FUNKWERK O.N.

WKN
575314
ISIN
DE0005753149
  • Aktien
  • Aktien Deutschland
Es ist ein Fehler beim Laden der Chart-Daten aufgetreten.

18,100 EUR Verkauf

18,950 EUR Kauf

+0,00 Abs.

0,0 % Rel.

18.01.2020 12:37Lang & Schwarz
  • Vortag / Eröffnung 18,525 / 18,525
  • Hoch / Tief (1 Tag) 18,525 / 18,525
  • Hoch / Tief (1 Jahr) 20,100 / 11,800
  • 1 Woche -5,1 %
  • 1 Monat -0,8 %
  • 1 Jahr +53,3 %

Ausgewählter Top-Trade

Beliebtheitsindikator

Es ist ein Fehler beim Laden der Chart-Daten aufgetreten.

Trading-Sentiment

Es ist ein Fehler beim Laden der Chart-Daten aufgetreten.

Neueste Kommentare

> Fokus auf organisches Wachstum nach Euromicron Insolvenz <

 

Anfang Dezember hatte die Euromicron AG überraschend die Insolvenz in Eigenverwaltung angekündigt. Funkwerk hatte im Rahmen einer Kapitalerhöhung bei der Euromicron AG im Juli 2019 einen Anteil von 15,36% erworben und war seit der Hauptversammlung Ende August indirekt durch Herrn Dr. Radke, Vorstand der Hörmann, die wiederum Großaktionär von Funkwerk ist, im Aufsichtstrat vertreten. Wie in anschließenden Unternehmensmitteilungen von Funkwerk und Hörmann kommuniziert wurde, hatten beide Parteien keine Vorkenntnisse über diesen Schritt gehabt, obwohl laut der Mitteilung der Euromicron angeblich alle bestehenden Optionen geprüft worden waren. Der Großaktionär wurde offenbar nicht in Gespräche bzgl. einer möglichen Liquiditätsunterstützung eingebunden. Es scheint, dass Vorstand Bettina Meyer ohne Abstimmung mit dem Aufsichtsrat gehandelt hat. Zudem wirft die Verbindung mit der Zech Gruppe, die im Anschluss ein Massedarlehen i.H.v. 5mEUR zur Verfügung gestellt und sämtliche Tochtergesellschaft übernommen hat, Fragen auf.

 

Laut Mitteilung der Funkwerk ist die Beteiligung an der Euromicron AG als Finanzanlage mit einem Wert von 5,8mEUR bei der Funkwerk bilanziert. Aufgrund der Insolvenz werde die Abwertung geprüft, mit einem entsprechend negativen Effekt auf den Jahresüberschuss der Funkwerk AG. Das operative Ergebnis (EBIT) ist davon ebenso wenig betroffen wie die Jahresprognose, die mit einem Umsatzplus von etwa 6% sowie einem EBIT von mindestens 11,0mEUR, bestätigt wurde. Da durch den Insolvenzverwalter der Euromicron AG am 23.12.2019 die Veräußerung sämtlicher Tochtergesellschaften an die Gustav Zech Stimmung bekannt gegeben wurde, dürfte es im Rahmen des Jahresabschlusses zu einer vollständigen Abwertung der Euromicron Beteiligung kommen. Funkwerk will sich daher wie bereits in den vergangenen Jahren zukünftig auf die organische Entwicklung fokussieren und dabei auf die Wachstumsfelder Zugfunk, Reisendeninformation, Videosysteme sowie IoT konzentrieren.

 

Zugleich hat Hörmann Ende November Zahlen für die ersten 9 Monate 2019 veröffentlicht. Bei einem Umsatz von 141,0mEUR im dritten Quartal (HJ1: 299,0mEUR) konnte ein EBIT i.H.v. 8,7mEUR (HJ1: 8,7mEUR) erzielt werden. Da Hörmann jedoch keine Ergebnisse auf Segmentebene bekannt gegeben hat, sind hier lediglich grobe Annahmen möglich. Ich kalkuliere daher mit einem EBIT des Geschäftsbereichs Communication i.H.v. mindestens 3,5mEUR, wovon auf die Funkwerk ca. 3,0mEUR entfallen würden. Dies würde einem EBIT der Funkwerk i.H.v. 8,4mEUR nach 9 Monaten entsprechen. Im Rahmen dessen betonte Hörmann zudem, dass das Ergebnis 2019 durch die Geschäftsbereiche Engineering und Communication (u.a. Funkwerk) gestützt werde und berichtet zugleich von einer hohen Auslastung sowie einer anhaltend guten Auftragslage in beiden Segmenten. Folglich ist von einer weiterhin guten bis sehr guten Geschäftsentwicklung bei Funkwerk auszugehen.

