Währungsrisiko – was es ist und wie man sich davor schützt

Vom Fremdwährungs- oder Wechselkursrisiko betroffen ist jeder, der Investitionen in einer Fremdwährung tätig – also zum Beispiel als Deutsche(r) eine US-Aktie kauft. Doch muss man sich darüber Gedanken machen? Und wenn ja, wann?

Fremdwährungsrisiko
Quelle: Gunjan2021, pixabay.com

Währungsrisiko – was ist das?

Das Wechselkurs- oder Währungsrisiko beschreibt bei in Fremdwährung getätigten Investitionen die Gefahr, durch eine ungünstige Veränderung des Wechselkurses Geld zu verlieren. Andererseits besteht ebenfalls die Möglichkeit, durch eine für den Anleger günstige Veränderung Gewinne zu erzielen. Ein einfaches Beispiel veranschaulicht den Zusammenhang:

Zwei fiktive Währungen A und B werden zu einem Wechselkurs von 1:1 gehandelt. Trader Max, dessen Heimatwährung A ist, erwirbt eine in Währung B notierte Aktie um 100 Geldeinheiten. Sechs Monate später möchte er diese wieder verkaufen. Der Einfachheit halber gehen wir davon aus, dass sich der Kurs der Aktie nicht verändert hat. Nun gibt es bezogen auf die Veränderung des Wechselkurses zwei mögliche Szenarien:

Szenario 1: Ungünstigerer Wechselkurs

Innerhalb der sechs Monate ist der Wert der Währung B um 25 Prozent gefallen. Der Wechselkurs steht nun also bei 1:1,25. Verkauft Max nun seine Aktie, erhält er dafür zwar immer noch 100 Einheiten der Währung B, diese sind nach der Abwertung allerdings nur noch 75 Einheiten der Währung A wert. Obwohl sich der Aktienkurs nicht verändert hat, würde Max einen erheblichen Verlust realisieren.

Szenario 2: Günstigerer Wechselkurs

Steigt nun innerhalb des halben Jahres der Wert von Währung B, verhält es sich genau andersherum. Gehen wir davon aus, Währung B wertet um 25 Prozent auf. Die Aktie ist nach wie vor 100 Einheiten der Währung B Wert. Max verkauft sie und erhält 125 Einheiten seiner Heimatwährung A, da der Wechselkurs nun bei 1:0,75 steht. Ohne Kursveränderung der Aktie hat Max also 25 Prozent Gewinn erzielt. Nicht schlecht, oder?

Wie entstehen Wechselkurse?

Aber wie kommt es überhaupt zu diesen Schwankungen? Währungen werden auf dem sogenannten Devisen- oder Forex-Markt (Abkürzung für „Foreign Exchange“) gehandelt. Dieser Markt ist mit einem täglichen Handelsvolumen von rund fünf Billionen US-Dollar der größte der Welt. Meistgehandelte Währung ist wenig überraschend der US-Dollar.

Wechselkursveränderungen entstehen dort durch das Angebot- und Nachfrageverhalten von Investoren. Das eine Währung mehr oder weniger nachgefragt wird, kann viele Gründe haben. Da wären zum Beispiel veränderte Leitzinsen oder gesteigertes Interesse ausländischer Investoren, aber auch politische Veränderungen wie ein Regierungswechsel können Einfluss auf den Wert der Landeswährung haben.

Währungsrisiko absichern, aber wie?

Investiert man in einer Fremdwährung, geht man eine Long-Position ein – man profitiert also, wenn der Kurs der Währung steigt. Will man seine Position absichern, muss man eine Short-Position auf diese Währung eingehen – also auf fallende Preise spekulieren. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann Optionsscheine erwerben – diese verbriefen das Recht in der Zukunft einen Wert zu einem vorher vereinbarten Preis zu kaufen -, Termingeschäfte abschließen – hier wird ein bestimmter Zeitpunkt für den Währungstausch zum heutigen Preis festgelegt – oder die Fremdwährung leihen und damit Investitionen in der Heimatwährung tätigen. Außerdem besteht die Möglichkeit ETFs oder Fonds zu erwerben, die gegen Wechselkursverluste abgesichert sind.

Ob nun tatsächlich eine Absicherung gegen Währungsrisiken erfolgen sollte, hängt stark von der Investmentstrategie und der persönlichen Risikoneigung ab. Generell gilt: Je höher der Depotanteil an Investitionen in einer Fremdwährung und je volatiler der Wechselkurs dieser Währung, desto relevanter ist das Wechselkursrisiko für den Anleger. Außerdem spielt der Anlagehorizont eine wichtige Rolle – je länger er ist, desto kleiner wird der Einfluss von Währungsschwankungen.

Wie gehen Profis mit Währungsrisiken um?

Riskiert nun jeder Haus und Hof, der ein paar US-Aktien im Depot hat? Sicher nicht. Top-Trader Dirk Althaus (techguru) meint: „In meinem Handeln berücksichtige ich das Wechselkursrisiko nicht. Viele der Firmen, die ich handle, agieren zwar global, allerdings bin ich der Meinung, dass es wichtigere Kriterien gibt, eine Aktie zu kaufen oder zu verkaufen als das eventuelle Währungsrisiko. Außerdem ist das Wechselkursrisiko zugleich eine Wechselkurschance.“ Die Performance seines wikifolios Cybersecurity Innovators gibt Althaus recht.

Chart

abc
cde

Kennzahlen

  • +289,8 %
    seit 02.01.2017
  • +35,6 %
    1 Jahr
  • -
    Risiko-Faktor
  • EUR 16.518.455,87
    investiertes Kapital
Ø-Performance pro Jahr: +35,6 Prozent

Auch Richard Dobetsberger (Ritschy) lässt sich unmittelbar nicht allzu sehr von Währungsschwankungen beeinflussen: „Ganz kurzfristig werden meine wikifolio-Investitionen nur marginal, wenn überhaupt, darauf angepasst.“ Die für sein wikifolio UMBRELLA relevanten Wechselkurse hat er aber sehr wohl im Auge: „Bei mir im Fokus steht die USD/EUR-Entwicklung. Einerseits werden die wikifolios, welche bei mir ja sehr viele US-Werte beinhalten, direkt von Währungsschwankungen beeinflusst. Andererseits sind auch längerfristige Trends zwischen den beiden Währungen wichtig. Durch die Beeinflussung von Rohstoffpreisen, als auch Produktpreisen können fundamentale Aspekte auf die Wettbewerbsfähigkeit, als auch die Unternehmenszahlen entstehen.“

Chart

abc
cde

Kennzahlen

  • +1.436,8 %
    seit 16.09.2012
  • +99,3 %
    1 Jahr
  • -
    Risiko-Faktor
  • EUR 13.852.878,25
    investiertes Kapital
Ø-Performance pro Jahr: +34,9 Prozent

Disclaimer: Jedes Investment in Wertpapiere und andere Anlageformen ist mit diversen Risiken behaftet. Es wird ausdrücklich auf die Risikofaktoren in den prospektrechtlichen Dokumenten der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft (Endgültige Bedingungen, Basisprospekt nebst Nachträgen bzw. den Vereinfachten Prospekten) auf www.wikifolio.com, www.ls-tc.de und www.ls-d.ch hingewiesen. Die Performance der wikifolios sowie der jeweiligen wikifolio-Zertifikate bezieht sich auf eine vergangene Wertentwicklung. Von dieser kann nicht auf die künftige Wertentwicklung geschlossen werden. Der Inhalt dieser Seite stellt keine Anlageberatung und auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.