David gegen Goliath

An der Börse ist es wie im richtigen Leben. Nicht immer sind die Großen auch die Erfolgreichen – und schon gar nicht die Schnellen. Fast jeder zweite DAX-Konzern befindet sich derzeit im Krisenmodus: Angefangen von A wie Automobilhersteller, über B wie Banken und C wie Chemie bis hin zu Z wie Zulieferer und zuletzt auch Zahlungsdienstleister.

Größe schützt vor Misserfolgen nicht. Im Gegenteil, die unternehmenseigene Komplexität und die damit einhergehende Verlangsamung der Unternehmensprozesse können in einem immer rasanteren Wettbewerb zu echten Nachteilen werden. Grund genug also, seinen Blick auf Segmente wie den SDAX zu lenken.

Vorteil Small Caps

Denn es gibt gute Argumente, die für ein Nebenwerte-Investment sprechen. Das Wichtigste ist die langfristige Outperformance im Vergleich zu Standardwerten. Der SDAX liegt sowohl auf Drei- als auch auf Fünf- und Zehn-Jahressicht klar vor DAX und EuroStoxx. Kleinere Unternehmen agieren zumeist schneller, sind offener für Innovationen, wachstumsstärker, haben ein fokussierteres Geschäftsmodell und sind zudem oft inhabergeführt. Auch stehen sie anders als Großkonzerne seltener im Fadenkreuz politischer Auseinandersetzungen, was im aktuellen Umfeld zweifellos ein weiterer Vorteil ist. Allerdings haben diese Vorteile einen Preis: Die Varianz ist bei den Werten der zweiten und dritten Reihe deutlich höher. Stockpicking ist also angesagt und da kommen unsere erfahrenen Trader ins Spiel.

Die wahren Hauptdarsteller

Für Christian Ingerl ( SmallCapGermany ) sind Nebenwerte sehr viel mehr als bloße Depotbeimischung. In seinem wikifolio SmallCapGermany übernehmen sie ganz klar die Hauptrolle. Dabei zeigt sich Ingerl recht flexibel, was seinen Anlagestil angeht.

Chart

So soll je nach Marktlage entweder in Value-Titel oder gemäß dem aggressiveren Growth-Ansatz investiert werden. Hinzu kommen Sondersituationen wie Übernahmen oder Indexveränderungen, auf die Ingerl frühzeitig reagiert. Bei den Auswahlkriterien schaut er sich zunächst die Bewertung und das Momentum eines Small Caps an. Weitere Hilfsmittel sind die Charttechnik und eine Länderanalyse. Ingerls Schwerpunkt liegt allerdings eindeutig auf Deutschland. Das zeigt auch die aktuelle wikifolio-Zusammensetzung: Neben den Top-Holdings Borussia Dortmund , S&T und dem Online-Broker Flatex hält er zurzeit fast zwei Drittel Cash. Hier schwingt aktuell offenbar auch eine gewisse Skepsis gegenüber dem Gesamtmarkt mit. Seit Auflage im Jahr 2013 erreicht er mit dieser Mischung aus Value und Growth eine sehr respektable Gesamtrendite von mehr als 87 %.

Mit weichen Faktoren zur Spitzenperformance

Auch Philipp Haas ( investresearch ) sieht Chancen im Nebenwertesegment. Entsprechend der wikifolio-Bezeichnung Nebenwerte Europa richtet er seinen Blick dabei auch über die Grenzen des deutschen Aktienmarktes hinaus. Derzeit setzt er unter anderem auf den französischen Schiffsbauer Bénéteau und den italienischen Finanzkonzern Gruppo MutuiOnline .

Chart

Kennzahlen

  • +168,1 %
    seit 22.09.2012
  • +168,1 %
    seit 22.09.2012
  • 0,7×
    Risiko-Faktor
  • EUR 320.483,64
    investiertes Kapital
Breit gestreutes Nebenwerte-Portfolio

Zu seinen Auswahlkriterien zählt Haas neben einer attraktiven Aktienbewertung auch eher weiche Faktoren wie die Qualität des Managements, die jeweilige Unternehmenskultur und das zugrunde liegende Marktwachstum. Er selbst weist auf eine weitere Besonderheit von Nebenwerten hin: Da diese oft in keinem Index enthalten sind, kann man an ihrer Wertentwicklung nicht einfach über Indexzertifikate oder ETFs partizipieren. Wie erfolgreich Haas beim Stockpicking war, zeigt seine Performance, die seit September 2012 mehr als 156 % beträgt.

Schnelle Boote, schnell gewechselt

Obwohl viele Nebenwerte-Anleger geduldig sind und eher langfristig denken, eignen sich Small Caps aufgrund ihrer Volatilität auch zum Trading. Joachim Köngeter ( joibaer ) schlägt mit seinem wikifolio Tradingchancen dt. Nebenwerte jedenfalls genau in diese Kerbe. Die Haltedauer kann dabei im Einzelfall zwischen wenigen Stunden und einigen Tagen variieren.

Chart

Kennzahlen

  • +55,4 %
    seit 20.03.2015
  • +55,4 %
    seit 20.03.2015
  • 0,8×
    Risiko-Faktor
  • EUR 722.854,57
    investiertes Kapital
Trader kommentiert regelmäßig

Um jederzeit flexibel auf Chancen reagieren zu können, hält Köngeter zudem eine vergleichsweise hohe Cash-Position. Aktuell setzt er mit einem Anteil von über 22 % auf den Biotech-Konzern Evotec . Dahinter folgen der Massivhaus-Anbieter Helma Eigenheimbau und der Finanzdienstleister Wüstenrot & Württembergische (W&W) . Die Auswahl und das Timing der Transaktionen erfolgt mittels Charttechnik. Eine Besonderheit betrifft die Aufnahme von Short-ETFs: Diese sind für Köngeter eine Option, um auch in schwachen Marktphasen positive Erträge erzielen zu können. Auf Jahressicht liegt er damit knapp 5 % vorne. Insgesamt erreicht er seit März 2015 einen Wertzuwachs von über 54 %.

Was kommt?

  • Das sollten Anleger in der nächsten Woche im Auge behalten

Spannend dürfte vor allem die zweite Hälfte der kommenden Woche werden. Am Donnerstag trifft sich die EZB, um über ihre weitere Geldpolitik zu beraten. Zwar steht hier der Wechsel an der Spitze an, aber schon jetzt ist klar, dass auch die neue EZB-Chefin Christine Lagarde die sehr lockere Geldpolitik ihres Vorgängers fortsetzen wird. Ebenfalls am Donnerstag werden die Einkaufsmanagerindizes Hinweise auf die konjunkturelle Lage der Eurozone geben. Am Freitag folgt schließlich der monatliche ifo-Geschäftsklimaindex, für den nochmals eine leichte Verschlechterung prognostiziert wird.

Auf Unternehmensseite richtet sich der Blick vor allem in die USA: Am Dienstag berichten 3M , Boeing und Microsoft . Am Mittwoch folgen Tesla und am Donnerstag Intel und Amazon .


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