Zukunft made in USA

Am Dienstag dieser Woche wurde wieder einmal eine große Übernahme angekündigt. Der US-Bezahldienstleister Global Payments will seinen Wettbewerber Total System Services für rund 21 Mrd. USD übernehmen – ein Aufschlag von satten 20 %!

Eine grundsätzliche Ablehnung des Deals durch Aktionäre oder Aufsichtsbehörden gilt als unwahrscheinlich. Damit würde eines der schlagkräftigsten Unternehmen im Bereich elektronischer Bezahlsysteme entstehen. Obwohl von der Meldung sogar Kursimpulse für die deutsche Wirecard ausgingen, bleiben Kapital, Risikobereitschaft und unternehmerischer Wagemut weiter klar in Übersee beheimatet, ganz besonders im IT-Bereich.

Digitale Wüste

Das bestätigt auch die jüngst veröffentlichte Studie der Privatuniversität IMD, welche die Wettbewerbsfähigkeit von 63 entwickelten Volkswirtschaften untersuchte. Die Plätze auf dem Treppchen belegten wie bereits im Vorjahr Singapur, Hongkong und die USA. Deutschland verliert zwei Plätze und fiel auf Rang 17 zurück. Wirklich besorgniserregend ist allerdings der Platz, den die Bundesrepublik in Sachen „Digitale Transformation“ erreicht: Die größte Wirtschaftsmacht Europas landete in diesem Zukunftsfeld nur noch weit abgeschlagen auf dem 60. Platz! Anleger werden daher bei den Innovationstreibern des 21. Jahrhunderts wohl auch künftig vor allem in den USA fündig werden.

Über den Wolken

Genau dort, und derzeit ausschließlich dort, ist auch Mathias Siemonsmeier ( HiddenChampion ) mit seinem wikifolio CloudComputingGrowth  investiert. Die Investmentidee ist ebenso einfach wie bestechend: Siemonsmeier will vom rasant wachsenden Cloud-Geschäft profitieren, also in jene Unternehmen investieren, die IT-Infrastruktur über das Internet bereitstellen.

CloudComputingGrowth

Die künftigen Performancechampions filtert er mittels Fundamentalanalyse heraus, wobei es ihm besonders „ein sehr konstantes Umsatzwachstum“ angetan hat. Mit seinem langfristig orientierten Ansatz strebt er vor allem eine „starke jährliche Performance“ an. Und dieses Ziel darf mit einer Performance von +70 % seit der Auflage im August 2017 bzw. einem Plus von 33 % auf Jahressicht als absolut erreicht gelten. Aktuell konzentriert Siemonsmeier seine Mittel übrigens auf ganze drei Unternehmen: Servicenow , Salesforce und Equinix . Bei einem Barbestand von ca. 20 % besteht allerdings noch Spielraum für den einen oder anderen Zukauf.

Auf die Ereigniskarte setzen

Auf Ereignisse wie die Übernahme von Total Systems Services setzt auch Andreas Haase ( Eventtrader ) mit seinem wikifolio Eventtrader . Er geht davon aus, dass bestimmte Ereignisse, beispielsweise politische Entscheidungen, überraschende Übernahmeangebote, aber auch die Veröffentlichung von Quartalszahlen überproportional starke Kursbewegungen auslösen. Diese will er mittels Hebelprodukten „spielen“.

EventTrader

Mit Geduld, striktem Positionsmanagement und einer kurzen, das Risiko begrenzenden Haltedauer macht er sich auf die Jagd nach solchen kursbewegenden Events. Die wichtigste Zutat ist allerdings Haases Disziplin, die ihm auch die Auszeichnung „Guter Money Manager“ einbrachte, obwohl er auf Hebelprodukte setzt. Genau genommen wird umgekehrt ein Schuh daraus: Weil er mit diesen Produkten seinen Kapitaleinsatz pro Idee strikt auf ein Prozent des Portfoliowertes begrenzt, vermeidet er größere Unfälle, ohne gleichzeitig seine Chancen nach oben zu beschneiden. Über die letzten zwölf Monate heimste Haase mit dieser pfiffigen Strategie einen Gewinn von +8,5 % ein.

Mann beißt Hund(e)

Voll auf die USA setzt Thomas Riepl mit seinem wikifolio Dogs of the Dow Low Five . Schon sein Tradername LaggyLuke, eine Verballhornung aus Lucky Luke und „laggy“ (hinterherhinken) zeigt augenzwinkernd, worum es geht: Riepl setzt auf eine Variante der „Dogs of the Dow“-Strategie. Konkret erwirbt er unter den zehn dividendenstärksten Unternehmen des Dow Jones Index die fünf Titel mit den niedrigsten Kursen.

Dogs of the Dow Low Five

Das Portfolio soll nur einmal im Jahr geprüft und gegebenenfalls umgeschichtet werden. Entsprechend liegt die Mindesthaltedauer der Einzeltitel bei einem Jahr, kann aber auch ein Vielfaches davon betragen. Aktuell hat Riepl zu etwa gleichen Teilen in Verizon , Merck , Coca-Cola , Exxon und Pfizer investiert. Diese einfache, leicht nachvollziehbare und vollkommen transparente Strategie erbrachte alleine auf Jahresfrist ein Plus von 16,8 %. Seit der Auflegung zum 1. Januar 2014 kam so sogar ein Plus von mehr als 87 % zustande.

Was kommt?

  • Das sollten Anleger in der nächsten Woche im Auge behalten

Nach der Wahl des EU-Parlaments stehen wieder finanz- und wirtschaftspolitische Kennzahlen im Vordergrund: Am Montag wird der chinesische Einkaufsmanager veröffentlicht und die Auguren erwarten einen Wert knapp über 50, was ein marginales Wachstum der chinesischen Wirtschaft signalisieren würde.

Für die Eurozone stehen am Dienstag die Verbraucherpreise und am Donnerstag die Daten zum Bruttoinlandsprodukt zur Veröffentlichung an. Ebenfalls am Donnerstag trifft die EZB ihre Zinssatzentscheidungen. Veränderungen werden hier allerdings nicht erwartet.


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