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Handelsidee

Das Wikifolio, soll aus einer Mischung aus sicheren Dividendentiteln, fundamental unterbewerteten Aktien mit Chancen auf einen Turnaround und zu einem kleinen Teil auch aus Small Caps mit starkem Wachstumspotential bestehen.
Die Aktienwerte, vor allem die Turnaround Kandidaten, sollen idr auf 6-12 Monate gehalten um dann bei erfolgreichem Turnaround durch einen neuen Kandidaten ersetzt zu werden.
Das wichtigste bei den Investitionen ist meiner Ansicht nach ein gutes Chance-Risiko Verhältnis aus fundamentaler Sicht.
Dies soll durch einen von mir entwickelten Algorithmus, welcher die Substanz und den "inneren" Wert einer Aktie abbilden soll, ermittelt werden, deshalb sollen hier Aktien aufgenommen werden, die meiner Analyse nach möglichst weit von ihrem inneren Wert abweichen und daher aus Value sicht eine positive Entwicklung nehmen können.
Dabei ist geplant vor allem auf Werte aus Deutschland und der EU zu setzen und nur in Aktien zu investieren.

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Stammdaten
Symbol
WF00SZEW01
Erstellungsdatum
30.12.2014
Indexstand
High Watermark
320,9

Regeln

Auszeichnungen

Anlageuniversum

Trader

Simon Weishar
Mitglied seit 30.12.2014

Entscheidungsfindung

  • Fundamentale Analyse

Kommentare im wikifolio

Allgemeiner Kommentar

Wochenupdate Szew Grundinvest (29.05.2020)

 

In dieser Woche ging es an den Märkten erneut vor allem bei den Coronaverlierern bergauf. Das hat den DAX (+4,6%) erneut deutlich steigen lassen. Das Wiki (+2,0%) konnte diesmal nicht mithalten.

 

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (+2,2%) nach Gebühren weiter vor dem DAX (-12,6%).

 

Im Wochenupdate vom 13.03.2020 schrieb ich folgendes:

„Das Wiki fiel in der Spitze von seinem Allzeithoch um rund 34%. Zu meinem Investmentstil gehören größere Drawdowns dazu und sind unvermeidbar, wenn man dauerhaft voll investiert ist. Erst vor gut einem Jahr im Dezember 2018 gab es mit über -36% den bislang größten Drawdown im Wiki - fünf Monate später gab es bereits wieder ein neues Allzeithoch. Wie lange es diesmal dauern wird, kann man nicht seriös abschätzen, wir werden sehen wie schnell sich die Wirtschaft erholt und wann die Nachrichtenlage dreht. Ich suche mir zu diesen Zeiten die für mich günstigsten Unternehmen raus, bei denen ich davon ausgehe, dass sie auch eine kritische Phase überstehen um danach deutliches Aufholpotential zu haben.“

Die Frage wie lange es dauern wird, bis der Rekorddrawdown aufgeholt werden kann, kann nun beantwortet werden. Am 18.03.20 wurde der Tiefpunkt mit einem Drawdown von -43,6% erreicht. Gut zwei Monate später, in denen knapp 80% Performance erzielt wurden, kann das Wiki ein neues Allzeithoch aufweisen.

Das liegt allerdings nicht daran, dass ich in dieser Zeit jedes Invest perfekt getroffen habe, ganz im Gegenteil. Ich habe sowohl beim Drawdown als auch bei der Aufwärtsbewegung viele Fehler gemacht ohne die ich noch deutlich mehr aus der Situation hätte herausholen können. Auf der einen Seite freue ich mich über die schnelle Erholung, die ich eher bis ende des Jahres und nicht nach zwei Monaten erwartet hätte. Auf der anderen Seite macht mir die Entwicklung an der Börse zunehmendst Sorge, denn die Flut schwemmt mal wieder alle Boote und die Bewertung einiger Aktien, vor allem im Techbereich nimmt immer ungesündere Züge an - Bewertungen fangen an damit gerechtfertig zu werden, dass andere Werte noch teurer sind und nicht mehr mit dem inneren Wert dieser Unternehmen.

Ich gehe daher weiter in die Defensive und nehme weiter Gewinne bei einigen mit dem Markt gut gelaufenen Werten mit und erhöhe defensive Werte, die weniger Korrelation mit den Indizes haben.