 

Im Rahmen der Euromicron Insolvenz sowie der 9-Monatszahlen von Hörmann habe ich meine Schätzungen lediglich beim Finanzergebnis für 2019 angepasst und die vollständige Abwertung der Euromicron Beteiligung i.H.v. 5,8mEUR berücksichtigt. Entsprechend reduziert sich das Ergebnis je Aktie für 2019 von 1,05€ auf 0,43€. Alle anderen Schätzungen bleiben unverändert. Dieser Effekt (70 Cent pro Aktie), wird jedoch durch einen geringeren risikolosen Zinssatz (0,5% nach zuvor 1,25%) überkompensiert, sodass das Kursziel von 24,60€ auf 25,00€ leicht ansteigt.  

mehr anzeigen

Funkwerk kündigt Abschreibung auf Anteile der Euromicron an:

https://dgap.de/dgap/News/adhoc/funkwerk-euromicron-beantragt-schutzschirmverfahren-eigenverwaltung-abschreibung-belastet-voraussichtlich-den-jahresabschluss-des-funkwerkkonzerns/?newsID=1241715

Die Abschreibung kommt schon überraschend, wenn man bedent, dass Funkwerk sich gerade erst über eine Kapitalmaßnahme beteiligt hatte. Unabhängig, ob der Erwerb der Anteile ein Teil des Planes Funkwerks war, um Teile von Euromicron zu erwerben, sind die negativen Auswirkungen mit max. 5 Mio. Euro vor dem Hintergrund der guten operativen Situation überschaubar. Viel mehr verwundert, dass Funkwerk trotzdem die Prognose beibehält. Zwar wusste jeder, dass die angekündigten 11 Mio. EBIT unrealistisch niedrig waren, aber selbst die Flüsterschätzungen von 14-15 Mio. Euro würde man anscheinend ohne Abschreibung schlagen.

Die Aktie bleibt eine Basisposition. Heute und in den Folgetagen wird man abwarten müssen, ob einige typische tiefbegabte Anleger die Mitteilung zum Anlass nehmen werden, um Kasse zu machen. Spätestens im nächsten Jahr dürften sie dem Kurs hinterher trauern.

mehr anzeigen

> Erfolgreiches erstes Halbjahr und höhere Prognose < 

 

Funkwerk hat Ende August die Zahlen für die ersten 6 Monate 2019 veröffentlicht und im Rahmen dessen den positiven Trend der auf der Hauptversammlung kommunizierten 5-Monatszahlen bestätigt. Im ersten Halbjahr konnte der Umsatz um 19,3% auf 40,93mEUR gesteigert werden, das EBIT stieg zugleich sehr deutlich um knapp 80% auf 5,42mEUR. Die Marge verbesserte sich entsprechend von 8,8% auf 13,2%. Basis dessen war der erhöhte Auftragsbestand zum 31.12.2018 (70mEUR/+20,5%) und entsprechend gestiegene Umsätze im Bereich Zugfunk, aber auch eine bessere Verteilung des Projektgeschäftes über das Jahr. Zudem gelang es, den hohen Auftragsbestand zum Ende des vergangenen Jahres nochmals um 18,4% auf 82,9mEUR bzw. um 20,9% ggü. dem Vorjahreswert zu steigern. Basis dessen war erneut eine sehr positive Auftragsentwicklung, resultierend in einem Auftragseingang von 53,5mEUR (+20,2%).

