Wachablösung

Nichts ist beständiger als der Wandel. Das klingt zwar nach Binsenweisheit, aber auch im Finanzsektor bestätigte sich diese Einschätzung über die vergangenen Jahre erneut eindrucksvoll.

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Während das traditionelle Bankgeschäft kaum noch Erträge abwirft, drängen junge FinTech-Unternehmen mit disruptiven Geschäftsmodellen auf den Markt. Mobiles Bezahlen, Banking-Apps, Kryptowährungen, Mikrokredite, Crowdfunding – die Liste an Innovationen ließe sich praktisch endlos fortsetzen. Auch wir, als führende Social-Investing-Plattform des deutschsprachigen Raums, sind Teil dieser Revolution der Finanzwelt. Dagegen wird der Bedeutungsverlust der „Dinos“ an den Kursverläufen von Deutscher Bank und Commerzbank besonders augenfällig. Trotz aller Anstrengungen und Vorstandswechsel gelang beiden Instituten bislang kein Turnaround, der nachhaltig wäre.

Scheinriesen auf dem Rückzug

Die hohen Bankentürme in Frankfurt mögen noch die alte Größe suggerieren, die Wahrheit ist jedoch längst eine andere: Vor allem die deutschen Banken spielen international praktisch keine Rolle mehr. Hier haben uns neben den Angelsachsen auch die Franzosen, Italiener und Spanier längst überholt. Dass es für einen Abgesang auf das traditionelle Bankgeschäft aber vielleicht doch noch zu früh sein könnte, zeigt ein Blick auf die Investorenlegende Warren Buffett. Das „Orakel von Omaha“ gilt zumindest als Fan der US-amerikanischen Banken und Finanzdienstleister. So ist seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway einer der größten Anteilseigner von Bank of America, Wells Fargo und American Express.

Schöne neue Banking-Welt

Für Liru Lai (LiruLai) scheint das klassische Banking dagegen kein wirklich spannendes Investmentthema mehr zu sein. In seinem wikifolio Liru Lai next Banking Stars setzt er stattdessen auf die nächste Generation der Bankaktien, die in den Bereichen Mobile und Electronic Payment, Kreditkartentechnologie und FinTech zu finden sind.

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Mit Ausnahme von Wirecard und dessen Wettbewerber Adyen geben hier vor allem US-Unternehmen den Ton an. So finden sich neben den Kreditkartenanbietern American Express, Visa und Mastercard auch spannende „Herausforderer“ wie das von Twitter-CEO Jack Dorsey gegründete Unternehmen Square unter Liru Lais Top-Holdings. Ebenfalls vertreten sind die Größen aus dem Silicon Valley wie Apple und Facebook, die mit einem eigenen Bezahldienst bzw. mit einer künftigen Kryptowährung ebenfalls die FinTech-Welt erobern wollen. Mit dieser klaren Fokussierung bringt es Liru Lai seit dem Start im Dezember 2015 bislang auf eine Rendite von gut 84 %. Über das vergangene Jahr konnte er zumindest eine stabile Wertentwicklung sicherstellen.

Lohn der Digitalisierung

Ramona Seitenglanz (mona13) vertraut in ihrem wikifolio Fin_Techs vor allem den jungen und innovativen FinTech-Unternehmen. Dank der Verschiebung vieler Bankgeschäfte in die digitale Welt können diese ihre Marktanteile wohl auch weiter kontinuierlich ausbauen.

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Kennzahlen

  • +41,8 %
    seit 07.01.2016
  • +0,7 %
    1 Jahr
  • -
    Risiko-Faktor
  • EUR 127.173,64
    investiertes Kapital
Erfolgreich durch aktives Trading

Die Verlierer dieses technologischen Wandels eignen sich allenfalls für ein schnelles Trading, aber wohl kaum als langfristige Wertanlage. Bei der Auswahl der Einzelwerte stützt Seitenglanz sich daher ausschließlich auf fundamentale Kriterien. Auch bei ihr nimmt der inzwischen sogar in den DAX aufgerückte Zahlungsabwickler Wirecard die Top-Position ein. Neben Einzelaktien kommen für mona13 grundsätzlich auch ETFs, Fonds und Zertifikate für ein Investment in Frage. So entfallen derzeit beispielsweise rund 5 % auf einen STOXX Europe 600 Banks ETF. Schaut man sich dessen Zusammensetzung einmal genauer an, so sieht man auch hier den Bedeutungsverlust der klassischen deutschen Kreditinstitute. Es dominieren Banken aus Großbritannien, Spanien, Frankreich und der Schweiz. Das Plus im wikifolio beträgt seit Auflage im Januar 2016 mehr als 40 %. Zum Vergleich: In dieser Zeit haben Deutsche Bank-Aktien mehr als zwei Drittel ihres Wertes eingebüßt.

Die Marke macht den Unterschied

In kaum einer anderen Branche sind Vertrauen und Verlässlichkeit von einer derart großen Bedeutung wie im Finanzbereich. Eine starke Marke unterstützt dabei die langfristige Kundenbindung. Die Experten der Albrech & Cie. Vermögensverw. AG (  AlbrechCieAG) investieren in ihrem wikifolio Top Global Brands in bekannte Marken aus ganz unterschiedlichen Sektoren.

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Ihrer Beobachtung nach resultieren aus steigenden Markenwerten fast zwangsläufig überproportional anziehende Aktienkurse. Ein weiteres Auswahlkriterium sind höhere Ergebnisschätzungen bzw. -erwartungen. Im Finanzsektor erfüllen diese Vorgaben zurzeit Aktien wie Visa, PayPal und Mastercard. Hinzu kommen viele bekannte Namen aus dem Konsum- und Technologiebereich. Dieser Branchenmix verhalf dem wikifolio über das vergangene Jahr zu einem Plus von mehr als 10 %. Die Gesamtperformance seit der Auflage im März 2014 steigt dadurch auf über 88 %. Aktionäre der Commerzbank können von solchen Renditen nur träumen.

Was kommt?

  • Das sollten Anleger in der nächsten Woche im Auge behalten

Nach dem Auslaufen der Berichtssaison richtet sich der Blick wieder stärker auf volkswirtschaftliche Daten. Bevor die Notenbanken im September erneut tagen und vermutlich weitere geldpolitische Lockerungen beschließen, sind sie bereits seit diesem Donnerstag zu ihrem jährlichen Economic Symposium in Jackson Hole, Wyoming zusammengekommen. Die Veranstaltung steht dieses Jahr unter dem Titel „Challenges for Monetary Policy“ und dauert noch bis Samstag an.
Am Montag kommender Woche wird dann der mit Spannung erwartete neue ifo-Index veröffentlicht. Derzeit rechnen Volkswirte hier mit einem leichten Anstieg im Vergleich zur letzten Umfrage. Der neue Geschäftsklimaindex für die Eurozone erscheint am Donnerstag. Auch die für Freitag angekündigten Daten zu den deutschen Einzelhandelsumsätzen dürften Beachtung finden. Immerhin gilt der private Konsum weiterhin als eine wichtige Stütze der Konjunktur.


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