Mehr als eine Laune

Die vergangene Woche stand ganz im Zeichen der US-Tech-Konzerne. Alphabet, Apple, Facebook, Tesla und viele mehr veröffentlichten ihre Quartalszahlen und übertrafen teilweise sogar die schon hohen Erwartungen.

Die iPhone-Schmiede aus Cupertino steigerte beispielsweise ihren Umsatz im ersten Quartal um mehr als 50 % und verdoppelte den Gewinn mal eben auf mehr als 23 Mrd. USD. Auch Facebook konnte den Gewinn nahezu verdoppeln, annähernd 10 Mrd. USD verdiente der Zuckerberg-Konzern in den ersten drei Monaten des Jahres 2021. Die Google-Mutter Alphabet übertraf mit einem Quartalsgewinn von mehr als 16 Mrd. USD die Analystenerwartungen um mehr als 60 % – insbesondere die Videoplattform Youtube trug dazu mit deutlich gestiegenen Nutzerzahlen bzw. Werbeeinnahmen bei. Tesla vervierfachte seinen Gewinn, wobei hier allerdings ein Großteil nicht im Kerngeschäft generiert wurde. Auch Chip-Konzerne wie Qualcomm oder der niederländische Ausrüster ASML legten exzellente Zahlen vor.

Alles durchdringende Technologien

Der Tech-Sektor bestätigt damit einmal mehr, dass dieser Boom nicht nur einer Champagnerlaune der von billigem Zentralbankgeld berauschten Investoren entspringt. Das mag zwar auch ein Faktor sein, aber der langfristige Treibsatz hinter diesem Kursaufschwung ist ein tiefgreifender und weltweiter Strukturwandel. Digitalisierung, dieses ebenso häufig ge- wie missbrauchte Schlagwort, besteht eben nicht nur darin, dass man seinen Angestellten neben dem Computer noch ein Smartphone verpasst. Vielmehr werden wir eine immer weiterreichende und immer schneller voranschreitende Vernetzung aller Produktionsschritte erleben, sowie die komplette Durchdringung der Arbeitswelt mit digitalen Programmen, Plattformen und Künstlicher Intelligenz. Der Technologiesektor wird daher wohl auch in den kommenden Jahren weiter ganz vorne in der Gunst der Anleger stehen.

Platzhirsche und Schnellboote

Entsprechend positioniert sich Christian Thiel ( sparstrumpf ) mit seinem wikifolio Global Tech-Champions . Je zur Hälfte investiert er dabei in etablierte Bluechips des Technologiesektors und in jene Unternehmen, die es erst noch werden wollen. Erstere haben Marktmacht und jede Menge Kapital, letztere dafür die noch besseren Wachstumsperspektiven. Die konkrete Entscheidung, welche Titel ihren Weg ins wikifolio finden, wird über die qualitative Unternehmensanalyse getroffen. Regelmäßiges Rebalancing sorgt für die Aufrechterhaltung der jeweils hälftigen Portfolioanteile. Dass der Schwerpunkt des wikifolios bei so einer Ausrichtung klar auf den USA liegt, ist wenig überraschend. Ebenfalls sollte es nicht überraschen, dass Unternehmen wie Microsoft , Amazon oder Apple darin vertreten sind. Die beiden größten Positionen werden allerdings von den eher unbekannten Cloud-Plattformen bzw. Softwaredienstleistern Twilio und Appian eingenommen, womit sich die Strategie des wikifolios sehr gut in der tatsächlichen Anlagestruktur widerspiegelt. Die Anleger dürfen sich in jedem Fall über eine exzellente Durchschnittsperformance von +35,2 % p.a. seit der Auflegung im Juli 2019 freuen.