 

Wochengewinner war diesmal StoneCo, die am Dienstag sehr gute Zahlen gemeldet haben. Auch die sehr lange Telefonkonferenz war mal wieder sehr aufschlussreich. Die Befürchtung, dass StoneCos Geschäft einbricht in der Coronazeit, weil weniger in stationären Geschäften gekauft wird, hat sich nicht bewahrheitet, denn das Onlinegeschäft von Stone ist ebenfalls sehr stark. Hier hatte man sonst nicht so viele Zahlen herausgegeben, was man nun geändert hat und bei einigen für Verwunderung gesorgt hat. U.a. sagte man „[…] approximately 50% of all transaction in e-commerce in Brazil went thorugh our plattforms […]“. In dem Bericht und der TelKo gab man einiges über seine Strategie und zukünftige Initiativen bekannt und was man noch alles vor hat ist ziemlich beeindruckend, so dass das Wachstum hier noch lange nicht ausgehen sollte.

 

Zurückgekauft habe ich auch Blue Prism, die ich für die Coronazeit verkauft hatte. Wie erhofft hat sich der Kurs noch nicht komplett erholt, so dass noch Luft zu den alten Höchstständen ist. Blue Prism hat in der Zeit eine Kapitalerhöhung im Wert von rund 100 Millionen Pfund durchgeführt an der sich das Management auch beteiligt hat, was vom Markt sehr positiv aufgenommen wurde. Mit langjährigen Verträgen und 96% wiederkehrenden Umsätzen ist das Geschäft von Blue Prism grundsätzlich sehr gut planbar, spannend wird sein wie sich Corona auf das Neukundengeschäft und das Umsatzwachstum mit Bestandskunden ausgewirkt hat, denn trotz Corona hat man einige spannende Meldungen gebracht, u.A. mit der US Army.

 

Die größten Gewinner waren diese Woche:

StoneCo +25,2%

Sto +8,4%

Hochtief +7,9%

Xero +6,4%

 

 

Die größten Verlierer waren diese Woche:

GFG -4,6%

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Allgemeiner Kommentar

Wochenupdate Szew Grundinvest (22.05.2020)

 

In dieser Woche ging es an den Märkten stärker bergauf und es waren vor allem Werte gefragt, die von Corona stärker getroffen waren. Das hat den DAX (+5,7%) deutlich steigen lassen. Das Wiki (+6,5%) konnte mit seiner gemischten Aufstellung sogar noch etwas stärker zulegen.

 

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (+0,3%) nach Gebühren nun endlich wieder minimal im plus und damit weiter vor dem DAX (-16,5%).

 

Nachdem das Wiki in dieser Woche zwischenzeitlich nur noch zwei Prozent vom Allzeithoch entfernt war, habe ich beschlossen wieder stärker in die Defensive zu gehen um bei einem möglichen Rücksetzer nicht so stark zu verlieren.

 

Dafür habe ich die zwei eher offensiven Werte Paycom und Square verkauft nachdem beide innerhalb kürzester Zeit 15-20% zugelegt hatten.

 

Dafür habe ich zwei bekannte Werte wieder aufgenommen: Sto und Rocket Internet.

Beide halte ich aufgrund ihrer Bewertung für deutlich defensiver. Bei Rocket Internet ist fast die gesamte Marktkapitalisierung durch Cash abgedeckt, was das Kursverlustrisiko deutlich begrenzen sollte. Allerdings wird es aufgrunddessen hier auch keinen Kursverdoppler in kurzer Zeit geben, denn der Cash mildert mögliche Investitionsgewinne durch Rocket deutlich ab. Trotzdem sehe ich hier ein sehr gutes Chance Risiko Verhältnis, was sich allerdings im kleinen Rahmen abspielt ~(-10%/+30%), zumindest solange wie das Unternehmen sein Cash ungenutzt vorhält.

 

Sto verfügt ebenfalls über eine sehr gesunde Bilanz mit einer kleinen Nettocashposition. Wächst stetig im kleinen Rahmen und ist fundamental einfach zu günstig bewertet. Corona konnte Sto bislang nicht viel anhaben und die Auswirkungen scheinen sich insgesamt auch in Grenzen zu halten. Sollte die Prognose des Vorstands am Ende einigermaßen hinkommen, halte ich Kurse von 140-150€ für gerechtfertigt. Einen schnellen Anstieg dorthin erwarte ich allerdings nicht.

