wochen hinweg in die Märkte.

Investments, von denen ich die Finger lasse, sind...

große Aktienpakete. Das ein oder andere gute Papier aus den Bereichen Wasserstoff und alternative Energien lege ich mir natürlich schon nach und nach ins private Depot. Wie gesagt, gute Stories laufen zu fast jeder Zeit. Dabei gehe ich aber absolut selektiv vor und kaufe niemals die Bandbreite.

Mein bester Trade war…

Es waren einige interessante dabei. Man erinnert sich aber vor allem gerne an die frühen Werke. Ende der 1990er hatte ich mich rechtzeitig mit Call-Optionen auf Mannesmann eingedeckt, die dann bekannterweise von Vodafone in einem wahren Hype übernommen worden sind. Abzüglich der Schmerzensgelder für den ein oder anderen Minus-Deal reichte es damals trotzdem für einen kleinen Tradingdesk und einen zweiwöchigen gediegenen Urlaub plus angemessenem Trinkgeld.

Die erste Aktie, die ich gekauft habe, war…

natürlich IBM , was sonst. Das war 1990. Ich hatte damals einen Bausparvertrag direkt in meine ersten Wertpapiere umgemünzt. Dabei waren noch Nokia , Sony , AOL, Texas Instruments und eben Big-Blue. Fragen Sie bitte nicht, was das Depot heute wert wäre, hätte ich alles liegen lassen. Mir würden die Tränen kommen. Mich trieb es als junger Mann dann in die Derivate, und vor allem erst einmal ins Lehrgeld. Eine gute Ausbildung kostet eben.

Meine Liebe zur Börse wurde entfacht durch...

meine Verwandtschaft. Die/Der ein oder andere arbeiteten schon in den 70er, 80er und 90er Jahren bei US-Unternehmen. Bei den Amerikanern wurden bereits damals oft um die 10 Prozent des Gehalts in Aktien ausgezahlt. So waren die Papiere in der Familie und das ein oder andere Mal ein Thema bei diversen Familienzusammenkünften. So kam ich schon früh auf den Geschmack.

Meine Börsenweisheit Nummer 1 ist...

Hier könnte ich Unmengen nennen, denn ich liebe Börsenweisheiten. Haben doch viele Anleger und Spekulanten dafür viel Schmerzensgeld bezahlt. Als eine Strategiegrundlage für mein wikifolio CETAN - Bearish and Puts only gelten zum Beispiel „stocks take the stairs up and the elevator down” und „cash is king“. Viele private Anleger und Institutionelle sind momentan voll investiert und leben vom Prinzip Hoffnung. Natürlich machen sie einen schönen Gewinn, sollten die Kurse anziehen. Dem gegenüber werden sie bei weiteren Verlusten aber ausgequetscht wie eine Zitrone und vom Parkett gespült, während die starken Hände entspannt nach und nach aufkaufen und die Sektkorken knallen lassen. Deshalb „cash is king“, vor allem im Moment.

Ein Investment-Buch, das ich jedem/jeder ans Herz legen kann, ist…

„Die Kunst, über Geld nachzudenken“ von André Kostolany. Das ist schon über dreißig Jahre her, als ich es in den Händen hatte. Ansonsten hat die Buchbranche an mir nichts verdient. Die Grundprinzipien waren schon damals klar, da muss der Stein des Weisen nicht jeden Tag durch aktuelle Glücksritter neu erfunden werden. Alle Anleger und Spekulanten sollten meiner Meinung nach ihren eigenen Stil innerhalb des gegebenen Börsenuniversums finden. Jeder ist für das, was er tut, zu jeder Zeit selbst verantwortlich. Was hilft es zu jammern, dass die ein oder andere Super-Sicher-Theorie von Investmentguru John Doe, der man blind gefolgt ist, doch nicht gestimmt hat, wenn die Kohle weg ist. 

Drei meiner Lieblingszitate von Herrn Kostolany muss ich am Ende aber noch loswerden: „Es gibt alte Piloten und es gibt kühne Piloten, aber es gibt keine alten, kühnen Piloten.“ – „Wenn die Börsenspekulation so leicht wäre, gäbe es keine Bergarbeiter, Holzfäller und andere Schwerarbeiter. Jeder wäre Spekulant.“ – „Wenn alle Spieler auf eine angeblich todsichere Sache spekulieren, geht es fast immer schief.“

Herr Strack, vielen Dank für das Gespräch!

Keine Interviews mehr verpassen!

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Disclaimer: Jedes Investment in Wertpapiere und andere Anlageformen ist mit diversen Risiken behaftet. Es wird ausdrücklich auf die Risikofaktoren in den prospektrechtlichen Dokumenten der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft (Endgültige Bedingungen, Basisprospekt nebst Nachträgen bzw. den Vereinfachten Prospekten) auf www.wikifolio.com, www.ls-tc.de und www.ls-d.ch hingewiesen. Die Performance der wikifolios sowie der jeweiligen wikifolio-Zertifikate bezieht sich auf eine vergangene Wertentwicklung. Von dieser kann nicht auf die künftige Wertentwicklung geschlossen werden.