28.08.2017| Von: Andreas Kern |

 

Andreas Kern


Liebe Leser,

das Timing für das Economic Policy Symposium im US-Bundesstaat Wyoming könnte nicht besser gewählt sein. Mitten im Sommerloch lädt die Federal Reserve Bank of Kansas City zum Stelldichein der wichtigsten Notenbanker, Banker und prominenter Ökonomen ins amerikanische Jackson Hole. Das ist auch der Namen, unter dem das „Jackson Hole Meeting“ als vielleicht das bedeutendste Notenbanktreffen bekannt wurde. Die Teilnehmer können sich also der ungeteilten Aufmerksamkeit der Märkte und bewusst sein, wenn sie an insgesamt drei Tagen (24.8. bis 26.8.) darüber nachdenken, wie man die „dynamische Weltwirtschaft“ unterstützen könnte („Fostering a Dynamic Global Economy“). Warum eine angeblich dynamische Weltwirtschaft überhaupt der Unterstützung durch die Hüter des Papiergeldes bedarf, ist ein Geheimnis, das im Laufe des Treffens möglicherweise ebenfalls gelüftet wird.

  

Volatilität voraus?!

Jedenfalls hat „Jackson Hole“ das Potenzial, Schockwellen an die Märkte auszusenden – sogar positive! Einigen ist noch die Rede des damaligen Fed-Chefs Ben Bernanke anlässlich des 2010er Treffens in Erinnerung. Seinerzeit kündigte Bernanke die zweite Staffel des sogenannten Quantitative Easing (QE2) an. Für das laufende Treffen erwarten Beobachter allerdings keine bahnbrechenden Ankündigungen. Nun, das erwarteten Sie im Jahr 2010 auch nicht. Die scheidende Fed-Chefin Janet Yellen wird wohl ins Grundsätzliche gehen. Ihre Amtszeit endet offiziell im Februar 2018 und es gilt als unwahrscheinlich, dass Präsident Trump sie für eine weitere Amtsperiode nominieren wird – falls er dann noch Präsident ist. Der heutige Freitag dürfte der spannendste Tag des Treffens werden, denn sowohl Janet Yellen (18:00 Uhr MESZ) als auch Mario Draghi (21:00 Uhr MESZ) halten ihre Reden. Erfahrungsgemäß ist mit Volatilität zu rechnen, wenn die ersten Sätze weltweit über die Ticker laufen. Also wundern Sie sich nicht.

 

Value & Momentum

Vielleicht ist das sogar der Moment, wenn „der Knoten platzt und wieder Bewegung in die Börsen kommt“. Darauf bereitet sich zumindest Trader „ZapInvesting“ vor, der das Sommerloch aus ereignisarmer Nachrichtenlage und geringen Kursbewegungen gerne hinter sich lassen würde: „Urlaubszeit. Kaum Bewegung an den Börsen.“ Denn sein wikifolio „Quality fundamental Selection“ beruht auf den Größen „a) fundamentale Qualität, b) Value und c) Momentum“.

Herrscht an den Märkten Flaute, dann hapert es in der Regel mit dem Punkt c), weil auch die qualitativ hochwertigsten Value-Aktien dann nicht jenes Momentum entwickeln, das für die Erzielung einer ansprechenden Performance so wichtig ist. Das wikifolio ist derzeit nur zu rund 67% investiert, was einerseits das Risiko überschaubar und genügend Pulver für zusätzliche Käufe trocken hält, andererseits aber auch dafür sorgt, dass man bei einem plötzlichen Anziehen der Märkte nicht hektisch hinterherzuspringen braucht. Angelegt wird bei ZapInvesting, das zeigt seine Historie, ohnehin eher mit ruhiger Hand.

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Roter Faden & Übersicht

„Ruhige Hand“ ist ein gutes Stichwort, denn Trader „HerbertH“ hat sogar sein wikifolio danach benannt: „Ruhige Hand 1 (Spezialwerte)“. Mit dieser Bezeichnung sind auch schon die wesentlichen Elemente des Anlagestils umrissen. Ziel ist es, dass sich was wikifolio durch „einen nachvollziehbaren roten Faden und eine übersichtliche Aktivität“ auszeichnet. Für die übersichtliche Aktivität sorgt die „ruhige Hand“, für den roten Faden die Konzentration auf Spezialwerte. 

Ruhige Hand 1 (Spezialwerte)

Netter Nebeneffekt: Diese Anlagepolitik macht „einigermaßen unabhängig vom täglichen Börsen-auf-und-ab“. Zweiter Nebeneffekt: Das wikifolio weist eine äußerst ansprechende Performance bei bislang nur minimalen Drawdowns auf.

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Auf der Spur der Hidden Champions

Weniger ruhig geht es dagegen im wikifolio „Deutscher Mittelstand“ von Trader „hzenger“ zu, obwohl es auch hier vom Grundsatz her um eine „langfristig und fundamental ausgerichtet(e)“ Anlagestrategie geht. Besonders im Fokus stehen Aktien des deutschen Mittelstands mit einer überdurchschnittlichen Wachstumsperspektive – also die „sogenannte Hidden Champions“ der deutschen Wirtschaft. 

Deutscher Mittelstand

Allerdings behält sich hzenger vor, bei starken Fehlbewertungen „in Einzelfällen jedoch auch Arbitragemöglichkeiten mit Anlagehorizont unterhalb eines Jahres“ wahrzunehmen. Die zuletzt hohe Aktivität in diesem wikifolio dürfte damit zusammenhängen, dass in einem insgesamt ereignisarmen Börsenumfeld, das Arbitragegeschäft an Bedeutung gewonnen hat.

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Was kommt?

Das sollten Anleger in der nächsten Woche im Auge behalten

Am heutigen Freitag werden die „Jackson Hole“-Reden von Fed-Chefin Yellen und EZB-Chef Draghi das Marktgeschehen vermutlich dominieren (s.o.). Dabei kann es durchaus zu kleineren Luftlöchern kommen, denn die Märkte neigen dazu, die Worte von Notenbankern auf die Goldwaage zu legen und da ist die eine oder andere Überreaktion fast schon vorprogrammiert – egal wie vorsichtig sich die Herrschaften äußern.

Am kommenden Mittwoch werden dann die annualisierten Zahlen für das US-BIP gemeldet. Erwartet wird ein leichter Anstieg um 0,10 Prozentpunkte auf 2,70%. Nach Börsenschluss am Freitag, den 1. September, gibt es dann noch Informationen des von der Fed durchgeführten Stresstests für große US-Banken.

 

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