 

In dieser Woche hat mit Alibaba dann auch der vorletzte Wert im Wiki seine Zahlen gemeldet. Die Zahlen waren ganz gut und man erwartet auch im nächsten Jahr knapp 30% Wachstum. Der wiederaufkeimende Handelskonflikt belastete den Wert aber in dieser Woche, so dass er von den guten Zahlen nicht profitieren konnte.

 

Die größten Gewinner waren diese Woche:

Hypoport +13,9%

Facebook +12,4%

Hochtief +11,5%

StoneCo +10,1%

VW +9,5%

ING +6,4%

Xero +6,4%

Cegedim +5,1%

Alphabet +3,7%

 

 

Die größten Verlierer waren diese Woche:

-

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Allgemeiner Kommentar

Wochenupdate Szew Grundinvest (15.05.2020)

 

Nach fünf postiven Wochen in Folge, gab es für das Wiki (-1,1%) in dieser Woche den ersten Rücksetzer. Der DAX (-4,0%) verlor allerdings deutlich stärker.

 

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-5,9%) nach Gebühren weiter vor dem DAX (-21,0%).

 

In dieser Woche gab es mit Wallstreet Online einen Verkauf und mit Paycom einen Neukauf.

 

Wallstreet Online habe ich nach der starken Performance verkauft, da sie nun nahe an meinem Kursziel angekommen ist.

 

Paycom ist ein US SaaS Wert, den ich seit Jahren auf der Watchlist habe, mir immer zu teuer war und immer wenn er kurz vor meinem Kaufkurs war, wieder nach oben gedreht und mir weggelaufen ist. In dieser Woche hat die Korrektur auch Paycom erwischt und ich habe nun die Chance genutzt eine erste Position aufzubauen. Paycom werde ich gern nochmal genauer vorstellen.

 

In dieser Woche war sonst noch einiges los:

Hypoport: Hat nun die endgültigen Zahlen gemeldet und es gab keine Überraschung, das Geschäft läuft weiter rund und auf dem aktuellen Niveau bleibt sie meine größte Position.

 

Xero: Hat auch seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 (bis 31.03.20) gemeldet und auch die lagen genau im Rahmen der Erwartungen mit einem Umsatzwachstum von 30%. Die Aktie reagierte auf die Zahlen auch überhaupt nicht und bewegte sich nur mit dem Markt. Corona hatte wie erwartet keinen großen Effekt auf das Geschäft, lediglich eine anstehende Preiserhöhung hat man aufgrunddessen erstmal verschoben.

 

GFG: Auch hier gab es Q1 Zahlen, die gut ausgefallen sind. Während man im Q1 so abgeschnitten hatte, wie ich es erwartet hatte, ist der Ausblick auf Q2 mit aktuellen Wachstumszahlen von rund 40% sogar nochmal deutlich besser ausgefallen. Hier scheint man nicht nur Aufholeffekte aus dem Q1 zu haben, sondern eine Trendbeschleunigung zum E-Commerce zu sehen und hier ist in den GFG Regionen ja ohnehin deutliches Aufholpotential. In meiner damaligen Vorstellung von GFG hatte ich die Entwicklung des Marktplatzes als einen entscheidenden Trigger für eine deutlich höhere Bewertung der Aktie gesehen, denn damit sind höhere Margen als im Direktgeschäft möglich. Der Anteil des Marktplatzes ist auf 25% in Q1 gestiegen und erhöhte sich im April sogar auf über 30%. Das hat nicht nur einen positiven Effekt auf die Rohmarge, sondern zieht auch mehr Kunden auf die Plattform, denn wenn viele stationäre Läden schließen müssen, suchen die Händler andere Vertriebskanäle und hier bieten die GFG Plattformen eine schnelle Umsetzungsmöglichkeit. Diese Anbieter werden dann ihre Kunden auf darauf Aufmerksam machen, dass sie ihre Waren nun über diese Plattformen vertreiben und locken damit weitere Kunden auf die Plattform ohne dass man zusätzliche Marketingkosten hat und mit jedem Händler und jedem Kunden wird der Netzwerkeffekt größer. Leider hat das Thema Währungen in Q1 mal wieder gebremst und die Hälfte des Umsatzwachstums aufgezehrt.