 

Neue Aufträge erhielt Funkwerk beispielsweise von der S-Bahn in Hamburg für die Ausstattung der Strecke mit Infrarot-Bildübertragungstechnik, ebenso wie von einem großen deutschen Flughafen. Dazu konnte ein Anschlussrahmenvertrag der Deutschen Bahn zur Lieferung von moderner, IP-basierter Beschallungstechnik unterzeichnet werden. In Ungarn erhielt Funkwerk neue Bestellungen im Zuge der Umrüstung auf GSM-R und der Bereich Verkehrsüberwachung konnte in Ungarn für die automatische Seitenstreifenfreigabe neu erschlossen werden. Auch hat man von einem langjährigen Partner die Beauftragung für die Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von analogen Funkbasisstationen erhalten. Darüber hinaus hat Funkwerk in Israel die Zertifizierung von Zugfunkanlagen erhalten und bereits erste Systeme ausgeliefert.

 

Für die weitere Geschäftsentwicklung ist das Management unverändert zuversichtlich und erwartet eine Umsatzsteigerung von etwa 6% in diesem Jahr, die damit jedoch etwas vorsichtiger als zuletzt (mindestens 6%) formuliert ist. Im Bereich Zugfunk erwartet man sich zukünftig neue Geschäftsfelder durch die Implementierung des europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS sowie Nachfolgelösungen für den digitalen Mobilfunkstandard GSM-R. Im Segment Reisendeninformationen sieht man große Potenziale in der zunehmenden Internationalisierung der Geschäftstätigkeit sowie der Erweiterung der Managementsysteme um intelligente IoT-Features. Bei Videosystemen sieht Funkwerk vor allem durch das steigende Sicherheitsbedürfnis weltweit Potenziale, ist in diesem Bereich aber auch einem erhöhten Wettbewerb und Preisdruck ausgesetzt. Um zukünftig ein noch breiteres Leistungsspektrum anbieten zu können und damit einen verbesserten Marktzugang in den Bereichen Videosysteme und Reisendeninformationen zu erhalten, hat sich Funkwerk im Juli im Rahmen von zwei Kapitalmaßnahmen mit 15,36% an der Euromicron AG beteiligt. Da Funkwerk jedoch die Übernahme von bis zu rund 28% der Aktien (10% Kapitalerhöhung + alle nicht gezeichneten Aktien der nachfolgenden Bezugsrechtskapitalerhöhung) garantiert hatte und zudem Nebenkosten (Rechts- und Beratungskosten, DD, etc.) i.H.v. rund 250TEUR (5,5mEUR Erwerbskosten abzgl. 5,25mEUR Wert der Aktien) angefallen sind, dürfte sich Funkwerk letztlich einen höheren Anteil erhofft haben. Andererseits ist man zukünftig im Aufsichtsrat durch den Vorsitzenden entsprechend repräsentiert.

 

Mit Blick auf die Ergebnisprognose zeigt sich der Vorstand wieder einmal optimistischer und erwartet statt einem EBIT i.H.v. 10,0mEUR (2018: 11,4) für 2019 nun ein EBIT i.H.v. 11,0mEUR. Ein wesentliches Kriterium für die Ergebnisentwicklung in HJ2 bei Funkwerk ist insbesondere die Projektabrechnung, da nach HGB immer erst nach Abschluss eines Projektes die darauf entfallenden Gewinne realisiert werden dürfen. Dennoch ist die Ausgangssituation für die zweite Jahreshälfte mit einer Ergebnisverbesserung i.H.v. 2,4mEUR nach 6 Monaten sehr gut, sodass auch die neue Prognose als konservativ eingestuft werden kann. Ich habe daher meine Schätzungen (2019e: Umsatz (+7,5%)/ EBIT (12,8mEUR)), ebenso wie das Kursziel von 24,60€ unverändert gelassen. Eine kleine Bewertungsreserve (ca. 0,30€ je Aktie) ergibt sich aktuell aus dem inzwischen erhöhten Aktienkurs der Euromicron.

mehr anzeigen
Lassen Sie sich nichts entgehen!
Um sämtliche Kommentare in diesem Wertpapier zu sehen, erstellen Sie sich bitte einen Account.

Aktueller Artikel

So können Anleger vom Kampf gegen den Klimawandel profitieren

Klimaschutz ist mehr als ein Modetrend. Auch in Sachen Investment ist das Thema nicht wegzudenken.