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Kennzahlen

  • +60,0 %
    seit 24.07.2019
  • +35,6 %
    1 Jahr
  • 0,97×
    Risiko-Faktor
  • EUR 993.148,28
    investiertes Kapital
Ø-Performance pro Jahr: 35,2 Prozent

Champions – gut versteckt

Beim Stichwort „Tech-Konzern“ denkt man natürlich in erster Linie an die großen US-Unternehmen, aber auch hierzulande gibt es feine und zumeist recht kleine Hightech-Schmieden, die ihre ganz speziellen Nischen zwischen den Großkonzernen besetzen – die berühmten „Hidden Champions“. Genau diese will Daniel Issing ( Danisun ) für sein wikifolio riemes aufspüren. Sein Investmenthorizont ist dabei mittel- bis langfristig und die Anlageentscheidungen werden in erster Linie anhand fundamentaler Kennzahlen getroffen. Eine Einzelposition darf maximal 20 % umfassen, in der Regel bleibt Issing aber deutlich unterhalb dieser Grenze. Mit einem Portfolioanteil von knapp 14 % ist der deutsche Softwareentwickler Fabasoft das aktuelle Schwergewicht im Portfolio. Auf den Plätzen folgen die IT-Dienstleister Nagarro und GK Software , beide ebenfalls in Deutschland beheimatet. Mit der konsequenten Ausrichtung auf solche Börsenperlen fährt Issing außergewöhnlich gut: Seit der Auflegung Ende Mai 2017 konnte er eine herausragende Durchschnittsperformance von +31,9 % p.a. erzielen.

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Kennzahlen

  • +217,7 %
    seit 26.05.2017
  • +118,5 %
    1 Jahr
  • 0,75×
    Risiko-Faktor
  • EUR 1.764.201,35
    investiertes Kapital
Ø-Performance pro Jahr: 31,9 Prozent

Ein Kessel Buntes

Auf Börsentrüffel aus deutschen Landen hat sich auch Vincent Soltau ( Juliette ) mit seinem wikifolio Trend- & Newstrading Aktienwerte spezialisiert. Aufbauend auf ein Fundament von drei bis fünf Kernunternehmen, will sich Soltau auf Aktien konzentrieren, die er nach News- und Trendsignalen handelt. Entsprechend ist der Investmenthorizont des wikifolios eher kurzfristiger Natur. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass ein vielsprechender Wert bei aussichtsreichem Trend und entsprechender Unterbewertung zu einem Kerninvestment werden kann. Aufgelaufene Gewinne werden per Stopp-Loss abgesichert. Um jederzeit schnell reagieren zu können, soll zudem stets ein gewisses Cash-Polster vorgehalten werden. Eine Konzentration auf bestimmte Sektoren erfolgt dagegen nicht. Entsprechend bunt ist das wikifolio gemischt. Mit dem IT-Dienstleister IVU Traffic kommt das Schwergewicht zwar auch aus dem Tech-Sektor, auf den Plätzen Zwei und Drei stehen aber mit Steico und Westwing ein Anbieter von Bauprodukten aus nachwachsenden Rohstoffen beziehungsweise ein Möbelproduzent. Damit erbringt Soltau ganz nebenbei den Beweis, dass sich in jedem Segment Geld verdienen lässt – und das nicht zu knapp: Die durchschnittliche Jahresperformance von +44,4 % seit Januar 2017 ist schlicht sensationell.

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Kennzahlen

  • +392,3 %
    seit 13.01.2017
  • +135,4 %
    1 Jahr
  • 0,81×
    Risiko-Faktor
  • EUR 2.814.846,47
    investiertes Kapital
Ø-Performance pro Jahr: 44,4 Prozent

Was kommt?

  • Das sollten Anleger in der nächsten Woche im Auge behalten

Nachdem letzte Woche die „New Economy“ im Fokus der Aufmerksamkeit stand, muss sich in der kommenden Woche die „Old Economy“ beweisen: Am Dienstag zeigt sich, wie stark der Pharmakonzern Pfizer von der Pandemie profitieren konnte, am Mittwoch legt mit General Motors ein klassischer Autokonzern seine Zahlen vor. Ihm folgen am Donnerstag Volkswagen und zum Wochenschluss BMW . Ebenfalls am Freitag und ebenfalls in München präsentiert Siemens seine Quartalsergebnisse. Auch die beiden großen deutschen Rückversicherer, Münchner Rück (Donnerstag) und Hannover Rück (Mittwoch), öffnen in der kommenden Woche ihre Bücher.


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