 

StoneCo: Veröffentlicht seine Zahlen zwar erst übernächste Woche, hat mit der Nachricht 20% der Belegschaft (1.300 Mitarbeiter) zu entlassen in dieser Woche aber für Aufsehen gesorgt und die Börse quittierte dies mit einem 20% Kursverfall der Aktie. Die Entlassungen werden vor allem Servicemitarbeiter der „Stonehubs“ betreffen, die Stone landesweit verteilt hat um Service und Vertrieb landesweit verteilt bereit zu halten. Der „Door to Door“ Vertrieb und Service ist in diesen Zeiten schwieriger und es scheint auch ohne zu funktionieren, so dass man sich hier stärker zurückzieht. Eine nachvollziehbare Kosteneinsparung, denn die Personalkosten waren im Vergleich zum Wettbewerb aufgrund dieses besonderes Services höher. Ich folge dem Unternehmen seit einer weile bei LinkedIn und hier konnte man in der Vergangenheit immer wieder potentielle Mitarbeiter sehen, die davon träumten irgendwann mal für Stone arbeiten zu dürfen – das Ansehen von StoneCo ist in Brasilien sehr hoch. Die Anzahl der Bewerber schoss von 29.000 in 2018 auf 109.000 in 2019 und man wurde von LinkedIn scheinbar zu recht zum Arbeitgeber Brasiliens auserwählt von dem die Brasiliener „träumen mal dort zu arbeiten“.

Daher war ich besonders gespannt, wie sich diese Entlassungswelle auf die (ehemaligen) Mitarbeiter und die Stimmung hinsichtlich Stone auswirkt und ich war sehr überrascht. Es äußerten sich sehr viele vor allem der entlassenen Mitarbeiter mit teils längeren Briefen auf LinkedIn und ich habe bestimmt 100 davon gelesen.

Bei keinem einzigen habe ich Beschwerden, Vorwürfe oder Undankbarkeit gelesen, ganz im Gegenteil – alle sprachen davon, wie dankbar sie für die Zeit bei Stone sind  und dass sie überhaupt die Chance hatten für so ein Unternehmen zu arbeiten. Sie schrieben darüber wie viel sie für ihre weitere Zukunft gelernt haben und den unternehmerischen Schritt der Entlassungen verstehen können. In Deutschland wäre so eine Reaktion kaum vorstellbar. Sie posteten Bilder von sich und ihren Kollegen, bedankten sich für die schöne Zeit und schauen nun nach vorne – Stone unterstützt alle Entlassenen noch mehrere Monate mit diversen Leistungen um ihnen bei der neuen Jobsuche zu helfen.

Die aktuelle Zeit spielt dem Geschäft von StoneCo sicher nicht in die Karten, aber das Unternehmen bleibt sehr gut aufgestellt, geführt und scheint eine ausgezeichnete Chemie zu haben, so dass ich weiter dabei bleibe.

 

Die größten Gewinner waren diese Woche:

GFG +26,6%

Square +8,2%

 

Die größten Verlierer waren diese Woche:

StoneCo -21,3%

Xero -8,5%

Hochtief -7,1%

Cegedim -6,3%

VW -6,0%

Hypoport -3,6%

Facebook -3,5%

ING -3,3%

Alphabet -3,0%

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Allgemeiner Kommentar

Wochenupdate Szew Grundinvest (08.05.2020)

 

In der vergangenen Woche ging es für das Wiki (+4,0%) weiter nach oben, während der DAX (+0,4%) leicht im Plus schloss.

 

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-4,8%) nach Gebühren weiter vor dem DAX (-17,7%).

 

In dieser Woche habe ich mich von Amazon getrennt und die Gewinne mitgenommen. Die Aktie ist als möglicher Corona Profiteur gut gelaufen und konnte ein neues Allzeithoch erreichen. Die Quartalszahlen konnten das nur teilweise bestätigen, während der Umsatz zwar deutlich zulegen konnte, wurde aber auch deutlich, dass Corona erhöhte Kosten mit sich bringt. Da ich bei den anderen Werten mehr Potential sehe, habe ich mich von Amazon getrennt.

 

Dafür zurückgekauft habe ich Square nachdem diese Zahlen gemeldet hatten. Die erste Reaktion auf die Zahlen fiel vom Markt sehr negativ aus (-8%), dies habe ich für einen Einstieg genutzt, denn die Telefonkonferenz war sehr aufschlussreich und klang durchaus optimistisch. Diese Einschätzung schien der Markt dann am nächsten Tag auch zu teilen und die Aktie konnte sich von -8% auf +9% hocharbeiten. Mehr zu Square weiter unten.

