Bayer nach dem Urteil: Jetzt verkaufen – oder lieber einsteigen?

Was waren das für Zeiten! Vor noch gar nicht allzu langer Zeit galt der Bayer-Konzern als eines der Vorzeigeunternehmen in unserem Land. Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern war weltweit anerkannt und als Schwergewicht für einen Großteil der DAX-Performance verantwortlich. Davon kann heute keine Rede mehr sein.

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Was bedeutet das nun für die Bayer-Aktie? Bei dem jüngsten Gerichtsurteil im März war der Kurs am Folgetag noch um zehn Prozent eingebrochen und hatte in den Tagen danach weitere 14 Prozent eingebüßt. Diesmal eröffnete die Aktie „nur“ mit einem Minus von fünf Prozent und konnte sich im Anschluss sogar deutlich erholen. Der Markt scheint sich also langsam aber sicher an solche Meldungen zu gewöhnen. Sollten Anleger daher jetzt bei den günstigen Kursen zuschlagen?

Einstiegszeitpunkt auf der Long-Seite?

Nach Ansicht fast aller Analysten handelt es sich bei der Aktie des Pharma- und Agrarchemiekonzerns nach dem Kursrutsch tatsächlich um ein lohnendes Investment. Die in dieser Woche veröffentlichten Kursziele für die im Tief bis auf unter 54 Euro abgestürzte Bayer-Aktie liegen zwischen 61 und 123 Euro. Überhaupt sieht nur ein Analyst den fairen Wert mit 52,50 Euro (knapp) unter dem aktuellen Aktienkurs. Die Baader Bank als derzeit größter Optimist verweist in ihrer Studie darauf, dass inzwischen bis zu 80 Milliarden Euro an Rechtsrisiken im Kurs eingepreist seien, während das so heftig in der Kritik stehende Produkt nur für fünf Prozent der Bayer-Gewinne stehe. Zudem werde es immer wahrscheinlicher, dass der Leverkusener Konzern zu einem Zielobjekt eines aktivistischen Investors oder zum Übernahmekandidaten werde. Andere Analysten merken an, dass Bayer unabhängig von den Rechtsstreitigkeiten (die meist mit Vergleichen enden dürften) mittlerweile zur Weltspitze im Geschäft mit Saatgut, Pestiziden und Digitaltechnik auf dem Acker zähle.

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Neue Rekordhochs im Visier

Auch bei den wikifolio-Tradern überwiegt die Zuversicht bezüglich der Bayer Kursentwicklung. „Bayer heute wieder mit einem Schock zum Handelsauftakt und dem anschließenden (und noch laufenden) Rebound. Ich nutze dies wieder zum Einstieg, da meiner Einschätzung nach hier der Boden bereits erreicht ist“, kommentierte zum Beispiel Alexander Albicke ( MrTecDAX ), der die Aktie am Dienstagvormittag zu 55,14 Euro in sein wikifolio Global Top Picks  aufgenommen hatte. Während er die Hälfte des Bestands schon am Nachmittag zu 56,51 Euro (+2,5 Prozent) verkaufen konnte, ist der Rest in seinem fast voll investierten und mit über 20 Aktien gut diversifizierten Portfolio mit einem Anteil von 2,4 Prozent vertreten. Unangefochtenes Schwergewicht ist trotz eines kleinen Teilverkaufs gestern (mit 233 Prozent Gewinn!) unverändert die Aktie der Match Group. Deren Depotanteil ist mit 15 Prozent mehr doppelt so hoch wie bei jedem anderen Titel. Der Trader investiert in Aktien von Unternehmen, „welche ich für aussichtsreich erachte“. Das im Februar 2016 eröffnete wikifolio kommt bei einem maximalen Verlust von 19 Prozent auf eine Performance von 63 Prozent. Ein neues Allzeithoch ist durch das Plus von 19 Prozent seit Jahresbeginn in greifbare Nähe gerückt.

25 Prozent Performance trotz gefallenem DAX

Schon am Tag vor der Bekanntgabe der neuen Strafe hatte sich Thomas Decker ( Carmelita ) für sein wikifolio Carmelita Panikattackenstrategie mit Bayer-Aktien eingedeckt (gut 4 Prozent Depotanteil). Dieser Trader möchte in Unternehmen investieren, „wo meiner Ansicht nach bei den Anlegern gerade Panik vor weiteren Kursverlusten vorherrscht“. Zudem sollen sie „fundamental günstig und nach Value-Aspekten nach unten abgesichert scheinen“. Der seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktive Trader ließ sich dann auch am Dienstag nicht von seiner Überzeugung abbringen: „Bayer hat erneut einen Prozess in den USA verloren und soll 2 Mrd. Dollar Strafe zahlen. Einige sehen die Existenz von Bayer gefährdet.... Ich denke und hoffe, dass es bei der Aktie temporär das Tief war“. Knapp ein Jahr nach dem Start liegt das wikifolio bei einem maximalen Drawdown von 16 Prozent mit 25 Prozent im Plus. Der als Benchmark dienende DAX, den er nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren „kontinuierlich schlagen“ konnte, hat in diesem Zeitraum sieben Prozent verloren.

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# Name ISIN Handelsvolumen Alle Trades Käufe
1 ThyssenKrupp DE0007500001 € 2.885.740,40 992 511
2 Wirecard DE0007472060 € 807.938,87 657 378
3 Bayer DE000BAY0017 € 1.149.677,80 497 344
4 Apple US0378331005 € 1.682.879,75 426 254
5 Lufthansa DE0008232125 € 528.288,11 372 288
6 Deutsche Post DE0005552004 € 37.779,64 319 184
7 BASF DE000BASF111 € 111.289,43 318 241
8 Uber Technologies US90353T1007 € 246.470,38 309 238
9 Alibaba US01609W1027 € 164.531,93 296 226
10 Amazon US0231351067 € 75.537,10 277 164