01.07.2016| Von: Andreas Kern |

Die Sorgen der Börsianer nach dem überraschenden „Brexit“ sind trotz der jüngsten Erholung der Aktienkurse weiterhin spürbar. Ablesen lässt sich das immer auch an den als „Angstbarometer“ bezeichneten Volatilitäts-Indizes. So steht der VDAX-New aktuell bei rund 27 Punkten und damit 30 Prozent höher als noch vor einem Monat. Im Hoch war der Vola-Indikator der deutschen Börse zuletzt sogar bis auf rund 40 Punkte gestiegen. Die erhöhte Volatilität beschert vielen strukturierten Produkten traditionell attraktive Konditionen. Die Kurse von Discount-Zertifikaten zum Beispiel verlieren bei einer steigenden Vola tendenziell an Wert, was den Abstand zum erreichbaren Höchstbetrag und damit die Renditechancen vergrößert. Beim Kauf solcher Produkte setzen Anleger zumeist darauf, dass der ausgewählte Basiswert mittelfristig keine größeren Kursverluste mehr erleidet. Das reicht dann aus, um die angestrebte „Seitwärtsrendite“ tatsächlich einstreichen zu können. Bei wikifolio.com gibt es einige Trader, die entsprechende Strategien in ihren wikifolios umsetzen und die aktuelle Unsicherheit folgerichtig zum Aufbau von neuen Positionen genutzt haben.

Thorsten Möller („Mdahlin1212“) zum Beispiel hat am Freitag nach Beendigung des EU-Referendums in seinem hauptsächlich aus Zertifikaten bestehenden wikifolio „Bonus mit Pepp“ gravierende Umschichtungen vorgenommen. Beim Verkauf von insgesamt vier Reverse Bonus Cap-Zertifikaten auf den DAX konnte er dabei Gewinne von bis zu 10,6 Prozent realisieren. Diese Produkte profitieren immer dann, wenn der Basiswert nicht stark steigt, was beim DAX am Freitag ja ohne Frage gegeben war. Im Gegenzug erwarb der Trader zwei unterschiedliche Discount-Zertifikate auf den DAX, die mit jeweils 26 Prozent in dem wikifolio gewichtet wurden. Der maximale Erfolg bei diesen Papieren wird dann generiert, wenn der Index Mitte Dezember mindestens bei 8800 Punkten bzw. Mitte Januar auf/über 9350 Punkten notiert. In beiden Fällen reicht unter dem Strich also eine Stagnation aus, selbst moderat fallende Kurse sind erlaubt. Im Erfolgsfall streicht der Trader am Ende der Laufzeit dann Gewinne von 3,5 bzw. 6,1 Prozent ein. Wenn der DAX am Ende unter den relevanten Marken notiert, fallen etwaige Verluste zudem immer geringer aus als bei dem Index selbst. Dafür sind die Gewinnchancen auf die o.a. Werte begrenzt, selbst wenn es zu einer imposanten Kursrally beim DAX kommen sollte.

Mit dieser, manchmal auch etwas offensiver gestalteten Strategie konnte seit dem Start im Februar bereits eine Performance von rund 49 Prozent generiert werden, während der maximale Rückgang nur knapp 15 Prozent betrug. Der Großteil dieses Zuwachses wurde allerdings direkt zu Beginn verbucht, als mit einem recht spekulativen Zertifikat innerhalb von nicht einmal zwei Wochen ein Gewinn von fast 60 Prozent gelang. Seit der Emission des wikifolio-Zertifikats Anfang Mai erzielte der Trader aber immerhin auch schon ein Plus von gut 7 Prozent. Bemerkenswert ist zudem, dass der Zertifikate-Spezialist bislang jeden (!) seiner Trades mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen hat. Man darf gespannt sein, ob diese Erfolgssträhne auch in Zukunft weiter anhält.

Björn Bröcher („Rogall“) hat seinem wikifolio „Aktien-Werte und Trading“ am Dienstag ebenfalls einen Discounter beigemischt. Der stets nach fundamental günstig bewerteten Aktien suchende Trader hat sich dabei als Basiswert allerdings für einen Einzeltitel entschieden: „Kauf Lufthansa-Discount-Zertifikat. Trotz Brexit bin ich immer noch vorsichtig bullish eingestellt. Aufgrund der aktuellen Turbulenzen scheint aber etwas Vorsicht angezeigt, wobei die gefallenen Märkte auch gute Einstiegschancen bieten. Die Luftfahrtbranche wurde stark abgestraft. Ich sehe gerade bei der Lufthansa nicht so starke Probleme durch den Brexit, eher noch Chancen für die Töchter gegenüber den englischen Mitbewerbern. Mit dem Discounter sind knapp 10% bis Anfang nächsten Jahres möglich, sollte Lufthansa dann noch über 10 EUR, also noch ca. 5% unter dem aktuellen Kurs, stehen“. Ganz konkret beträgt die Gewinnchance bezogen auf seinen Einstandskurs 9,1 Prozent, was bei einer Restlaufzeit von knapp acht Monaten aber immer noch ordentlich ist. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Kranich-Aktie bis dahin sogar noch leicht an Wert verlieren darf, ohne dass die Auszahlung des Maximalbetrags gefährdet wird. Das sonst zu 80 Prozent aus Aktien bestehende wikifolio liegt im Vergleich zum Startkurs im Spätherbst 2014 mit gut 55 Prozent im Plus, während das seit Januar 2015 handelbare wikifolio-Zertifikat eine Performance von 36 Prozent ausweist. Der stärkste Drawdown brachte bislang Rückschläge von 13,4 Prozent mit sich.

10 Aktien mit den meisten Trades (23.06-30.06.2016)

# Name ISIN TradingVolume All
1 Discount-Zertifikat auf DAX® DE000TD27749 776,70 21
2 Discount-Zertifikat auf DAX® DE000TB56WE1 1.646,93 18
3 Discount-Zertifikat auf DAX® DE000TD19RH8 2.138,81 15
4 Discount-Zertifikat auf DAX® DE000TD27772 799,92 15
5 Discount-Zertifikat auf DAX® DE000TD4UT99 79,92 15
6 Discount-Zertifikat auf DAX® DE000TD277C5 1.118,75 11
7 Discount-Zertifikat auf DAX® DE000TD3WPF8 773,87 9
8 Discount-Zertifikat auf DAX® DE000TD277Z6 732,60 9
9 Discount-Zertifikat auf DAX® DE000TD27756 251,35 9
10 Discount-Zertifikat Euro STOXX DE000SG77D80 25,27 8

Basis: alle investierbaren wikifolios

 

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