 

Gute Vorabzahlen gab es diese Woche von Hypoport, im ersten Quartal wuchs sowohl der Umsatz als auch das EBIT um 30%. Auch wenn Hypoport auf den ersten Blick für viele teuer scheint, ist die Bewertung mit vielen US Wachstumswerten immer noch deutlich zu niedrig, vor allem wenn man den guten Burggraben mit einbezieht. Daher habe ich die Position nach den Zahlen ausgebaut.

 

Auch die ING Groep hat seine Q1 Zahlen veröffentlicht, hierauf war ich besonders gespannt, da man die Banken ja mehr oder weniger totgeredet hat. Und die Zahlen sind vergleichsweise sehr gut ausgefallen. Man hat zwar coronabedingt sicherheitshalber deutlich mehr Kredite abgeschrieben/Rückstellugnen für Abschreibungen gebildet, aber nicht so viele wie befürchtet. Der Gewinn ging um 40% zurück, aber man machte immer noch einen deutlichen Gewinn und nicht wie viele erwarteten, einen existenzbedrohenden Verlust, die Kernkapitalquote liegt weiter bei guten 14%. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,17€ je Aktie, selbst wenn die kommenden Quartale ähnlich laufen, bleibt die Aktie günstig bewertet.

 

Ansonsten möchte ich diesen Wochenbericht nutzen um meinen Investmentcase bei StoneCo vorzustellen, da das Unternehmen sicher nicht so viele kennen werden.

StoneCo ist ein brasilanischer Paymentanbieter der sehr starke Ähnlichkeiten mit dem US Unternehmen Square hat.

StoneCo verfügt über sechs Bereiche/Marken:

1.    Stone: Kartenlesegeräte am point-of-sale – hier verdient Stone bei jeder Transaktion, die über die Geräte abgewickelt wird. Vorteile für die Nutzer: Das Geld wird besonders schnell transferiert und man kann die Abrechnungen in einer übersichtlichen Software per PC oder Handy verwalten.

Über die Marke Stone bietet man auch Geschäftskundenkonten an, und vermittelt z.B. Kredite, die idR aber weiterverkauft werden und man hier nicht selbst ins Risiko geht. Für Stone bietet man noch weitere diverse Softwarelösungen an, z.B. „collact“ für Werbeaktionen und Kundenbindungen und „raio-x“ zur Inventar- und Preisverwaltung.

 

2.    Pagar.me: Ist die Lösung im digitalen Vertrieb. Hier geht es nicht nur um die Zahlung, sondern auch um den Aufbau von Webshops. Hauptgeschäft ist aber die Zahlungsabwicklung wofür man mehrere Lösungen bereitstellt. Sei es Zahlung per Link (z.B. bei Verkäufen über social media) oder direkte Einbindung in die Website. Auch hier gibt es natürlich eine passende Software mit Auswertungsmöglichkeiten dazu. Richtet sicher aber eher an kleine Anbieter

 

3.    Mundipagg: Dient als vollständiges e commerce Gateway und verbindet somit zu Visa etc. Über Mundipagg kann man viele Funktionen seines Shops steuern – z.B. Rabatte, Abos aber vor allem um die Finanzsteuerung durch das Verfolgen von Verkäufen/Zahlungen, Ratenkäufen etc.

 

4.    Equals: Ist eine online Finanzmanagementplattform. Sie verbindet sich mit dem ERP System und nimmt z.B. automatisch Abschreibungen auf Forderungen vor, Steuerberichte etc. – Kunde ist hier z.B. Paymentwettbewerber Mercado Pago.

 

5.    Cappta:  Ist eine weitere Point of Sale Lösung.

 

 

6.    Ton: Ton ist zwar noch nicht als eigenständige Marke auf der Stone Website geführt, das sollte sich aber noch ändern. Ton befindet sich gerade im Aufbau und ist eine Kooperation zwischen Stone und dem brasilanischen Mediengiganten Globo. Mit Ton scheint man vor allem Masse machen zu wollen, während sich die anderen Angebote eher auf etablierte Unternehmen fokussieren, zielt Ton auf Kleinstanbieter ab. Die Werbung soll dafür von den Globo Kanälen kommen und Stone macht die weitere Produktabwicklung. Die Funktionen sind auch noch stark eingeschränkt, es sind auch PoS Lösungen mit Cash-in und Cash-out Funktionen. Zukünftig will man diesen Kunden aber weitere Finanzprodukte wie Kredite und Versicherungen anbieten.

 

In Brasilien gibt es neben den klassischen Legacy Banken in diesem Bereich vor allem einen starken Konkurrenten, den ich auch schon mal im Wikifolio hatte aber leider nicht mehr über L&S handelbar ist: Pagseguro.

 

Während Stone mit seinen Angeboten besonders auf den SMB Bereich abzielte, hat sich Pagseguro die low hanging fruits der Micro Merchands geschnappt, die vorher meist noch gar keine bargeldlose Zahlungsabwicklung hatten und diese mit ihren POS Geräten ausgestattet. Der Vorteil dieser Kunden war, dass man von ihnen besonders hohe Gebühren verlangen konnte, da man keinen großen Wettbewerb hatte. Mit Stones Angebot Ton ändert sich das jetzt, denn hier greift man nun sehr aggressiv und werbewirksam genau dieses Klientel an. Das könnte zum Problem für Pagseguro werden und ich sehe Stone hier langfristig als Gewinner, da sie einfach das bessere Produkt zu haben scheinen. Pagseguro wird sich wohl weiter in den Privatkundenbereich ziehen, hier hat man mit der Gründung der digitalen Bank „Pagbank“ einen Raketenstart hingelegt – die Story ist ebenfalls sehr spannend, aber steht auf einem anderen Blatt :)

Stone ist vor allem bemüht, seine Softwareangebote noch stärker zu vermarkten und kommt hier gut voran, während im Q1 2019 nur 32.000 Kunden zusätzliche Software von Stone gebucht hatten, waren es in Q4 schon 135.000.

Mit der Entwicklung seiner ABC Finanzplattform versucht man sein Produktangebot besser unter einen Hut zu bekommen und die Bankenbeziehung der Kunden überflüssig zu machen.

Das Banking Angebot von Stone wird bislang sehr gut aufgenommen, waren es im März 2019 nur 3.000 Kunden sind es nichtmal ein Jahr später schon 79.000 Kunden gewesen. Das vermittelte Kreditvolumen konnte entsprechend mitgesteigert werden von 2 Millionen R$ in Q1 2019 zur 364 Millionen R$ im Januar 2020

 

Zahlen zum vergangenen Jahr:

Kundenanzwahl wächst um 84% auf 495.000

Payment Volume wächst um 55% auf 129 Mrd R$

Umsatz wächst um 63% auf 2.576 Mrd R$

Nettogewinn wächst um 164% auf 804 Millionen R$ (31,2% Nettomarge)

 

Bewertung:

Aktuell wird das Unternehmen mit rund 43 Mrd R$ bewertet (~7,5 Mrd US Dollar), also dem 16 fachen Umsatz des vergangenen Jahres. Und wohl etwa dem 11 Fachen Umsatz des aktuellen Jahres, wobei der Corona Effekt noch schwer abzuschätzen ist.

Bei einem Unternehmen was so stark wächst und schon eine 40%ige EBIT Marge hat, halte ich das dennoch für günstig, denn das kgv wird damit wohl im Bereich von 33 für das aktuelle Jahr liegen.

Das Unternehmen hat noch sehr viel Wachstumspotential und fängt gerade erst an in viele seiner möglichen Bereiche vorzustoßen. Das größte Risiko sehe ich auf der Währungsseite, denn die brasilianische Währung Real ist nicht die Stabilste und da das Unternehmen seine Umsätze und Gewinne in Real macht und wir die Aktie in Dollar/Euro kaufen, hat der Währungsverlauf starke Auswirkungen auf die Unternehmensbewertung. Im vergangenen Jahr ist der Real im Vergleich zum Dollar um rund 28% gefallen, dies wirkt sich entsprechend negativ auf Stones Kurs in Dollar aus. Dies kann man auch gut an der vergangenen Woche sehen, während StoneCos Kurs in Dollar um 4% stieg, wäre er eigentlich um ~9% gestiegen, doch der 5%ige Verfall des Reals hat den größten Teil des Kursgewinns aufgezehrt. Sollte sich die Währung allerdings wieder erholen, könnten hier Zusatzgewinne entstehen. Für mich ist das Währungsrisiko aber ein Grund Stone trotz der guten Aussichten nicht zu hoch zu gewichten.

 

Noch kurz ein Bewertungsvergleich zu der wiederaufgenommenen Square:

Die Geschäftsmodelle ähneln sich sehr stark, auch Square setzt inzwischen neben dem klassischen PoS Geschäft auf E-Commerce Lösungen ähnlich wie Stone.

Mit der Cash App hat Square aber zusätzlich noch eine Lösung für Privatnutzer, die StoneCo nicht hat. Mit der Cash App geht man eher in die Richtung, die nun Pagseguro mit seiner Pagbank gegangen ist und damit bekommt man bei Square die Vorteile von StoneCo und Pagseguro in einem.

 

Bewertung:

Aktuell wird das Unternehmen mit rund 33 Mrd $ bewertet, also dem 7 fachen Umsatz des vergangenen Jahres. Und wohl etwa dem 5 fachen Umsatz des aktuellen Jahres. Das klingt erstmal deutlich günstiger als bei StoneCo, denn die Multiples sind nur etwa halb so hoch.  Doch gibt es einige Besonderheiten bei Square, die man beachten sollte, z.B. waren in Q1 22% des Umsatz aus Bitcoin. Dies ist eher ein durchlaufender Posten und sollte man nicht als echten Umsatz betrachten, denn von den 306 Millionen, die man hier eingenommen hat, musste man direkt 299 Millionen wieder weiterreichen. Ähnlich ist es bei den Hardwareumsätzen, bei denen man sogar eine deutlich negative Rohmarge hat, da man an den Services und nicht an den Geräten Geld verdienen will. Es bietet sich also an anstatt des Umsatzes, die Rohmarge zur Bewertung heranzuziehen. Hier liegen wir bei einem Multiple von 17 für das vergangene Jahr und sollte im aktuellen Jahr bei 13 liegen. Dies relativiert, die erstmal sehr günstig erscheinende Bewertung schon etwas, aber vergleicht man es mit anderen Wachstumsunternehmen an der Nasdaq ist ein 13er Multiple auf die Rohmarge bei einem 40%igen Wachstum weiterhin günstiger als bei anderen Werten.

 

Bei den Margen gibt es zwischen den Unternehmen aber große Unterschiede. Während StoneCo mit einer 40%igen EBIT Margen zeigt, wie profitabel dieses Geschäftsmodell sein kann, kämpft Square weiterhin mit dem Break Even. Der Margen Unterschied liegt vor allem darin, dass Square relativ gesehen, deutlich größere Anteile der Rohmarge direkt wieder in die Produktentwicklung und in das Marketing steckt.

 

Vorteile Square:

-       Square hat durch seine zwei Plattformen einen deutlich größeren Markt, vor allem unter dem Aspekt, dass diese Plattformen zeitnah kombiniert werden sollen, könnte man hier ein noch stärkeres Ökosystem schaffen.

-       Internationalisierung: Während man sich bei StoneCo bisher nur auf Brasilien beschränkt und noch keine Ambitionen hat ins Ausland zu gehen, fängt Square immer stärker die Internationalisierung an und hat dadurch noch einen deutlich größeren Markt vor sich.

-       Stabilere Währung im Vergleich zu StoneCo

 

Nachteile Square:

-       Während der Markt in beiden Ländern zwar umkämpft ist, hat StoneCo den Vorteil, dass in Brasilien ein großer Teil des Kuchens noch nicht verteilt ist und daher ein genereller Bedarf nach deren Lösungen vorherrscht. In den USA ist der Wettbewerb vor allem mit Paypal aber auch älteren PoS Lösungen ebenfalls sehr groß und der Markt schon deutlich etablierter. Square muss also häufiger Geschäfte mit bereits bestehenden Lösungen davon überzeugen, dass Squares Lösung besser ist, was einen höheren Vertriebsaufwand mit sich bringt und die höhere Marketingquote erklärt.

-       Verwässerung/Share based compensation: Bei Tech Werten an der Nasdaq gehört eine ordentliche Verwässerung zwar schon fast zum guten Ton, mir gefällt dieses Vorgehen aber überhaupt nicht, da ein größerer Teil des Wachstums bereits den Verwässerungen zum Opfer fällt. Bei Stoneco hat man in 2019 1,2% des Umsatzes für share based compensations ausgegeben, bei Square waren es über 7%.

-       Noch keine nachhaltige Profitabilität erreicht

 

Die größten Gewinner waren diese Woche:

GFG +9,6%

Hypoport +7,6%

Alphabet +4,7%

Facebook +4,4%

StoneCo +3,9%

Wallstreet online +3,5%

Xero +3,5%

 

Die größten Verlierer waren diese Woche:

-

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